Der FWF führt ab dem 1.1.2015 einige Präzisierungen und Erweiterungen der Open Access Policy und bei der Übernahme von Publikationskosten ein. Grundlage dafür sind u.a. die Studie Developing an Effective Market for Open Access Article Processing Charges (beauftragt vom FWF, Wellcome Trust, Research Councils UK u.a.), die Analyse der FWF-Publikationskosten sowie die internationalen Entwicklungen:


I. Open Access Policy

  • Der Wortlaut der Open Access Policy wird an einigen Stellen präzisiert, der Sinngehalt bleibt in seiner Substanz aber bestehen.
  • In allen Programmen, die keine Budgetobergrenzen haben, sollen, abhängig von der Forschungsthematik,  zukünftig Mittel für die Aufbereitung, die Archivierung, den offenen Zugang und die Nachnutzung von Forschungsdaten budgetiert werden.
  • Eine Verpflichtung zu Open Access gibt es seit 2008. In einer Übergangsphase wurde auf eine flächendeckende Ergebniskontrolle verzichtet. Wie auch bei anderen Förderern üblich, werden ab 1.1.2016 nunmehr aber keine Endberichte mehr abgenommen, in denen nicht alle referierten Publikationen als Open Access ausgewiesen sind. Ausnahmefälle, bei denen nachweislich keine Open Access möglich war, können berücksichtigt werden.


II. Publikationskosten

1. Direktverrechnungen mit Verlagen

Das österreichischen Bibliothekenkonsortium (KEMÖ), der FWF und IOP Publishing hatten letztes Jahr eines der weltweit ersten Modelle entwickelt, durch das die Subskriptionspreise von Fachzeitschriften in dem Umfang sinken wie die Kosten für Open Access durch den FWF übernommen werden. Dieses Modell wird auf weitere Verlage ausgedehnt. Die Kosten werden dann zwischen dem Verlag und dem FWF direkt abgerechnet.

2. Referierte Publikationen

Um zu vermeiden, dass einige Verlage die Preise stetig erhöhen, führt der FWF für Projekte, die ab 1. November 2014 gefördert werden, Obergrenzen ein bzw. erstattet einige Kosten nicht mehr zusätzlich zum Projektbudget.

a) Gold Open Access: Die Gebühren für Open Access Zeitschriften werden mit € 2.500 pro Artikel gedeckelt. Liegen diese darüber, kann die Differenz weiterhin über das Globalbudget bzw. aus anderen Quellen gedeckt werden.

b) Hybrid Open Access: Der Freikauf für Open Access aus Subskriptionszeitschriften wird mit € 1.500 pro Artikel gedeckelt. Liegen die Kosten darüber, kann die Differenz weiterhin über das Globalbudget bzw. aus anderen Quellen gedeckt werden.

c) Andere Publikationskosten:  Kosten wie u.a. submission fees, page charges und Farbabbildungen, die von Subskriptionszeitschriften erhoben werden, können nicht mehr zusätzlich beantragt werden. Bei Bedarf können die Kosten aber weiterhin über das Globalbudget oder andere Quellen gedeckt werden.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass neben kostenpflichten Optionen auch immer die Option des Green Open Access (Selbstarchivierung) sowie eine Reihe von kostenfreien Open Access Zeitschriften zur Verfügung stehen.

3. Selbstständige Publikationen

a) Förderung neuer Publikationsformate

Das Programme Selbstständige Publikationen wird für die Beantragung von neuen, webbasierten Publikationsformaten (bspw. Apps, Wiki-Modelle, wissenschaftlich kommentierte Datenbanken oder Websites; Audio-, Video- oder animierte Publikationen, u.a.) erweitert. Anstelle des fertigen Textes werden hier zukünftig folgende Unterlagen in englischer Sprache einzureichen sein:

  • Konzept zur technischen Umsetzung
  • repräsentatives Beispiel oder Demoversion
  • Kostenkalkulation

Eine pauschale Förderungssumme von bis zu € 18.000 wird als Zuschuss zu Produktionskosten inklusive Fremdsprachenlektorat oder Übersetzung und Open Access-Veröffentlichung zur Verfügung gestellt werden.

b) Nutzungslizenzen

Ab 1.1.2015 muss für alle geförderten Publikationen das offene Lizenzmodell (Creative Commons License) CC-BY verwendet werden.

III. ORCID - Open Researcher and Contributor ID

Ab 1.1.2015 wird allen AntragstellerInnen und ProjektmitarbeiterInnen die Einrichtung einer ORCID ausdrücklich empfohlen. ORCID ermöglicht die eindeutige Zuordnung von Forschungsresultaten zu den AutorInnen. Für Projekte, die ab 1.1.2016 eingereicht werden, ist ORCID verpflichtend.

Kontakt:

Falk Reckling

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