Ulrike Diebold

© WIT Projekt TU Wien/Matthias Heisler

Professorin, Institut für Angewandte Physik, Technische Universität Wien
Wittgenstein-Preisträgerin  


Offener Brief vom 24.03.2014


Sehr geehrter Herr Vizekanzler!

Mit diesem Schreiben will ich Sie dringend ersuchen, das von Bundesminister Mitterlehner für die Leistungsvereinbarungen 2016-19 vorgeschlagene Wissenschaftsbudget zu genehmigen.

Kurz zu meiner Person: ich habe als Physikerin an der TU Wien promoviert und bin nach einer erfolgreichen wissenschaftlichen Karriere in den USA vor vier Jahren nach Österreich zurückgekehrt. Voriges Jahr wurde unsere wissenschaftliche Arbeit mit dem Wittgensteinpreis ausgezeichnet. Obwohl wir Grundlagenforschung betreiben, freut mich immer wieder, wie stark das Interesse von – auch österreichischen – Firmen an unseren doch sehr fundamentalen Forschungsergebnissen ist.

In meiner Eigenschaft als Vertreterin der TU Wien habe ich letzten Donnerstag an der Delegiertenversammlung des Österreichischen Wissenschaftsfonds teilgenommen. Die dabei diskutierten Zahlen für die Basisfinanzierung des Fonds würden zu einer ganz dramatischen Absenkung der Förderquoten führen. Dies würde dem Rennen um die besten Köpfe, der niveauvolle Ausbildung unserer Studierenden und Jungforscher und letztendlich dem Wirtschaftsstandort Österreich großen Schaden zufügen.

Als Finanzminister haben Sie natürlich allen Österreichern und Österreicherinnen gegenüber eine große Verantwortung, und die Budgetkonsolidierung ist sicherlich eine herausragende und schwierige Aufgabe. Gerade in schwierigen Zeiten müssen Investitionen in Bildung, Wissenschaft und Forschung verstärkt werden. Österreich, das von seiner Innovationskraft lebt, braucht Grundlagenforschung und wissenschaftlich ausgebildete Fachleute.

Ich ersuche Sie daher, dem Wissenschaftsbudget in den laufenden Verhandlungen die gebührende Priorität einzuräumen.

Mit hochachtungsvollen Grüßen,

Univ. Prof. Dr. Ulrike Diebold


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