FWF-Präsidentin Pascale Ehrenfreund respektiert die Vorbehalte und Kritik an der Neuorganisation der Wissenschaftsagenden und betont gleichzeitig die Chancen, die sich aus dieser neuen Konstellation ergeben.

Das Zusammenführen des Wissenschaftsministeriums mit dem Wirtschaftsministerium löst in der österreichischen Scientific Community Beunruhigung aus. Manche sehen die Freiheit der Wissenschaft gefährdet, andere warnen vor einer Ökonomisierung der Forschung. Diese Stimmen sind sehr ernst zu nehmen. 

Seit gestern Nachmittag ist die österreichische Bundesregierung in ihrer neuen organisatorischen und personellen Zusammensetzung angelobt. Bundeskanzler Faymann und Finanzminister Spindelegger als die Spitzen der neuen Bundesregierung haben unisono betont, das Thema Wissenschaft und Forschung sehr ernst zu nehmen und eine "inhaltliche Strategie zu verfolgen, die Forschung in den Mittelpunkt rückt". "Wir als Präsidium des Wissenschaftsfonds nehmen diese Aussagen ebenfalls ernst", so Pascale Ehrenfreund, stellvertretend für das Präsidium des FWF. 

Um der Leitidee "Forschung als wesentliches Zukunftselement Österreichs" zu entsprechen, ist ein strukturell und finanziell gestärkter FWF unentbehrlich. Die Europa 2020 Leitinitiative der "Innovationsunion" konstatiert: "Jedes Glied der Innovationskette muss verstärkt werden, von der "Blue Sky"-Forschung bis zur Vermarktung." Wenn Wissenschaft, Forschung und wirtschaftliche Umsetzung nunmehr in einer Hand koordiniert und politisch verantwortet werden, muss der FWF in seiner Rolle als zentrale Förderungsagentur für Grundlagenforschung in der Lage sein, auf Basis eines stabilen Wachstumspfades neue Initiativen zu setzen. "Wir sind davon überzeugt, dass die Grundlagenforschung und ihre Förderung in einem breit aufgestellten Ministerium einen zentralen Platz einnehmen können. Allerdings müssen sämtliche kreativen Kräfte in der Wissenschaft die Möglichkeit zur Entfaltung haben", erklärt Pascale Ehrenfreund in ihrer Funktion als FWF-Präsidentin. "In diesem Zusammenhang möchte ich auf ein treffliches, in der Lingua franca heutiger Wissenschaft formuliertes Statement von Science Europe hinweisen, in dem es heißt: ‚We ask the Parliament for their support when we say that basic and curiosity-driven, blue sky research must never be allowed to be seen as a luxury. True innovation happens in systems that reward risk and tolerate early failure. Researchers need conditions which ensure that their ideas are the only limitation' ", so Pascale Ehrenfreund. 

Eines der wichtigsten Referenzländer für den Stellenwert von Grundlagenforschung, die Schweiz, zeigt vor, dass dieses Konzept funktionieren kann, wenn die Bedeutung der Grundlagenforschung für den Standort erkannt ist und geschätzt wird. "Bundesminister Mitterlehner hat zu seinem Amtsantritt versprochen, die Freiheit der Wissenschaft, die Unabhängigkeit der Grundlagenforschung und die Autonomie der Universitäten zu wahren. Auf Basis dieses Credos freue ich mich als Präsidentin des FWF auf die kommende gute Zusammenarbeit mit Dr. Reinhold Mitterlehner als Bundesminister der Republik Österreich, der für den FWF zuständig ist", so Pascale Ehrenfreund, um abzuschließen: "Wir nehmen die gestern ausgesprochene Einladung Reinhold Mitterlehners sehr gerne an. Der FWF möchte aktiv daran teilnehmen, den Wissenschafts-und Wirtschaftsstandort Österreich erfolgreich weiterzuentwickeln." 

Wien, 17. Dezember 2013 

Kontakt:

Mag. Stefan Bernhardt 
FWF – Der Wissenschaftsfonds 
Sensengasse 1-3 
A-1090 Wien 
T +43 1 5056740 8111

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