F 47 - Peter Valent - Myeloproliferative Neoplasien

Sprecher:
Peter Valent

bewilligt
: 2012

Universität/Forschungsstätte
: Medizinische Universität Wien

peter.valent(at)meduniwien.ac.at

www.sfb-mpn.at

Mit einer geschätzten Inzidenz von 20 bis 30 neudiagnostizierten Fällen pro 100.000/Jahr liegen die myeloproliferativen Neoplasien (MPN) an der Spitze der myeloischen Erkrankungen. Obwohl es in den letzten Jahren zu einer deutlichen Verbesserung der therapeutischen Möglichkeiten gekommen ist, zählen die MPN noch immer zu den inkurablen Neoplasien mit einer erheblichen Morbidität und Mortalität. Die einzige kurative Therapieform bleibt die Stammzellentransplantation, welche allerdings nur bei einem kleinen Teil der PatientInnen (jung und fit) durchführbar ist. Alle anderen PatientInnen sind auf rein unterstützende Therapiemaßnahmen und zytoreduktive Medikamente angewiesen. Leider weisen die meisten dieser Medikamente, inklusive der kürzlich entwickelten Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI), kein oder kaum ein kuratives Potenzial auf. In den fortgeschrittenen Stadien der MPN findet sich zusätzlich zumeist eine Resistenzentwicklung. Bisher ist allerdings wenig über die zellulären und biochemischen Zusammenhänge und Mechanismen bekannt, welche der Pathogenese, der Progression und der Resistenzentwicklung der MPN zugrunde liegen. Die Situation wird durch die Tatsache verkompliziert, dass neoplastische Stammzellen (SC) der MPN über natürliche Resistenz-Mechanismen verfügen, diverse Interaktionen mit dem SC-protektiven Mikroenvironment (der Stammzellnische) eingehen und während der klonalen Evolution zusätzliche Mechanismen der Resistenz akquirieren. Letztlich spielen auch der genetische Hintergrund und epigenetische Faktoren eine Rolle in der Pathogenese und Progression der MPN. Generelles Ziel des SFBs ist es, die komplexe Maschinerie der zellulären, biochemischen und funktionellen Netzwerke, welche der Pathogenese und Progression der MPN zugrunde liegen, verstehen zu lernen, aus den entsprechenden Netzwerkanalysen und den davon abgeleiteten Konzepten relevante Target-Muster in den SC der MPN zu identifizieren und mit deren Hilfe neue Therapiestrategien zu konzipieren. Das spezifische Langzeitziel des SFBs ist dabei, neue stammzell-eradizierende Therapiekonzepte in den Ph+ und Ph- MPN zu entwickeln. Die Ph+ chronisch myeloische Leukämie wird in diesem SFB als paradigmatisches Krankheitsmodell fungieren. Weitere Krankheitsmodelle, welche schwerpunktmäßig in diesem SFB untersucht werden sollen, sind die JAK2 V617-mutierten MPN, die KIT D816V+ Systemische Mastozytose und die Mastzellen-Leukämie sowie die FIP1L1/PDGFRA+ chronische Eosinophilen-Leukämie. Es ist zu erwarten, dass Resultate, welche im Rahmen des SFBs generiert werden, unser  Verständnis von der Pathogenese der MPN substanziell verbessern und zu einer verbesserten Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen führen werden.

Durchschnittlich beschäftigte NachwuchswissenschafterInnen
9

Höhe der FWF-Förderung
3.553.865,64 €

Internationale Kooperationspartner

  • Mario Cazzola (University of Pavia, Italy)
  • Radek Skoda (University Hospital Basel, Switzerland)
  • Alessandro Vannucchi (University of Florence, Italy)
  • Hans-Peter Horny (Ludwig Maximilians University Munich, Germany)
  • Andreas Reiter (Universitätsmedizin Mannheim, Germany)
  • Karl Sotlar (Ludwig Maximilians University Munich, Germany)
  • Michel Arock (Ecole Normale Supérieure de Cachan, France)
  • Alberto Orfao (Universidad de Salamanca, Spain)
  • Connie Eaves (Terry Fox Laboratory, Vancouver, Canada)
  • Kimmo Porkka (University Helsinki, Finland)
  • Johan Richter (University Lund, Sweden)
  • Jane Apperley (Imperial College-Hammersmith Hospital, London, United Kingdom)
  • Torsten Haferlach (Munich Leukemia Lab [MLL], Germany)
  • Giovanni Martinelli (University Bologna, Italy)
  • Marcos Malumbres (Spanish National Cancer Research Centre, Madrid, Spain)
  • Erwin Wagner (Spanish National Cancer Research Centre, Madrid, Spain)
  • Fabrice Gouilleux (Université de Picardie J. Verne, Amiens, France)
  • Kevin Bunting (Emory University, Atlanta, USA)
  • Jason Gotlib (Stanford University, USA)
  • Scott Lowe (Memorial Sloan-Kettering Cancer Center, New York, USA)
  • James Bradner (Dana-Farber Cancer Institute, Boston, USA)
  • Michael Deininger (Huntsman Cancer Institute, Salt Lake City, Utah, USA)
  • John Kuriyan (University of California, Berkeley, USA)
  • Roberto Sitia (Fondazione San Raffaele Del Monte Tabor, Milano, Italy)
  • Francesco Luigi Gervasio (Spanish National Cancer Research Centre, Madrid, Spain)
  • Oliver Hantschel (École Polytechnique Fédérale de Lausanne, Switzerland)
  • Shohei Koide (The University of Chicago, USA)

Principal Investigators (PI)

  • Robert Kralovics
  • Thomas Lion
  • Richard Moriggl
  • Veronika Sexl
  • Giulio Superti-Furga
  • Peter Valent
  • Sabine Zöchbauer-Müller
  • Johannes Zuber

Sprecher des SFBs
Peter Valent, Universitätsklinik für Innere Medizin I, Medizinische Universität Wien

peter.valent(at)meduniwien.ac.at

Website: www.sfb-mpn.at

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Kontakt
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Haus der Forschung
1090 Wien, Sensengasse 1
T: +43/1/505 67 40-0, F: +43/1/505 67 39
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Sabine Haubenwallner
DW 8603, sabine.haubenwallner(at)fwf.ac.at