Gerlinde MAUTNER

Gerlinde MAUTNER

Titel/akad. Grad
Univ.-Prof. Dr

Website
http://www.wu.ac.at/ebc  

Schrödinger-Stipendium
J 0956, von Okt. 1994 bis Juni 1995

Ort des Schrödinger-Stipendiums
GB Lancaster

Forschungsstätte des Schrödinger-Stipendiums
Lancaster University
Department of Linguistics and English Language  

Erinnerungen an das Schrödinger-Stipendium
Was mache ich heute
Persönliches / Mein "Credo"

Erinnerungen an das Schrödinger-Stipendium

"Schrödinger" hat mir sicher den entscheidenden "Kick-Start" für die weitere Laufbahn gegeben. Bereits im Dissertationsstadium war ich ein Jahr in Großbritannien (University of Birmingham) gewesen, und so war es selbstverständlich, sich auch für die Arbeit an der Habilitation Impulse von außen zu holen. Nicht selbstverständlich freilich war die Unterstützung durch das Stipendium; dafür, dass es geklappt hat, bin ich bis heute dankbar.

Dem Habil-Projekt lag eine aufwändige empirische Untersuchung zugrunde, und ich kann mich noch gut an die intensive Arbeit daran erinnern - beginnend in einem kalten nordenglischen Herbst und Winter, in einem ortsüblich schlecht isolierten semi-detached house, mit Blick auf einen back garden mit Geräteschuppen und ein Fußballfeld. Zur Belohnung gab es gelegentlich lemon meringue pie im örtlichen Tea Room (noch hatte Starbucks Großbritannien nicht erorbert). Bis Weihnachten hatte ich mein Textkorpus erstellt und die Methodik entwickelt (eine damals noch unübliche Kombination aus Korpuslinguistik und qualitativer Diskursanalyse). Mit dem Frühjahr kamen die vom Vormieter gepflanzten Tulpen ebenso zum Vorschein wie die ersten Untersuchungsergebnisse, diskutiert im Research Seminar bei Professor Norman Fairclough. Im Sommer kehrte ich mit 200 Seiten Habil-Manuskript nach Wien zurück, ein paar weitere hundert sollten folgen, bevor dann im Juni 1997 die Schrift fertig und das Habilitationsverfahren eingeleitet wurde. Ohne den durch das Schrödinger-Stipendium ermöglichten Auslandsaufenthalt undenkbar.

Was mache ich heute

Ich bin Professorin an der Wirtschaftsuniversität Wien, am Institut für Englische Wirtschaftskommunikation; seit Juli 2005 auch Institutsvorstand. Meine Schwerpunkte in Lehre und Forschung sind Marketing- und Unternehmenskommunikation; in Theorie und Methodik bin ich in der Diskursanalyse und der Korpuslinguistik verankert. Thematisch gilt mein Interesse in der letzten Zeit der Außenkommunikation von Universitäten und dem "interdiscursive alignment" zwischen dem kommerziellen Sektor und dem Nonprofit-Bereich. Letzteres hat mich auch dazu geführt, assoziiertes Mitglied im NPO-Forschungsinstitut der WU zu werden.

Neben der Lehre im Regelstudium mache ich noch zweimal im Jahr mit den Nachwuchswissenschaftler/inne/n der WU Englisch-Training und halte für die Mitarbeiter/innen der Verwaltung Workshops im "Kundenorientierten Kommunikationsdesign". Auch mein Konzept zur Neugestaltung der WU-Stellenanzeigen (das WU-intern auch prämiert wurde) gehört zu meinen Versuchen, in einem betriebswirtschaftlich-ökonomisch dominierten Umfeld die praktische Relevanz von Kommunikationsanalyse und -optimierung unter Beweis zu stellen.

Nach der vierjährigen Amtszeit als Vizerektorin der WU (1998-2002) habe ich nun, so nach und nach, die in dieser Zeit zwangsläufig vernachlässigte Forschungstätigkeit wieder aufgeholt. Die ersten Publikationsfrüchte, die in den beiden - ebenfalls in Großbritannien verbrachten - Forschungsfreisemestern entstanden sind, sind in den letzten Monaten erschienen. Zu einigen weiteren Projekten habe ich mich bereits verpflichtet; so müssen in den nächsten 12 Monaten zwei Handbuchartikel, mehrere Konferenzvorträge und ein journal paper entstehen.

Dazu kommen zahlreiche Organisations- und Führungsaufgaben, die heutzutage unweigerlich Bestandteil des Tätigkeitsprofils von Universitätsprofessor/inn/en sind und die sich im Alltag als massive "Zeitfresser" - meist in direkter Konkurrenz zur Forschung - erweisen. Wirklich vorbereitet ist man als Wissenschaftler/in auf die Management-Seiten des Professorendaseins nicht. Also heißt es learning on the job, Nützen von Weiterbildungs- und Coachingangeboten und, in meinem konkreten Fall, der Rückgriff auf die wertvollen Erfahrungen aus dem Uni-Management.

Mein Terminkalender ist daher randvoll und die Freizeit sehr knapp - aber wenn man seinen Traumjob ausüben darf, lässt sich das gut aushalten.

Persönliches / Mein "Credo"

"A man's reach must exceed his grasp" (Robert Browning). A woman's too…