Fördert der FWF auch angewandte Forschung?

Der FWF fördert keine angewandte Forschung, sondern Grundlagenforschung. Darunter ist jene Forschung zu verstehen, die erkenntnisorientiert ist und deren Wert sich in erster Linie aus ihrer Bedeutung für die Weiterentwicklung der Wissenschaft ergibt. Der FWF steht aber jeder Anwendung, die aus Ergebnissen der von ihm geförderten Projekte folgt, sehr positiv gegenüber. Die FFG ist Ansprechpartner für anwendungsorientierte Forschungsprojekte.

Gibt es Quoten für Wissenschaftsdisziplinen?

Nein. Der FWF kennt keine Quotenregelung: Anträge aller Wissenschaftsdisziplinen stehen in freiem Wettbewerb zueinander.

Werden Dissertationen gefördert bzw. ist eine Dissertation als Projektantrag möglich?

Der FWF vergibt keine individuellen Dissertationsstipendien; im Rahmen eines FWF-Projekts können DoktorandInnen aber für wissenschaftliche Arbeiten angestellt werden, in deren Rahmen auch Dissertationen gemacht werden können. Der FWF unterstützt dadurch im Rahmen dieser Projekte die akademische Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Zusätzlich unterstützt der FWF bestehende Doktoratsprogramme im Rahmen des Programms doc.funds.

Gibt es Einreichfristen?

Für viele Programme können Anträge laufend eingereicht werden. Für eine Auflistung der Programme mit Einreichfristen siehe die Ausschreibungsübersicht.

Muss der Antrag bei Programmen mit Einreichfristen schon am letzten Tag der Einreichfrist beim FWF eingelangt sein?

Die Frist gilt als eingehalten, wenn der Poststempel der Aufgabe spätestens auf den letzten Tag der Frist lautet.

Kann ich Unterlagen nachreichen?

Der Antrag sollte zum Zeitpunkt der Einreichung komplett sein. Allfällige Mängel können innerhalb einer Frist von max. 3 Wochen behoben werden. Nach Einleitung des Begutachtungsverfahrens können jedoch keine Änderungen am Antrag mehr vorgenommen werden. Bei Programmen mit Einreichfristen müssen festgestellte Mängel von den AntragstellerInnen innerhalb von max. 10 Kalendertagen nach Zustellung der Mängelinformation durch den FWF behoben werden.

Wer begutachtet den Antrag?

Anträge werden ausschließlich von FachgutachterInnen aus dem Ausland begutachtet (international peer review). Bei Projekten mit interdisziplinärem Charakter wird dieses Ziel im Rahmen einer entsprechenden Auswahl der GutachterInnen berücksichtigt. Eine ausführliche Darstellung des Entscheidungsverfahrens findet sich hier(pdf, 221KB).

Wer entscheidet über den Antrag?

Die Entscheidung über die Vergabe wird vom Kuratorium des FWF auf Grundlage der schriftlichen Gutachten getroffen oder auf Basis von Protokollen, die aufgrund von Hearings mit Begutachtungspanels angefertigt werden (z. B. SFB). In einigen Programmen basiert die Entscheidung auf dem Vorschlag einer Jury bzw. eines Boards (START/Wittgenstein, PEEK, Zukunftskollegs).

Kuratorium
START-/Wittgenstein-Jury
PEEK-Board

Muss der Antrag auf Englisch eingereicht werden?

Um die Begutachtung durch internationale wissenschaftliche ExpertInnen zu gewährleisten, sind die Anträge in englischer Sprache einzureichen – fakultativ kann eine Version in Deutsch oder in einer anderen Fachsprache zusätzlich beigefügt werden. Eine Antragstellung ausschließlich in Deutsch oder in einer anderen einschlägigen Fachsprache außer Englisch kann nur in Ausnahmefällen erfolgen. Diese Ausnahmen betreffen ausschließlich Anträge aus den Sprach- und Literaturwissenschaften, wenn sie nur deutschsprachige bzw. anderssprachige (außer englischsprachige) Texte bearbeiten. In jedem dieser Fälle ist ausnahmslos vor Einreichung des Antrags Rücksprache mit den jeweils zuständigen ProjektbetreuerInnen in den Fachabteilungen des FWF zu halten und anschließend ein wissenschaftliches Abstract zum Projekt mit einer kurzen, überzeugenden wissenschaftlichen Begründung vorzulegen. Die abschließende Entscheidung obliegt den Gremien des FWF. In den folgenden Programmen ist allerdings eine Einreichung in englischer Sprache ohne Ausnahme zwingend notwendig: KLIF, SFB, Forschungs-gruppen, Zukunftskollegs.

Kann auch das Gehalt der Projektleiterin/des Projektleiters im Rahmen eines Projektes finanziert werden? Muss man eine Anstellung an einer Universität haben?

Für Personen, die ausreichend fachlich qualifiziert und forschungserfahren sind (in der Regel Postdocs), besteht die Möglichkeit, als ProjektleiterIn ihr Gehalt aus dem FWF-Projekt zu finanzieren. Solche Personen haben den Status eines „FWF-Fellows“ (SelbstantragstellerIn). FWF-Fellows an Universitäten bzw. an außeruniversitären Forschungsstätten (AUF), die ein entsprechendes Abkommen mit dem FWF haben (z. B. ÖAW, AIT, LBG …), erhalten einen Dienstvertrag. Es ist jedenfalls ein Nachweis über die Arbeitsmöglichkeiten für den Zeitraum der Durchführung des Projekts erforderlich. Eine ausführliche Beschreibung der Selbstantragstellung findet sich hier(pdf, 108KB).

