Motive des FWF

Eine Reihe von Motiven hat den FWF bewogen, sich aktiv und systematisch mit dem Thema „Private Zuwendungen für die Forschung“ auseinanderzusetzen.

Aufholbedarf im internationalen Vergleich

Im internationalen Vergleich besteht in Österreich enormer Aufholbedarf im Bereich der privat finanzierten Forschung.1 Der FWF ist überzeugt, dass sich alle wichtigen, im Forschungsbereich tätigen Organisationen engagieren müssen, um einen kulturellen Wandel herbeizuführen. Grundsätzlich ist die Spendenfreudigkeit der Österreicherinnen und Österreicher in vielen Bereichen (soziales Engagement, Tierschutz, Katastrophenhilfe etc.) gut entwickelt. Dies gilt vor allem für Bereiche, wo die Hilfe unmittelbar und rasch erfolgen muss. Dort, wo keine kurzfristigen Ergebnisse zu erwarten sind, Spenden aber eine nachhaltige und langfristige Wirkung haben, ist die Spendenbereitschaft unterentwickelt.

Der FWF ein Partner und Dienstleister mit Alleinstellungsmerkmal

Forschung findet heute arbeitsteilig und international vernetzt in zahlreichen Projekten und vielen  Forschungsstätten statt. Ohne Zweifel gibt es daher Qualitätsunterschiede, die für potentielle Mäzen/innen und Erblasser/innen nicht immer leicht zu erkennen sind.

Hier kann sich der Wissenschaftsfonds FWF mit seiner Expertise als unentgeltlicher Vermittler einbringen. Mit seinem Zugang zu allen Wissenschaftsdisziplinen und seiner ausgereiften und anerkannten Qualitätssicherung bietet er eine wertvolle Orientierungshilfe bei der Auswahl der besten Forschungsprojekte.

Verantwortung gegenüber der Wissenschaftsgemeinschaft

Der FWF versteht seine Verantwortung auch in der Maximierung der für die Forschungsförderung zur Verfügung stehenden Mittel. Natürlich muss Grundlagenforschung seitens der öffentlichen Hand gefördert werden, es sollen aber  auch private Zuwendungen dafür gewonnen werden.

Verbesserung der Rahmenbedingungen für private Zuwendungen

Der FWF engagiert sich auch für die Verbesserung der rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen für private Zuwendungen für die Forschung. Erfreulicherweise haben sich die Bundesregierung und das Parlament im Jahre 2015 zu ersten Schritten zur Verbesserung dieser Rahmenbedingungen entschieden („Gemeinnützigkeitsgesetz“). Um aber den Standard etwa Deutschlands oder der Schweiz zu erreichen, liegt noch ein weiter Weg vor uns.

Öffentliches Bewusstsein für Forschung vertiefen

Der Weg zu Spenden führt über eine offene, ehrliche und umfassende Information über Arbeitsweise und Wirkung der Grundlagenforschung. Nur wer die Bedeutung der Forschung erkannt hat und von deren faszinierender Auswirkung überzeugt ist, wird Zuwendungen geben. Umgekehrt ist jede Spende auch ein Signal für die Wichtigkeit der Grundlagenforschung und hat damit einen öffentlichkeitswirksamen Stellenwert. Die wenigen in Österreich erzielten Forschungsspenden haben beachtliche mediale Reaktionen ausgelöst.

1 Studie der WU: http://www.fwf.ac.at/fileadmin/files/Dokumente/Ueber_den_FWF/Publikationen/FWF-relevante_Publikationen/WU-Projektbericht_Forschungsfoerderung_durch_Stiftungen_in_Oesterreich.pdf(pdf, 7.2MB)