V.l.n.r. Univ.Prof. Dr. Fritz Mitthof, Univ.Prof. Dr. Thomas Corsten, Dr. Franziska Beutler, Wissenschafts- minister Karlheinz Töchterle, Univ.Prof. Dr. Bernhard Palme, Univ.Prof. Dr. Hans Taeuber (Herausgeberteam der Tyche mit Wissenschaftsminister) © Für redaktionelle Zwecke bei Nennung der Quelle kostenfrei. Copyright: FWF/APA-Fotoservice/Rastegar

Minister Töchterle und FWF-Geschäftsführerin Sturn präsentieren Ergebnisse der Ausschreibung

Mit der Genehmigung von Projektmitteln in der Höhe von etwa 420.000 € kommt die im Jahr 2012 vom FWF gemeinsam mit dem BMWF lancierte, neue Förderungsinitiative zur Anschubfinanzierung von Open-Access-Zeitschriften in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften zu einem erfolgreichen Abschluss. Mit einmalig gewährten Mitteln können acht hochqualitative Open-Access-Zeitschriftenformate in die digitale Ära wissenschaftlichen Publizierens starten. 

"Wir setzen damit einen stimmigen Akzent in einem Bereich, der auch in Österreich zunehmend an Bedeutung gewinnt und Wissen sowohl für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als auch einer breiteren Öffentlichkeit wesentlich leichter und schneller zugänglich machen soll", so Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle und FWF-Geschäftsführerin Dorothea Sturn bei der Präsentation im Rahmen eines Besuchs am Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde, Papyrologie und Epigraphik der Universität Wien, wo eines der bewilligten Projekte angesiedelt ist. Wichtig ist aus Sicht des Ministeriums und des FWF auch ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Open-Access-Trend. Dieser soll etwa mit dem unter der Schirmherrschaft der Universitätenkonferenz und des FWF gegründeten "Open Access Netzwerk Austria" (OANA) gewährleistet werden. 

In Abstimmung mit dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMWF) hat der FWF im Oktober 2012 eine Initiative zur Anschubfinanzierung innovativer Open Access Fachzeitschriften in den Geistes- und Sozialwissenschaften gestartet. Die Initiative richtete sich an in Österreich tätige MedieninhaberInnen, und ermöglichte Anträge sowohl für die Neugründung einer Open Access Fachzeitschrift als auch für den Umstieg vom klassischen Subskriptionsmodell auf Open Access. 

Im April 2013 wurden von interessierten Medieninhabern (und wissenschaftlichen Institutionen) zunächst 36 Interessensbekundungen eingereicht; aus diesen identifizierte das FWF-Kuratorium jene 19 Konzepte, die gemäß bestimmter Kriterien, wie internationale Sichtbarkeit, Qualitätssicherung, Langfristigkeit sowie Innovationskraft als vielversprechend eingestuft und zur Einreichung eines Vollantrags durch das FWF-Kuratorium eingeladen wurden. 

Das Zusammenspiel von wissenschaftlicher Qualität, technischer Umsetzung und einer nachhaltigen finanziellen Basis, das eine erfolgsversprechende Fachzeitschrift ausmacht, konnte nach Auffassung der internationalen Gutachterinnen und Gutachter sowie des Kuratoriums des Wissenschaftsfonds von acht Zeitschriften glaubhaft gemacht werden. Das entspricht – gemessen an den Interessensbekundungen – einer Bewilligungsrate von 22%. 

Jene acht Projekte, die eine Anschubfinanzierung erhalten, sind:

ZeitschriftMedieninhaberHerausgeberInnen
Transversal - Journal of Jewish StudiesCentrum für Jüdische Studien, Universität GrazKlaus Hödl, Asher Biemann, Jonathan Skolnik, Gerald Lamprecht
TYCHE - Contributions to Ancient History, Papyrology, and EpigraphyVerlag Holzhausen GmbHThomas Corsten, Fritz Mitthof, Bernhard Palme, Hans Taeuber
TDE - Translingual Discourse in EthnomusicologyUniversität WienRegine Allgayer-Kaufmann, Gerd Grupe, u.a.
RegionWirtschaftsuniversität WienGunther Maier, Michaela Trippl, u.a.
Musicologica Austriaca - Journal for Austrian Music StudiesÖsterreichische Gesellschaft für MusikwissenschaftWolfgang Fuhrmann, Dominik Sedivý
APS - Austrian Journal of Political ScienceÖsterreichischen Gesellschaft für PolitikwissenschaftGilg Seeber, Sonja Puntscher-Riekman, Dieter Segert
MEDIOS - Medieval Worlds Comparative and Interdisciplinary StudiesInstitut für Mittelalterforschung, ÖAWWalter Pohl, Andre Gingrich, u.a.
JRC - Research Cultures: Epistemic Practices in Arts & TechnologyUniversität für Angewandte Kunst

Katharina Holas, Andrew Newmann, Matthias Tarsiewicz

Die Hälfte der Fördersumme wird im März 2014 vom FWF ausgezahlt. Die Auszahlung der zweiten Hälfte erfolgt 18 Monate später, allerdings unter den Bedingungen, dass (a) die Zeitschrift via ISSN und DOAJ registriert wird und (b) eine Darlegung gegenüber dem FWF erfolgt ist, wie etwaige Anregungen und Kritikpunkte aus den Gutachten umgesetzt wurden. 

Für den Erfolg einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift sind die technische Umsetzung und die finanzielle Basis notwendige aber keine hinreichenden Voraussetzungen. Vielmehr steht und fällt der Erfolg mit der Qualität und der damit einhergehenden wissenschaftlichen Reputation der sie tragenden Personen. Wichtig ist nicht nur, dass sehr prominente Persönlichkeiten aus der Wissenschaft als Editorinnen und Editoren oder als Mitglieder für das Editorial Board gewonnen werden, sondern auch, dass einige der prominentesten Vertreterinnen und Vertreter des Faches von Anfang an bereit sind, in der Zeitschrift zu publizieren. 

Die österreichischen Forschungsstätten und Verlage befinden sich derzeit noch am Beginn einer Entwicklung hin zu Strukturen, die Wissenschafterinnen und Wissenschafter bei der technischen und finanziellen Umsetzung von Open Access Publikationsmodellen professionell unterstützen können. Die nunmehr abgeschlossene Initiative stellt einen wichtigen Referenzpunkt in dieser Entwicklung dar. 

Wien, 11. Dezember 2013 

Kontakt:

Mag. Stefan Bernhardt 
FWF – Der Wissenschaftsfonds 
Sensengasse 1-3 
A-1090 Wien 
T +43 1 5056740 8111 

BMWF, Elisabeth Grabenweger 
T: +43 1 53120 DW 9014 
elisabeth.grabenweger(at)bmwf.gv.at

 

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