F 44 - Jörg Striessnig - Cell signaling in chronic CNS disorders

Sprecher:
Jörg Striessnig

bewilligt: 2010 (Start: März 2011)

Universität/Forschungsstätte: Universität Innsbruck

joerg.striessnig(at)uibk.ac.at

www.uibk.ac.at/pharmazie/pharmakologie/sfb-f44/

Chronische Erkrankungen des zentralen Nervensystems (ZNS) sind eine erhebliche Belastung für kranke Menschen und auch für die Gesellschaft. Depressionen, Angsterkrankungen, Migräne und neurodegenerative Erkrankungen, v. a. Morbus Parkinson (MP) und Morbus Alzheimer (MA), sind häufig. Trotz therapeutischer Verbesserungen ist ihre Behandlung meist nicht zufriedenstellend. Aufgrund unzureichender Kenntnisse der zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen sind bestehende Arzneitherapien hauptsächlich symptomatisch und erzeugen häufig Nebenwirkungen. Um bessere Therapien entwickeln zu können, bedarf es daher dringend der molekularen Entschlüsselung beteiligter Signalwege. In diesem Netzwerk werden in Innsbruck bestehende Forschungskompetenzen mit validierten Krankheitsmodellen (MP, MA, Multiple System Atrophie [MSA], Angsterkrankungen, Depressionen) und bestehenden PatientInnenkohorten gebündelt und mit vorhandenen Stärken unserer Grundlagenforschung kombiniert. Ziel ist dabei die Erforschung von zwei Signalwegen mit sehr hohem Potenzial für neue Therapiestrategien: L-Typ Calciumkanäle (LTKK) und epigenetische Modulatoren, v. a. Histondeacetylasen (HDACs). Motiviert wurde unsere Initiative durch die Tatsache, dass beide Signalwege an der Entstehung mehrerer der genannten Erkrankungen beteiligt sind, und auch durch neue Erkenntnisse aus unserem Konsortium, die darauf hindeuten, dass beide miteinander assoziiert sein könnten. Dazu soll in diesem Projekt die Rolle verschiedener LTKK in der Krankheitsentstehung von MP, der MSA vom Parkinsontyp und von MA untersucht werden. Die Analysen reichen von der molekularen Ebene bis zu Studien an lebenden Organismen. Dies beinhaltet elektrophysiologische Analysen der biophysikalischen und pharmakologischen Eigenschaften verschiedener LTKK, ihrer Rolle in Signalnetzwerken dopaminerger Mittelhirnneurone in lebenden Hirnschnitten, und Untersuchungen an Tieren, um mögliche neuroprotektive Arzneimittelwirkungen zu finden. Für einige ZNS-Erkrankungen werden auch die Rolle epigenetischer Mechanismen sowie eine mögliche Rolle der non-coding RNAs (ncRNAs) untersucht. Dazu gehört die Identifikation von krankheitsrelevanten ncRNAs, die biochemische Analyse von HDAC-Komplexen in gesunden und kranken Hirngeweben und die Untersuchung direkter Zusammenhänge zwischen Calciumkanälen und Histon-modifizierenden Faktoren. Da beide Signalwege die Neurogenese im ZNS beeinflussen, ist weiters geplant, die molekularen Grundlagen dieser Regulation zu analysieren. Letztendlich zielt unser Forschungsvorhaben auf die Entwicklung neuer Arzneistoffe ab. Dazu gehören Inhibitoren von LTKK mit selektiver Wirkung im ZNS. Der Vergleich biochemischer Erkenntnisse mit klinischen Befunden von PatientInnenkollektiven (etwa mit MSA oder Morbus Parkinson) soll genutzt werden, um Marker für den Verlauf und Schweregrad dieser Erkrankungen zu entwickeln.

Durchschnittlich beschäftigte NachwuchswissenschafterInnen:
30

Höhe der FWF-Förderung
3.612.657,00 €

Internationale Kooperationspartner

 

 Nation

Geschlecht

Name

Institution

GBR

F

M

Elena Azizan

Morris Brown

University of Cambridge

GER

F

Jutta Engel

Saarland University, Homburg

ITA

M

Emilio Carbone

Dept. of Drug Science, Torino

USA

F

Anjali Rajadhyaksha

Weill Cornell Medical College, NY, USA

USA

F

Amy Lee

Univ. of Iowa, USA

BEL

M

Dirk De Ridder

KU Leuven, Leuven

CAN

M

Michael Schlossmacher

Divisions of Neuroscience and Neurology, The Ottawa Hospital Research Institute, University of Ottawa

GBR

F

Clare J. Fowler

University College London

GBR

M

John Hardy

UCL, Neurology

GER

F

Katharina Domschke

Universitätsklinikum Würzburg

 

 

 

 

GER

M

Veit Flockerzi

Saarland University, Homburg

GER     

M

Tobias Frank

University of Göttingen, Neurology

GER

M

Martin Heine

Leibniz Inst. of Neurobiology, Magdeburg, Germany

GER

M

Raffael Kalisch

J.  Gutenberg Univ. Mainz

GER

M

Christian Kubisch

University of Ulm, Human Genetics

GER

M

Hans Christian Pape

Inst. of Physiology I, University of Münster

GER

M

Jochen Roeper

University of Frankfurt

SWE

F

Biljana Georgievska

Astra Zeneca CNS/Pain R&D, Södertälje

SGP

F

Chin Yan Lim

A*STAR Institute

USA

M

Andrew Holmes

NIAAA, Rockville, USA

USA

M

Eliezer Masliah

Department of Neurosciences, University of California, San Diego, School of Medicine, La Jolla, California

USA

M

D James Surmeier

NWU Chicago, USA, Physiology


Principal Investigators (PI)


Sprecher des SFBs
Jörg Striessnig
Institute of Pharmacy
Department of Pharmacology and Toxicology
Center of Chemistry and Biomedicine
University of Innsbruck
Innrain 80-82
6020 Innsbruck

joerg.striessnig(at)uibk.ac.at

www.uibk.ac.at/pharmazie/pharmakologie/
Website:
SFB-F44 - Cell signaling in chronic CNS disorders
www.uibk.ac.at/pharmazie/pharmakologie/sfb-f44/

f44.pdf(pdf, 95KB)

Kontakt
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T: +43/1/505 67 40-0, F: +43/1/505 67 39
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DW 8603, sabine.haubenwallner(at)fwf.ac.at