Für die Fortsetzung seiner Arbeit an der Verbesserung der Zukunftsfähigkeit des Landes benötigt der Wissenschaftsfonds rasch Budgetklarheit und Planungssicherheit. Ein dringender Appell an die Verhandlungsteams der laufenden Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Bundesregierung.

Um im Jahr 2014 und in den kommenden Jahren einen entscheidenden Beitrag für die Innovationskraft Österreichs leisten zu können, braucht der Wissenschaftsfonds FWF als zentrale Institution zur Förderung der Grundlagenforschung rasch eine klare und stabile Planungsgrundlage für seine Bewilligungsbudgets in der kommenden Legislaturperiode sowie eine fixierte Wachstumstangente, um den erfolgreichen Aufholprozess der heimischen Wissenschaft in Umfang und Qualität fortsetzen und – im Sinne der FTI-Strategie der österreichischen Bundesregierung – maßgeblich unterstützen zu können. 

Der Wissenschaftsfonds finanziert die Gehälter von rund 3.800 jungen Forscherinnen und Forschern, die in Projektteams der besten Wissenschafterinnen und Wissenschafter des Landes arbeiten. Dieses enorme Potenzial, das in und für Österreich arbeitet, soll ausgebaut werden, um qualitätsorientiert die Forschungsleistung unseres Landes weiter zu heben. Der FWF ist der zentrale Förderer des wissenschaftlichen Nachwuchses Österreichs. Österreich hat über einen gut aufgestellten FWF die Chance, hervorragende Forscherinnen und Forscher in Österreich zu stärken, unseren Nachwuchs qualitätsorientiert zu entwickeln und zusätzlich exzellente Leute nach Österreich zu holen. 

Österreich hat sich in den vergangenen Jahren als Standort ausgezeichneter wissenschaftlicher Forschung in Europa positioniert. Das Ergebnis dieser erfolgreichen Anstrengungen soll keinesfalls durch Verunsicherung der Scientific Community, die auf den FWF als zentrale Finanzierungsquelle unabhängiger wissenschaftlicher Forschung – made in Austria – baut, aufs Spiel gesetzt werden. 

Hoch entwickelte Wirtschaftsstandorte sind zunehmend darauf angewiesen, dass das Innovationssystem radikale Neuerungen hervorbringt. Diese radikalen Innovationen gehen von Ergebnissen der Grundlagenforschung aus. Ohne starke, robust aufgestellte Grundlagenforschung sind heute radikale Innovationen nicht erzielbar, denn nur mit ihr kann die gesamte Innovationskette optimal funktionieren. Österreich braucht deshalb einen starken, finanziell robust aufgestellten Wissenschaftsfonds. 

Die laufenden Koalitionsverhandlungen geben Anlass zur Sorge, dass Österreich vor allem in Relation zu den wichtigsten Referenzländern sein wissenschaftliches Potenzial weder voll ausschöpfen noch weiter entwickeln kann, weil dem FWF die finanziellen Mittel fehlen, um alle ausgezeichnet beurteilten Projekte zu fördern, geschweige denn durch neue Initiativen zusätzliche Impulse für den Wissenschaftsstandort zu setzen. 

Wäre der FWF mit Budgetkürzungen konfrontiert, müsste (in einem ersten Schritt) die Einrichtung neuer Doktoratskollegs und großer Schwerpunktprojekte ausgesetzt sowie die Verlängerung erfolgreich laufender Initiativen in diesen Bereichen eingestellt werden. 

Österreich braucht nicht weniger, sondern mehr hochkarätige Forschung. Das ist die einhellige Empfehlung führender Wirtschaftsforscher. Ein mutiger Budgetpfad, ein Offensivbudget in den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Bildung ist deshalb ein Gebot der Stunde. Es liegt an den Verhandlungsteams der laufenden Regierungsbildungsgespräche, die richtigen budgetären Weichenstellungen vorzunehmen, um den Standort Österreich zu stärken. 

Wien, 27. November 2013 

Kontakt:

Mag. Stefan Bernhardt 
FWF – Der Wissenschaftsfonds 
Sensengasse 1-3
A-1090 Wien 
T +43 1 5056740 8111

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