Die HerausgeberInnen einiger sehr renommierter Fachzeitschriften haben die San Francisco Declaration on Research Assessment initiiert, die sich gegen eine einseitige Verwendung bibliometrischer Metriken wendet. Die Deklaration ist mittlerweile von weiteren führenden Forschungsinstitutionen, Fachzeitschriften und Fördergebern unterschrieben worden.

Die Petition wendet sich nicht gegen die Verwendung von bibliometrischen Kennzahlen, sondern vor allem gegen die Reduzierung auf den sogenannten Journal Impact Factor (JIF). Seine alleinige Verwendung bei der Einschätzung von Forschungsleistungen kann einer Reihe von Verzerrungen Vorschub leisten und bildet die Leistungen von WissenschafterInnen oder Forschungsinstitutionen nur sehr unzureichend ab. Zudem wurden über die letzten Jahre, insbesondere durch das Internet und Open Access, ergänzende und alternative Metriken entwickelt, die zusammengenommen ein differenziertes Bild liefern können. Daneben weist die Deklaration darauf hin, dass in Zukunft neben Publikationen auch Datensätze und andere Forschungsleistungen bei Leistungsmessungen mit berücksichtigt werden sollten.
Schließlich hebt die Deklaration hervor, dass vor jeder Verwendung von quantitativen Kennzahlen die Qualität des Peer Review Verfahrens steht, das Bestandteil jeder Leistungsmessung sein sollte.

Der FWF wendet für seine Entscheidungsfindungen keine metrischen Kennzahlen, sondern ausschließlich das Peer Review Verfahren an. Allerdings ist dem FWF bewusst, dass GutachterInnen manchmal solche Kennzahlen zur Beurteilung der wissenschaftlichen Qualität von Personen heranziehen. Mit der Unterstützung der Petition will der FWF daher verstärkt für einen ausgewogeneren Umgang sensibilisieren. Bibliometrische Kennzahlen können informativer Bestandteil des Peer Review Verfahrens sein, sie können es aber nicht ersetzen.

San Francisco Declaration on Research Assessment:
http://www.ascb.org/dora/

Kontakt:

Falk Reckling

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