F 61 - Mathias Müller - Chromatinlandschaften prägende Monarchien und Hierarchien

Sprecher:
Mathias Müller

bewilligt: 2016

Universität/Forschungsstätte
: Veterinärmedizinische Universität

mathias.mueller(at)vetmeduni.ac.at

www.jak-stat.at

Chromatin – ein übergeordneter Komplex aus eng verpackter DNA, Proteinen und RNA und dessen 3D-Struktur, auch ‘Landschaft’ genannt – hat einen entscheidenden Einfluss auf die Zugänglichkeit von Genen für regulierende Proteine. ‘Chromatin Umgestaltung’ findet an noch wenig definierten strukturellen Organisationseinheiten statt und wird durch biochemische Modifizierungen und Proteine, die diese lesen, einbauen und wieder löschen können, reguliert. JAKs (Janus Kinasen) und STATs (“signal transducers and activators of transcription”) sind wichtige Moleküle zur biochemischen Signalübertragung, die eine schnelle Kommunikation zwischen Zellen ermöglichen. JAKs and STATs übertragen Signale von der Zelloberfläche zum Zellkern und programmieren die Funktion der Zelle durch Veränderung der Genexpression. Es ist bekannt, dass es Synergien zwischen Komponenten des JAK-STAT Signalweges und Proteinen gibt, die die Chromatinstruktur umgestalten. Chromatin umstrukturierende Proteine und JAKs oder STATs sind in vielen Krebsarten dereguliert, z.B. durch genetische Veränderung, Überaktivierung oder Verlust. Dadurch entsteht ein einzigartiges und komplexes “Krankheits-Genom/Chromatin”. Unsere Mission ist es herauszufinden, wie diese mutierten oder differenziell aktivierten Proteine miteinander interagieren und dadurch Krebs verursachen. Die Chromatin-Landschaft ändert sich auch bei der Differenzierung von Immunzellen in Zellen mit spezialisierter Funktion, z.B. bei der Erkennung und Eliminierung von Krankheitserregern. Zudem können diese Veränderungen auch immunologisches Gedächtnis bilden. Alle diese Prozesse werden auch durch JAK-STAT Signalübertragung beeinflusst, wobei noch unklar ist, wie die verschiedenen Signale vernetzt sind. Insbesondere ist die Hierarchie der regulierenden Proteine unklar und es ist offen, wer der ‘Monarch’ bei der Umstrukturierung des Chromatins beziehungsweise der Genregulation ist.

Wir werden die Landschaft des Chromatins, wie sie durch JAKs und STATs verändert wird, im gesunden und im erkrankten Zustand analysieren. Das Verständnis der Dynamik und der Rekonfiguration des Chromatins wird es uns ermöglichen, infektiöse Krankheiten und Blutkrebs beim Menschen mit Krankheitsmodellen in genetisch veränderten Mäusen zu vergleichen und an diesen neue therapeutische Konzepte zu testen. Alle Arbeiten erfüllen die ethischen Richtlinien und 3R Prinzipien bezüglich der Analyse von Proben aus Patienten und Experimenten an Tieren. Unsere interdisziplinäre Netzwerkexpertise basiert auf “next generation” Gesamtgenom- und Proteom-Technologien und einer starken bioinformatischen Kernkompetenz. Sieben international führende Gruppen mit Expertise in Epigenetik, Immunologie, Infektionsmedizin, Transgenetik, Onkologie, molekularer Pharmakologie und translationaler Medizin vereinigen ihre Kräfte mit der Vision, die Ära der personalisierten Präzisionsmedizin weiterzuentwickeln. Gruppen der Universität Wien Thomas Decker), der Medizinischen Universität Wien (Sylvia Knapp), des Forschungszentrums für Molekulare Medizin (CeMM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Christoph Bock) unter der Führung der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Richard Moriggl, Mathias Müller, Veronika Sexl, Birgit Strobl) vernetzen sich. Dies ermöglicht eine optimale Nutzung der Infrastrukturen und schafft Synergien, die auch durch die Erfahrung und ausgezeichneten Kompetenzen der mitwirkenden ForscherInnen gewährleistet sind.

Durchschnittlich beschäftigte NachwuchswissenschafterInnen
10 PhD, 3 PostDocs funded by FWF, 2 PhD and 1 PostDoc funded by universities

Höhe der FWF-Förderung
4.145.106 €

Internationale Kooperationspartner

  • Amit, Ido, PhD, Weizmann Institute of Science, Isreael
  • Bunting, Kevin, Prof. Dr., Aflac Cancer and Blood Disorders Cente, Emory University, Atlanta, U.S.A.
  • Colonna, Marco, Prof. MD, Dept. of Pathology and Immunology, Washington University School of Medicine USA
  • Esteller, Manel, Prof., Group, Cancer Epigenetics and Biology Program (PEBC), Bellvitge Biomedical Research Institute (IDIBELL), Spain
  • Gunning, Patrick, Prof. Dr., Department of Chemical and Physical Sciences, University of Toronto, Mississauga, Canada
  • Han, Xiaonan, Prof. Dr., Children´s Research Center, Cincinnati, U.S.A.
  • Hennighausen, Lothar, Prof. Dr., NIDDK, National Institute of Health, Washington D.C., Bethesda, U.S.A.
  • Horvath, Curt, Prof. PhD, North Western University Chicago U.S.A.
  • Ivashkiv, Lionel, PhD, Weill Cornell Medical College and HSS Genomics Research Center New York U.S.A.
  • Jonjic, Stipan, Prof. PhD MD, Dept. Histology and Embryology & Center for Proteomics, Faculty of Medicine, University of Rijeka HR
  • Levy, David E., Prof., New York University School of Medicine, New York University, U.S.A.
  • Malumbers, Marcos, PhD, CNIO Spanish National Cancer Research Center, Madrid Spain
  • Mandelboim, Ofer, Prof. PhD MD, Lautenberg Center for General and Tumor Immunology, Hebrew University Hadassah Medical School, Jerusalem, Israel
  • McKenzie, Andrew, Prof. PhD, Laboratory of Molecular Biology, MRC Cambridge UK
  • Merad, Miriam, Prof. MD PhD, Icahn School of Medicine, Mount Sinai Hospital, New York U.S.A.
  • Poli, Valeria, Prof. PhD, Department of Molecular Biotechnology and Health Sciences, Molecular Biotechnology Center, University of Torino, Italy
  • Stark, George R., PhD, Dept. of Cancer Biology, Cleveland Clinic, U.S.A.
  • Stunnenberg, Henk, Prof., Department of Molecular Biology, Radboud Institute for Molecular Life Sciences (RIMLS), NL

Principal Investigators (PI)

  • Christoph Bock
  • Thomas Decker
  • Sylvia Knapp
  • Richard Moriggl
  • Mathias Müller
  • Birgit Strobl (associate member)
  • Veronika Sexl

Sprecher des SFBs
Mathias Müller, Institut für Tierzucht und Genetik, Veterinärmedizinische Universität
mathias.mueller(at)vetmeduni.ac.at


Website: www.jak-stat.at


Kontakt

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Haus der Forschung
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T: +43/1/505 67 40-0, F: +43/1/505 67 39
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