Ist es möglich, auch eine teilweise Selbstantragstellung zu beantragen (wenn ich z. B. eine 50-Prozent-Universitätsanstellung habe)?

Ja, das ist möglich, außer die programmspezifischen Richtlinien schließen dies aus. Es ist auch möglich, sich für die Dauer einer Projektleitung als SelbstantragstellerIn von einer Universitätsstelle teilweise karenzieren zu lassen. Allerdings wird die anteilige Selbstantragsstelle nur in der Höhe der FWF-Sätze finanziert.

Kann man als SelbstantragstellerIn zwei Projekte gleichzeitig beantragen?

Ja, wenn es sich um Projektanträge mit unterschiedlichen Forschungsinhalten handelt (es gilt das Verbot der Doppelförderung). Es kann in beiden Anträgen ein Gehalt beantragt werden. Der/Die AntragstellerIn muss jedoch spätestens bei Einreichung des zweiten Projekts festlegen, in welchem der beiden Projekte er/sie das Gehalt beziehen will.

Werden beide Projekte bewilligt, bezieht die Projektleitung ihr Gehalt aus dem von ihr angegebenen Projekt.

Muss man als FWF-ProjektleiterIn die österreichische Staatsbürgerschaft haben?

Nein. Im Falle der Beantragung von Gehaltskosten für die Projektleitung (FWF-Fellow, Selbstantragstellung) gilt allerdings: Der/Die AntragstellerIn muss entweder während der letzten 10 Jahre zum Zeitpunkt der Antragstellung einen mindestens dreijährigen Aufenthalt („Zentrum der Lebensinteressen“) in Österreich nachweisen, oder der/die AntragstellerIn muss die letzten zwei Jahre vor dem Zeitpunkt der Antragstellung durchgängig in Österreich wissenschaftlich tätig gewesen sein; beides unabhängig von der Staatsbürgerschaft. Keine Antragsberechtigung besteht, wenn keine dieser beiden Voraussetzungen erfüllt ist. (Ausnahmen: Lise-Meitner-, PEEK- und START-Programm).

Wird vom FWF eine Liste mit GutachterInnenvorschlägen seitens der AntragstellerInnen gewünscht?

Eine Vorschlagsliste mit potenziellen FachgutachterInnen wird vom FWF nicht berücksichtigt und ist nicht erwünscht. AntragstellerInnen können jedoch eine Ausschlussliste mit der Nennung von max. 3 potenziellen GutachterInnen beilegen, die aufgrund von möglichen Befangenheiten nicht mit der Begutachtung des Antrags befasst werden sollen. Die Auswahl muss kurz begründet werden und wird nach einer fachlichen Prüfung im Regelfall berücksichtigt.

Muss ich bereits publiziert haben, um beim FWF ein Projekt einzureichen, und wenn ja, was sind die Voraussetzungen?

Für alle Programme des FWF (mit Ausnahme von PEEK und Selbstständigen Publikationen) ist die wissenschaftliche Qualifikation zur Projektdurchführung durch eine dem Karriereverlauf entsprechende Publikationsleistung zu belegen. Maßgeblich dabei sind Kriterien wie Peer-Review, Anzahl und Qualität sowie Internationalität. Zum Zeitpunkt der Antragstellung müssen zumindest zwei Publikationen der letzten 5 Jahre diese Anforderungskriterien belegen. Die Voraussetzungen im Detail entnehmen Sie bitte den jeweiligen Antragsrichtlinien. Wird eines oder mehrere der angeführten Kriterien nicht erfüllt, ist dem Antrag eine Begründung beizulegen. In Zweifelsfällen obliegt das abschließende Urteil über die ausreichende wissenschaftliche Qualifikation den Gremien des FWF.

Warum sind internationale und/oder referierte Publikationen Voraussetzung?

GutachterInnen sind aufgefordert einzuschätzen, ob die AntragstellerInnen potenziell in der Lage sind, das beantragte Forschungsprojekt umzusetzen. Dies ist nur möglich, wenn bereits international sichtbare Publikationen vorliegen.

Zusätzlich sind internationale und/oder referierte Publikationen für GutachterInnen notwendige Anhaltspunkte, ob die bisherigen Publikationen einer Qualitätskontrolle unterzogen wurden oder einem breiteren internationalen Fachpublikum – über Österreich hinaus – zugänglich sind.

Was sind die Open Research Data Policy und der Data Management Plan (DMP)?

Die Open Research Data Policy und der Data Management Plan beschreiben, wie Daten für ein Forschungsprojekt gesammelt, organisiert, gespeichert, gesichert, aufbewahrt, geteilt, archiviert und vernichtet werden. Ein DMP muss nicht bei der Antragstellung, sondern erst nach der Bewilligung eingereicht werden. Die Einreichung ist Voraussetzung für den Projektbeginn. Es wird daher dringend empfohlen, sich bereits bei der Ausarbeitung des Antrags mit den Kriterien zu beschäftigen.

Informationen zur Open Research Data Policy und zum Data Management Plan.

zurück zur Übersicht