Struktur des Gutachtens

Ein Gutachten muss aus einer schriftlichen Stellungnahme bestehen, wobei die GutachterInnen gebeten werden, auf vorgegebene Fragen zu antworten. Gleichzeitig werden die GutachterInnen gebeten, zu jeder der vorgegebenen Fragen3 entlang der unten angeführten fünf Einstufungen, eine zusammenfassende Bewertung4 abzugeben. Ein Gutachten besteht aus drei Abschnitten: Der erste und zweite Abschnitt wird vollinhaltlich an die AntragstellerInnen übermittelt und beinhaltet auch die zusammenfassenden Bewertungen. Im dritten Abschnitt können GutachterInnen vertrauliche Mitteilungen an den FWF festhalten.

Die GutachterInnen erhalten dazu vom FWF eine kurze Erklärung, in der zusammengefasst ist, an welchen Qualitätsmaßstäben sich die formale Bewertung orientieren soll:

Exzellent = Eine Förderung wird nachdrücklich empfohlen.
Das beantragte Projekt ist nach internationalen Maßstäben unter den besten 5% in seinem Feld anzusiedeln. Es hat das Potenzial, bahnbrechende und/oder außerordentliche Beiträge zur Entwicklung des Wissensstandes zu leisten. Die Antragstellerin / Der Antragsteller und die involvierten Forscherinnen/Forscher ist/sind nach internationalen Maßstäben hervorragend qualifiziert.

Sehr gut = Eine Förderung wird empfohlen.
Das beantragte Projekt ist nach internationalen Maßstäben unter den besten 15% in seinem Feld anzusiedeln. Es befindet sich im internationalen Spitzenfeld des Forschungsgebietes, allerdings wären noch geringfügige Verbesserungen möglich. Die Antragstellerin / Der Antragsteller und die involvierten Forscherinnen/Forscher ist/sind nach internationalen Maßstäben sehr gut qualifiziert.

Gut = Eine erneute Einreichung mit einigen Überarbeitungen wird empfohlen.
Das beantragte Projekt ist nach internationalen Maßstäben kompetitiv, weist aber einige Schwächen auf und/oder die Antragstellerin / der Antragsteller und die involvierten Forscherinnen/Forscher ist/sind nach internationalen Maßstäben gut qualifiziert.

Durchschnittlich = Eine erneute Einreichung kann erst nach größeren Überarbeitungen erfolgen.
Das beantragte Projekt wird zu einigen neuen Erkenntnissen führen, weist aber bedeutende Schwächen auf und/oder die Antragstellerin / der Antragsteller und die involvierten Forscherinnen/Forscher ist/sind nach internationalen Maßstäben angemessen qualifiziert.

Unzureichend = Eine Ablehnung wird empfohlen.
Das beantragte Projekt ist qualitativ unzureichend und/oder die Antragstellerin/der Antragsteller und die involvierten Forscherinnen/Forscher ist/sind nach internationalen Maßstäben nicht ausreichend qualifiziert.

Falls der Text eines Gutachtens nicht aussagekräftig ist, wird das Gutachten nicht gewertet. Die GutachterInnen sind aufgefordert, mögliche Interessenkonflikte zu deklarieren. Wenn eine Befangenheit im Nachhinein festgestellt wird, kann das Gutachten ebenfalls nicht gewertet werden.

3 Die Fragen an die GutachterInnen können je nach Programm und dessen Zielen variieren und sind i. d. R. jeweils im Anhang der entsprechenden Antragsrichtlinien zu finden.

4 Für Wittgenstein-Nominierungen gibt es keine zusammenfassenden Bewertungen, sondern ausschließlich ein schriftliches Gutachten.