Der Politikwissenschaftler Reinhard Heinisch und der Politikberater Peter Rough diskutierten am 13. Oktober online darüber, ob die amerikanische Gesellschaft tatsächlich so tief gespalten ist wie oft vermutet wird und welche Auswirkungen das Wahlergebnis auf die USA, Europa und die Welt haben wird.

FWF-Präsident Klement Tockner und Martin Fleischhacker, Geschäftsführer der Wiener Zeitung, begrüßen die Podiumsgäste der 71. Am-Puls-Veranstaltung des FWF zu den Wahlen 2020 in den USA: Politikwissenschaftler Reinhard Heinisch von der Universität Salzburg und Politikberater Peter Rough vom Hudson Institute in Washington.

Prof. Dr. Reinhard C. Heinisch
Professor of Austrian Politics in Comparative European Perspective
Department of Political Science & Sociology, Chair
University of Salzburg

Für ihn ist Donald Trump ein Vertreter des radikalen Rechtspopulismus und zielt auf weiße Identitätspolitik, gesellschaftliche Spaltung und Nationalismus ab. Trumps mangelnde Kompetenz war vorauszusehen, nicht jedoch das Ausmaß an öffentlicher Korruption. Der Staatsapparat wird zum persönlichen und politischen Vorteil instrumentalisiert. Möglich gemacht wird dies durch eine flexible Verfassung, die auf einen bewussten Normenbrecher nicht vorbereitet war. Daraus resultiert eine für die westliche Gemeinschaft mehrfach gefährliche Konstellation.

Peter Rough
Senior Fellow
Hudson Institute, Washington

Er würde die Wahl als wirklich richtungsentscheidend bezeichnen – geprägt von unterschiedlichen Weltbildern, die aufeinander prallen. Die Republikaner wandeln sich seiner Meinung nach in eine national-konservative Partei, die der Arbeiterschicht nahe steht, während sich die Demokraten immer weiter nach links verabschieden. Die schon existierende Polarisierung im Links-Rechts-Spektrum wird neu gegossen und durch unterschiedliche Faktoren auch verschärft: eine veränderte Medienlandschaft, politisch aufgestellte Wahlbezirke usw. Er stellt die Frage: Wie ticken denn nun die amerikanischen Wählerinnen und Wähler, die ständig in Bewegung sind?

Birgit Dalheimer

Moderation, ORF Ö1

Die Veranstaltung fand online in Kooperation mit der Wiener Zeitung statt.

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