Forschungsgruppen: Standortunabhängige Vernetzung von inter- oder multidisziplinären Teams aus drei bis fünf Forschenden

Mit Unterstützung der Nationalstiftung schreibt der FWF im März 2018 die „Forschungsgruppen“ aus. Der Konzeptantrag muss auf Basis der Richtlinien bis zum 30.September 2018 eingereicht werden.

Zielgruppe

  • Ein Team aus 3-5 international herausragenden Forscherinnen und Forschern aller Wissenschaftsdisziplinen1, insbesondere auch der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, bilden eine Forschungsgruppe an österreichischen Forschungsstätten. Die  Beteiligung an einer Forschungsgruppe ist zusätzlich zur aktuell gültigen Projektzahlbeschränkung von zwei FWF-Projekten möglich.
  • Forschende mit einer 25%igen Anbindung an eine österreichische Forschungsstätte können sich an einer Forschungsgruppe beteiligen2.
  • Ein/e Forscher/in tritt als Koordinator/in der Forschungsgruppe auf.
  • Die formale Antragstellung erfolgt durch die österreichische Forschungsstätte; es besteht keine Begrenzung der Zahl der Anträge, die von einer Forschungsstätte eingebracht werden können. Eine Forschungsstätte kann somit mehrere Anträge stellen.

Zielsetzung

  • Förderung von Kooperationsprojekten zwischen Forschenden an kleineren Standorten bzw. in bestimmten Wissenschaftsdisziplinen, die in kleineren Formaten kooperieren
  • Mittelfristige Forschungszusammenarbeit (bis zu 5 Jahre) zu einem komplexen, aktuellen Thema in gemischten Teams von mind. 3 bis max. 5 Forschenden (mind. ein Drittel des unterrepräsentierten Geschlechts, wobei das Geschlechterverhältnis im Team im Rahmen der Begutachtung als entscheidungsrelevantes Kriterium definiert wird)
  • Inter- oder multidisziplinäre, innovative Forschungszusammenarbeit, die ein Thema vertieft oder neu konsolidiert 
  • Integration von Nachwuchswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern in leitender Funktion
  • Beschreibung einer Internationalisierungsstrategie zur Anbindung an die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft

Anforderungen

Vor der Einreichung eines Konzeptantrages (Veröffentlichung der Antragsrichtlinien Ende März 2018) müssen die Forschenden der Forschungsgruppe gemeinsam eine Abstimmung zu den unten dargestellten thematischen Anforderungen (z.B. Forschungsprogramm, Team etc.) vornehmen:

Forschungsprogramm

  • Stand der Forschung, auf der die Forschungsgruppe aufbaut
  • Multi-/interdisziplinäre3, innovative4 Forschungsansätze im Forschungsprogramm der Forschungsgruppe
  • Darstellung der gemeinsamen Ziele und Forschungsfragen in der Forschungsgruppe; im Falle eines interdisziplinären Forschungsansatzes:
    • unter Verwendung einer kohärenten und konsistenten Begrifflichkeit
    • durch Identifizierung der relevanten Merkmale des Problems
    • durch Darstellung der zu untersuchenden Aspekte
    • durch die Zusammenführung der verschiedenen disziplinären Theorien zu einem gemeinsamen theoretischen Ansatz
    • durch die Darstellung wie die Synthese gebildet wird – gemeinsame „Sprache“, theoretische Basis, Einzelleistungen
  • Prägnante Darstellung des innovativen und „cutting-edge“ Charakters des Forschungsthemas
  • Beschreibung der thematischen Kohärenz und des zu erwartenden Innovationswertes durch die Zusammenarbeit in der Forschungsgruppe;
  • Reflexion/Konzept zur gendergerechten Ausrichtung der Forschungsansätze sofern thematisch relevant; Reflexion zu ethischen Aspekten

Qualität und Zusammensetzung des Forschungsteams

  • Für jede/n Wissenschaftler/in
    • Beschreibung der Qualifikation, Darstellung der Expertise, des wissenschaftliches Potenzials, der verfügbaren Kapazität und der wissenschaftlichen Vision
    • Internationale Kooperation(en)
  • Für das Team
    • Darstellung der internen Zusammenarbeit, Kommunikationsstruktur sowie Strategie zum internationalen Austausch

Weiterreichende Effekte

Disseminationsstrategien und Wissenschaftskommunikation: Maßnahmen im Hinblick auf Sichtbarkeit der Forschungsgruppe

Begutachtungsverfahren

Für jeden formal entsprechenden Konzeptantrag werden vom FWF mindestens drei externe Gutachten eingeholt. Im Falle der Bewilligung des Konzeptantrages im März 2019 wird die Forschungsgruppe zum Vollantrag eingeladen, die entsprechenden Richtlinien dazu werden mit dieser Einladung übermittelt. Dieser Vollantrag ist entsprechend zu gestalten und mit der antragstellenden bzw. der/den beteiligten Forschungsstätte/n abzustimmen. Die eingereichten Vollanträge werden von einem Panel begutachtet. Der genaue Ablauf der Begutachtung des Vollantrages wird mit den Richtlinien zum  Vollantrag übermittelt. Die Entscheidung zu den Vollanträgen wird im November 2019 getroffen.

Dauer

Maximal 5 Jahre

Höhe

Maximal 300.000 Euro/Jahr; diese Kosten finanzieren: Personalkosten für die eigene Stelle sowie Mitarbeiter/innen (PhDs, Postdocs), Material-, Geräte-, Reise-, Sonstige Kosten und 5 % allgemeine Projektkosten

Konzeptantrag

Der Konzeptantrag ist bis spätestens 30.09.2018 durch die Forschungsstätte beim FWF einzureichen (Veröffentlichung der Konzeptrichtlinien Ende März 2018 auf der FWF-Homepage).

Downloads
Antragsunterlagen

1 Die wissenschaftliche Qualifikation zur Projektdurchführung ist durch internationale Publikationen zu belegen (in einer dem Karriereverlauf entsprechenden Anzahl) siehe SFB-Programm S.2 http://www.fwf.ac.at/fileadmin/files/Dokumente/Antragstellung/SFBs/g_antragsrichtlinien.pdf(pdf, 371KB).
Forschende, die ein Medizinstudium in Österreich abgeschlossen haben, sind nur mit Abschlüssen nach N, O, Q 201 oder N, O, Q 094 bzw. nach N, O 790, Q 794 oder N 090 zur Antragstellung berechtigt (im Lebenslauf anzuführen).

2 Bei 25%iger Anbindung per Dienstvertrag an einer österreichischen Forschungsstätte kann sich eine Forscherin/ein Forscher nach Rücksprache mit dem FWF im Programm Forschungsgruppen beteiligen.

3 „Interdisziplinarität“ bezeichnet ein integrationsorientiertes Zusammenwirken von Personen aus mindestens zwei Disziplinen im Hinblick auf gemeinsame Ziele und Ergebnisse, in dem die disziplinären Sichtweisen zu einer Gesamtsicht zusammengeführt werden.

4 Fragen an die/den Gutachter/in: How does the proposal advance frontier research and unconventional scientific approaches? Does the proposed project have the potential to question and/or change existing paradigms in the fields involved or beyond?