Brigitte WINKLHOFER-ROOB

Brigitte WINKLHOFER-ROOB

Titel/akad. Grad
Univ.-Prof. Dr. med. univ.

Website
http://hnmrc.uni-graz.at  

Schrödinger-Stipendium
J 0378, von 1989 bis 1991

Ort des Schrödinger-Stipendiums
Schweiz

Forschungsstätte des Schrödinger-Stipendiums
Univ.-Kinderklinik Zürich  

Erinnerungen an das Schrödinger-Stipendium
Was mache ich heute
Persönliches / Mein "Credo"

Erinnerungen an das Schrödinger-Stipendium

Mit dem Schrödinger-Stipendium J0378-MED und J0511-MED wurde mir mein erster Forschungsaufenthalt im Ausland ermöglicht. Ausgehend von dem sehr praxisnahen Thema "Ursachen der Malabsorption von fettlöslichen Vitaminen bei Patienten mit exokriner Pankreasinsuffizienz im Kindes- und Jugendalter", das mich zwei Jahre lang beschäftigte, konnte ich mich immer tiefer in das Forschungsgebiet von Antioxidantien und oxidativem Stress einarbeiten und in der Folge, durch weitere Stipendien und Drittmittel finanziert, dieses Forschungsgebiet durch eine Reihe innovativer Interventionsstudien an der Univ.-Kinderklinik Zürich ausbauen.

Diese Arbeiten sind alle in hochrangigen wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert und erhielten eine Reihe hochdotierter Wissenschaftspreise, u.a. den Hermes Vitaminpreis für die beste Arbeit auf dem Gebiet der Vitamin E-Forschung, der mit DM 15.000 dotiert war. Darüberhinaus haben die Ergebnisse auch Eingang in die klinische Routinebehandlung von Patienten mit Cystischer Fibrose gefunden. Nach meiner Rückkehr nach Graz habe ich mich auf dem Gebiet des Antioxidantienmangels bei Patienten mit Cystischer Fibrose im Fach Kinder- und Jugendheilkunde habilitiert.

Es war auch in Zürich, von wo aus ich die erste Kopperation mit Herrn Prof. Hermann Esterbauer vom Institut für Biochemie der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Karl-Franzens Universität, den ich bis dahin nicht kannte, initiieren konnte. Prof. Esterbauer war es auch, der mich nach 7 ½-jährigem Auslandsaufenthalt mit Beginn des Jahres 1997 aus den USA nach Graz zurückholte - allerdings wollte es das Schicksal nicht, dass diese Zusammenarbeit fortgesetzt werden konnte: Herr Prof. Esterbauer verstarb an meinem ersten Arbeitstag im Institut.

Seither konnte ich eine eigenständige Arbeitsgruppe am Institut für Biochemie (jetzt Institut für Molekulare Biowissenschaften) aufbauen, die sich mit Humanernährung mit Schwerpunkt Antioxidantien und oxidativem Stress befasst.

Die Ergebnisse der Arbeit mit den Patienten mit Cystischer Fibrose, v.a. die klinischen Aspekte der Evaluierung und Verbesserung des Ernährungszustandes, bilden eine praxisbezogene anschauliche Grundlage meiner seit der Verleihung der Venia durchgeführten Lehrveranstaltungen an der Medizinischen Universität Graz.

Mit meinem Mentor an der Univ.-Kinderklinik Zürich, Herrn Prof. David H. Shmerling, bin ich immer noch in Kontakt. Er ist seit seiner Emeritierung an einem Weiterbildungsprogramm in Armenien engagiert und wir diskutieren gerade eine Vernetzung im Rahmen des Human Nutrition & Metabolism Research and Training Centers (HNMRC) Graz, das ich seit Beginn des Jahres 2005 leite.

So schliesst sich ein Kreis, der durch das Schrödinger-Stipendium 1989 gestartet wurde und sicher allen Beteiligten in positiver Erinnerung bleiben wird.

Was mache ich heute

Nach 7 ½-jährigem Auslandsaufenthalt an der Abteilung für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung an der Univ.-Kinderklinik Zürich (neben Schrödinger Stipendium u.a. auch Projektförderung durch Schweizerischen Nationalfonds und Roche Research Foundation) und am University of Colorado Health Sciences Center Denver (Max Kade Stipendium, Charlotte-Bühler Habilitationsstipendium, Van Swieten Stipendium) nach Graz zurückgekehrt, habilitierte ich mich 1997 im Fach Kinder- und Jugendheilkunde.

Seit 1997 konnte ich - ausschliesslich drittmittelfinanziert - am Institut für Biochemie/Molekulare Biowissenschaften der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Karl-Franzens-Universität Graz eine Arbeitsgruppe aufbauen, die auf Humanernährung mit Schwerpunkt Vitaminforschung und oxidativem Stress beim Gesunden und Kranken fokussiert ist. Seit Jänner 2005 leite ich das vom Zukunftsfonds des Landes Steiermark geförderte Human Nutrition & Metabolism Research and Training Center (HNMRC, http://hnmrc.uni-graz.at) Graz. Mit 1. Oktober 2005 wurde ich zur Vertragsprofessorin für Humanernährung und Ernährungsmedizin an der Karl-Franzens-Universität Graz bestellt.

Persönliches / Mein "Credo"

Nach einer durch mehr als 15 Jahre ausschliesslich durch eigene Drittmittel realisierten wissenschaftlichen Karriere und mehr als siebenjähriger Tätigkeit im Ausland möchte ich alle angehenden WissenschafterInnen ermutigen, diesen nicht immer leichten Weg zu wagen.

Dazu einige persönliche Gedanken und Erfahrungen:

  • Jedes Stipendium und jedes selbst erarbeitete Forschungsprojekt stärkt die wissenschaftliche Selbständigkeit.
  • Forscher- und Lehrerpersönlichkeiten, denen wir begegnen, prägen ebenso wie positive und negative Erfahrungen unseren eigenen Weg.
  • Der "Blick über den Tellerrand" kann durch nichts ersetzt werden, er muss jedoch konstruktiv umgesetzt werden, um nachhaltige Wirkung zu erzielen.
  • Kraft macht keinen Lärm, sie ist da und wirkt (A. Schweitzer).