Mit Beginn des nächsten Jahres wird es im FWF einige Umstellungen der Antragsrichtlinien und der Begutachtung geben. Vor allem dem Wunsch nach größer Transparenz und besserer Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen soll damit Rechnung getragen werden. Der zunehmende Wettbewerb um Drittmittel und die damit verbundenen Anpassungen der Entscheidungsverfahren werden derzeit auch international sehr intensiv diskutiert. Es betrifft selbst Länder, deren Förderorganisationen ein weitaus höheres Budget als der FWF aufweisen (siehe u.a. die Diskussionen in Deutschland, Schweiz oder Großbritannien). Daher haben sich die Gremien des FWF in den letzten Monaten intensiv mit der Verbesserung der Verfahren und Antragsrichtlinien beschäftigt. Manche Änderungen sollen dem steigenden Wettbewerb bei einem gleichbleibenden Budget Rechnung tragen.

Die vorgeschlagenen Änderungen des FWF basieren auf Studien und Konsultationen. So wurden in den letzten Jahren intern und extern Studien (u.a. durch weltweit führende ExpertInnen) zu den Entscheidungsverfahren des FWF durchgeführt. Weiters ist 2013 eine Umfrage unter mehr als 3.000 WissenschafterInnen in Österreich extern durchgeführt worden. Und schließlich hat das Präsidium des FWF 2014 eine Roadshow an allen österreichischen Universitäten und großen außeruniversitären Forschungsstätten unternommen, um die Anliegen, Vorstellungen und Wünsche der Institutionen vor Ort zu diskutieren.

So hat sich der FWF etwa entschieden, die Anforderungen an den track record zu schärfen und befristete Antragssperren einzuführen, um den wachsenden Aufwand auf Seiten der AntragstellerInnen, der GutachterInnen und des FWF zu begrenzen. Das Rebuttal-Verfahren, die Anonymisierung der AntragstellerInnen gegenüber den GutachterInnen oder eine finanzielle Kompensation von GutachterInnen können derzeit nicht umgesetzt werden, da diese Maßnahmen entweder nicht praktikabel oder in Anbetracht des begrenzten Budgets des FWF zu kostenintensiv wären.

Die Erfahrungen werden zeigen, ob die Maßnahmen die gewünschten Wirkungen erzielen. In jedem Fall ist der FWF so organisiert, dass er auf neue Entwicklungen flexibel reagieren wird.

Die Verantwortlichen und MitarbeiterInnen des FWF setzen alles daran, den Spagat zwischen hoher Entscheidungsqualität, Fairness, Transparenz und Effizienz unter Maßgabe einer sehr knappen finanziellen Ausstattung weiterhin zu bewältigen.


Zu den Änderungen im Einzelnen

I. Begutachtungsverfahren

Die Fragen an die GutachterInnen wurden für jede Programmkategorie auf ein Minimum reduziert. Je nach den Zielen des Programms können die Fragen variieren. Die Details sind in den jeweiligen Antragsrichtlinien zu finden.

Die neuen Vorgaben sind hier(pdf, 62KB) am Beispiel der Einzelprojekte angeführt.

Für Anträge, die ab 01.01.2015 im FWF einlangen, wird das neue Begutachtungsformular verwendet und im Rahmen der Entscheidungsmitteilung den AntragstellerInnen sowohl die schriftliche Stellungnahme der GutachterInnen als auch die Bewertungsskala, die zukünftig keine numerischen Angaben mehr beinhaltet, übermittelt.

Anträge, die noch bis 31.12.2014 im FWF einlangen, werden nach den bisherigen Vorgaben begutachtet und dementsprechend ohne Bewertungsskala übermittelt.

II. Antragsrichtlinien

Bei den neuen Antragsrichtlinien(pdf, 389KB) sind folgende Punkte zu beachten:

  • Es wurden die Antragsvoraussetzungen im Hinblick auf die Qualifikation der AntragstellerInnen spezifiziert.
  • In der formlosen Projektbeschreibung müssen zukünftig bei allen Programmen die potenziellen ethischen, sicherheitsrelevanten oder regulatorischen Aspekte des Forschungsvorhabens und der geplante Umgang damit explizit beschrieben werden.
  • Bei der Budgetplanung von Programmen ohne Obergrenze wird nun im Sinne der Open Access Policy explizit darauf hingewiesen, dass Kosten für den offenen Zugang zu Forschungsdaten für Projektlaufzeit budgetiert werden sollten (siehe Meldung/News "Open Access und Publikationskosten")
  • Spezifiziert wurde auch die Vorgangsweise bei der Einreichung einer Neuplanung eines bereits abgelehnten Antrags.

III. Entscheidungsverfahren: Standardisierte Ablehnungsgründe und Antragssperren

Ab 2015 kommen überarbeitete und präzisierte Ablehnungsgründe (insgesamt fünf), die in den Allgemeinen Prinzipien des Entscheidungsverfahrens dargestellt sind, zur Anwendung.

Anträge, die mit dem Ablehnungsgrund C5 beurteilt werden, erhalten im Rahmen der Entscheidungsmitteilung eine Antragssperre. Die Einreichung einer Neuplanung des Antrags ist erst nach einer Frist von 12 Monaten wieder zulässig.

Gleiches gilt für Anträge, die bereits zum zweiten Mal in überarbeiteter Form (= 2. Neuplanung) ab 01.01.2015 im FWF einlangen. Sollte der Antrag wieder abgelehnt werden, ist eine erneute Einreichung des Antrags erst nach einer Frist von 12 Monaten möglich.

IV. Ankündigung: Online Einreichung von Förderungsanträgen über elane.fwf.ac.at

Ab 7. Januar 2015 besteht neben der Einreichung eines Antrags in Papierform (inkl. eines elektronischen Datenträgers) für die Einzelprojekte, das Erwin-Schrödinger-Auslandsstipendium und das Lise-Meitner-Programm die Möglichkeit einer Einreichung über ein Online-Portal. In den spezifischen Antragsrichtlinien sind bereits die Hinweise zur Durchführung der Online-Einreichung eines Antrags enthalten. Formulare können dann Online ausgefüllt und notwendige Dateien hochgeladen werden. Anmeldung und Zugriff auf das Online-Portal sind ab 7. Januar 2015 möglich.

Des Weiteren gibt einige Änderungen bei der Open Access Policy und den Publikationskosten.

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