Peter J. Oswald

© Mondi

Vorstandsvorsitzender Mondi AG
CEO Mondi Europe & International  


Offener Brief vom 02.04.2014


Sehr geehrter Herr Bundeskanzler!
Sehr geehrter Herr Vizekanzler!

Forschung und Entwicklung sind fester Bestandteil einer zukunftsorientierten Standortpolitik. Deshalb ist es wichtig, dass auch der FWF, der Grundlagenforschung fördert, finanziell gut ausgestattet ist. Bereits heuer ist er mit knapp 200 Millionen Euro unterdotiert; das ist ein Drittel des Schweizer Niveaus. Nach aktuellen Budgetplänen wird es nochmals auf 100 Millionen gesenkt, was die österreichische Grundlagenforschung stark zurück werfen wird.

Diese Entwicklung ist äußerst bedenklich, weil gerade die Grundlagenforschung aufgrund des finanziellen Risikos vom Staat gefördert werden muss. Auch wenn es derzeit in Österreich viele finanzielle Herausforderungen gibt, wäre es kurzfristig gedacht, die Ausgaben für Wissenschaft und Forschung zu kürzen und in diesem Bereich zu sparen. Langfristig gesehen führt dieses Denken zu Versäumnissen in der Wissenschaft und damit auch zu Schäden in der Wirtschaft unseres Landes.

Wissenschaft und Wirtschaft benötigen berechenbare politische Rahmenbedingungen. Ansonsten nehmen Investitionen ab und Wissenschaftler und Unternehmen verlegen Ihre Forschungsaktivitäten an attraktivere Standorte. Die Folge: Wir gefährden die internationale Wettbewerbsfähigkeit und setzen die Zukunftsfähigkeit unseres Landes aufs Spiel.

Ich appelliere an Sie, Mut zu zeigen und mit der Aufstockung der Mittel für den FWF ein deutliches Signal zu setzen. Sie dokumentieren damit zwei Werte: ein Herz für die Wissenschaft, die der Wirtschaft eben nicht untergeordnet ist, und nachhaltiges Wirtschaften zugunsten der uns nachfolgenden Generationen.

Mit besten Grüßen

Peter Oswald


zurück