Peter SZMOLYAN

Peter SZMOLYAN

Titel/akad. Grad
ao Univ. Prof. Univ. Doz. Dr.techn Dipl.Ing.

E-Mail Website
www.asc.tuwien.ac.at/szmolyan  

Schrödinger-Stipendium
J 0356  

Ort des Schrödinger-Stipendiums
USA Minneapolis, MN

Forschungsstätte des Schrödinger-Stipendiums
University of Minnesota
Institute for Mathematics and its Applications  

Erinnerungen an das Schrödinger-Stipendium
Was mache ich heute
Persönliches / Mein "Credo"

Erinnerungen an das Schrödinger-Stipendium

Die Zeit, die ich als Schrödingerstipendiat am Institute for Mathematics and its Applications (IMA) der University of Minnesota in Minneapolis verbrachte, war eine sehr wichtige Phase in meinem beruflichen und privaten Leben. Beruflich war diese Zeit als post-doc prägend für meine wissenschaftliche Laufbahn. Mittlerweile sind einige Jahre als post-doc im Ausland am Beginn einer wissenschaflichen Karriere fast schon der Normalfall, damals war das zumindest in Österreich noch nicht so selbstverständlich. Die Kontakte, die ich damals knüpfen konnte, und die Themen, die ich am IMA kennenlernen konnte, haben meine ganze bisherige Laufbahn geprägt. Aus zwei anderen post-docs am IMA wurden im Lauf der Jahre Freunde und Ko-autoren.
Das Leben in einer anderen Kultur und die Möglichkeit viel zu reisen sind ebenfalls Erinnerungen, die ich nicht missen möchte.

Was mache ich heute

Ich bin derzeit als ao Univ. Prof. am Institut für Analysis und Scientific Computing der Technischen Universität Wien in Forschung und Lehre tätig. Mein Arbeitsgebiet sind Differentialgleichungen und ihre Anwendungen mit Schwerpunkten auf den Gebieten Dynamische Systeme und Asymptotische Analysis.

Die verstärkte Verwendung von Konzepten und Methoden aus dem Gebiet der Dynamischen Systeme in sehr vielen Bereichen der Naturwissenschaften und der Technik war und ist eine der wichtigsten aktuellen Entwicklungen in der angewandten Mathematik. Mein Interesse galt/gilt dabei sowohl mathematischen Fragestellungen als auch anwendungsorientierten Problemstellungen aus den Bereichen der Halbleitermodellierung, Dynamik von Flüssigkeiten und Gasen, Reaktionskinetik, Satellitendynamik und Laserdynamik.

In vielen naturwissenschaftlichen oder technischen Prozessen treten Effekte von sehr unterschiedlichen Größenordnungen auf stark unterschiedlichen zeitlichen oder räumlichen Skalen auf. Vor allem im Hi-Tech Bereich besteht ein ständig wachsender Bedarf nach mathematischer Modellierung, Analyse und Simulation solcher Mehrskalenprobleme. In geeignet skalierter Form werden diese Probleme durch singulär gestörte Differentialgleichungen beschrieben. Ausgehend von der Analyse von partiellen Differentialgleichungen aus dem Bereich der Halbleitermodellierung arbeite ich seit meinem USA-Aufenthalt (1987-1990) vor allem an geometrischen Zugängen zur singulären Störungstheorie im Rahmen der Theorie dynamischer Systeme.

Im Jahr 1996 wurde mir von einer internationalen Jury als erstem Mathematiker in Österreich ein START-Preis (START-Programm) des österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung zuerkannt. Das Thema des Projekts war "Dynamics of Singular Perturbation Problems" (http://deana.math.tuwien.ac.at/wm/startproject/startproject.html). Dies erlaubte mir den Aufbau einer internationalen Arbeitsgruppe bestehend aus Dissertanten, Postdocs und Gastwissenschaftern. Mit der Entwicklung einer auf "blow-up" Techniken beruhenden Methode gelang mir mit meinen Mitarbeitern im Rahmen meines START-Projektes eine wesentliche Erweiterung des geometrischen Zugangs zur singulären Störungstheorie.

Ein weiteres zentrales Thema meiner Arbeit ist die Dynamik von nichtlinearen Wellen, die ja auch das Thema meines Schrödingerstipendiums waren. Gerade in diesem Bereich erfolgt derzeit eine fruchtbare Wechselwirkung zwischen den Gebieten partielle Differentialgleichungen und Dynamische Systeme.

Ich bin Mitglied des Wissenschaftskollegs (PhD program) "Differential Equation Models in Science and Engineering" (http://www.mat.univie.at/~wk/), das vom österreichischen Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) gefördert wird.

Ich bin Gründungsmitglied des am Institut für Mathematik der Universität Wien angesiedelten Wolfgang Pauli-Instituts (WPI) (http://www.mat.univie.ac.at/~wpi). Hauptziele des WPI sind die interdisziplinäre Forschung der daran beteiligten Gruppen, die Abwicklung von internationalen Forschungsprogrammen sowie die Einrichtung eines gemeinsamen postgraduate Programmes.

Persönliches / Mein "Credo"

Ein Schrödingerstipendium ist eine wunderbare Einstiegsmöglichkeit in eine Wissenschaftslaufbahn, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann. Solche Zeiträume, in denen man ungestört Forschung und Horizonterweiterung betreiben kann kann, sind extrem wertvoll aber auch selten! Daher sollte man die Chance nützen...