W 1203 - Christof Gattringer - Hadronen im Vakuum, in Kernen und in Sternen

Sprecher: Christof Gattringer

bewilligt: 2005

Universität/Forschungsstätte: Universität Graz

christof.gattringer(at)uni-graz.at

http://physik.uni-graz.at/itp/doktoratskolleg/

Dieses DK an der Universität Graz bietet eine vertiefte Ausbildung im Bereich der theoretischen Teilchenphysik und arbeitet eng mit einem DFG-Graduiertenkolleg in Deutschland (Universität Jena, Sprecher: Prof. Andreas Wipf) und dem neu bewilligten FWF-DK 1252 aus dem Bereich der Teilchenphysik in Wien (Sprecher: Prof. Anton Rebhan, TU Wien) zusammen. Inhaltlich bietet das Doktoratskolleg eine strukturierte Ausbildung, die eine fundierte Kenntnis der Physik der „Hadronen“ zum Gegenstand hat. Hadronen sind die Bausteine der Atomkerne und sogenannte stark wechselwirkende Elementarteilchen. Die Quantenchromodynamik (QCD) ist die Theorie der Quarks und Gluonen, aus denen die Hadronen aufgebaut sind, und beschreibt zumindest im Prinzip die Eigenschaften der Hadronen, also etwa Masse und Zerfallseigenschaften. Die zentrale Schwierigkeit besteht in der Berechnung der Hadroneigenschaften aus den Grundgleichungen. Zum Beispiel ist die klassische Störungstheorie ein Lösungsverfahren, welches bei kleinen Impulsüberträgen, wie sie für Hadronen typisch sind, nicht funktioniert. Die im Rahmen des Doktoratskollegs durchgeführten Untersuchungen beinhalten deswegen Monte-Carlo-Simulationen in der Gitter-QCD, nicht-perturbative Greens-Funktions-Methoden und effektive Feldtheorie (chirale Störungstheorie). Effektive Modelle, die auf den Symmetrien und Niederenergiefreiheitsgraden der Quantenchromodynamik aufbauen, werden benutzt, um hadronische Wechselwirkungen eingehend zu studieren. Mittels einer Kombination der oben erwähnten Methoden entwickeln die ForscherInnen, also auch die Doktorandinnen und Doktoranden des DKs, neue theoretische Verfahren und in Zusammenarbeit mit internationalen PartnerInnen studieren sie mögliche Konsequenzen für die Teilchen-, die Kern- und die Astrophysik. Dem Ausbildungsaspekt im Bereich der durchgeführten Forschungsarbeiten wird unter anderem durch folgende Aktivitäten Rechnung getragen:

 

  • jährliche Einführungsvorlesung „Theoretical Hadron Physics“ (verpflichtend für alle PhD-StudentInnen);
  • wahlweise zumindest eine weitere Spezialvorlesung, die einen starken inhaltlichen Bezug zum Thema der Dissertation aufweist;
  • zweimal jährlich Block-Vorlesungen durch externe SprecherInnen (die Teilnahme wird allen PhD-StudentInnen empfohlen);
  • zweimal pro Jahr zweitägige Miniworkshops mit drei Vorträgen zu einem Thema (verpflichtende Teilnahme für alle PhD-StudentInnen des Doktoratskollegs);
  • einmal pro Jahr ein gemeinsamer Workshop mit allen KollegiatInnen des Partner-DKs Jena (verpflichtend für alle PhD-StudentInnen);
  • die Arbeit jeder/s PhD-Studenten/in wird zumindest von zwei wissenschaftlichen BetreuerInnen begleitet;
  • die Dissertationen werden in der im Fachgebiet international gebräuchlichen Fachsprache Englisch verfasst;
  • bei den Doktoratsprüfungen ist immer ein Mitglied des Prüfungssenats von einer auswärtigen Forschungsinstitution.


Ausbildungsplätze
Vom FWF werden zurzeit sechs Stellen finanziert. Seit Beginn des DKs waren zusätzlich immer zwischen fünf und zehn anderweitig finanzierte DissertantInnen in das DK eingebunden.

Höhe der FWF-Förderung
1. Förderperiode: 784.800 €
2. Förderperiode: 820.400 €
3. Förderperiode: 1.011.500 €

Anteil internationaler Studierender
Im Mittel über die bisher 8,5 Jahre betrug der Anteil internationaler StudentInnen mehr als 50 %.

Faculty members

  • R. Alkofer
  • C. Gattringer
  • L. Glozman
  • C. B. Lang
  • W. Plessas
  • W. Schweiger


Sprecher des DKs
Christof Gattringer, Institut für Theoretische Physik, Universität Graz

christof.gattringer(at)uni-graz.at

Website: http://physik.uni-graz.at/itp/doktoratskolleg

w1203.pdf(pdf, 73KB)