Aus Sicht des FWF stellt die Abgeltung von Overheadkosten eine wichtige forschungspolitische Maßnahme im Zusammenhang mit drittmittelfinanzierten Forschungsprojekten dar, um insbesondere forschungsstarke Institutionen, die erfolgreich kompetitive Mittel einwerben, zu unterstützen. Die Abdeckung indirekter Projektkosten durch Overheadzahlungen erhöht den Spielraum der Universitätsleitungen, starke Gruppen zu unterstützen und in der Personalpolitik besonderes Augenmerk auf wissenschaftliche Kompetenz zu legen. Forschungsaktive Wissenschafterinnen und Wissenschafter sehen ihre Sichtbarkeit und ihren Stellenwert an der Forschungsstätte erhöht.

Seit 2011 konnte der FWF durch eine Sonderdotation des BMWFW 20 % der Projektkosten auf Einzelprojekte, PEEK und KLIF als Overhead-Finanzierung an universitäre und außeruniversitäre Forschungsstätten auszahlen.

Für seine Finanzplanung der Overheads für die Jahre 2014 und 2015 meldete der FWF dem BMWFW in seinen Arbeitsprogrammen einen Bedarf von insgesamt rund 25 Mio. €, welcher vom Ministerium zur Finanzierung zugesagt wurde. Die Planung des Finanzbedarfs für die Overheads in den Jahren 2014 und 2015 hat sich Ende 2014 als zu niedrig herausgestellt. Die ursprünglich vorgesehenen Beträge reichen nicht aus, um weiterhin 20 % der direkten Projektmittel zahlen zu können. Da die Planungen des FWF in die für 2014 und 2015 bereits beschlossene Haushaltsplanung des Bundes eingeflossen sind, gibt es keine Möglichkeit einer zusätzlichen Sonderfinanzierung, um die so entstandene Finanzierungslücke für die Overheads zu bedecken.

Die Überweisung der 2. Rate der Overheadzahlungen 2014 in Höhe von 20 % wird der FWF jedenfalls in Kürze vornehmen. Nach den derzeit noch für die Overheads zur Verfügung stehenden Mitteln wird der FWF eine degressive Gestaltung der beiden Overheadraten 2015 (1. Rate: 10 %; 2. Rate: etwa 8 %) vornehmen müssen. Das BMWFW und der FWF bemühen sich aktuell gemeinsam, die Auswirkungen für 2015 durch entsprechende Maßnahmen abzufedern. Über die weiteren Entwicklungen halten wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

Die künftige Ausgestaltung der Overheads ab 2016 ist Teil der Diskussion mit dem BMWFW sowie der zukünftigen Gestaltung und Verbindung zwischen FWF-Mehrjahresprogramm und FWF-Arbeitsprogrammen einerseits und andererseits den Leistungsvereinbarungen des BMWFW mit den Universitäten. Der FWF ist jedenfalls zuversichtlich, dass es auch nach 2015 eine Abgeltung indirekter Projektkosten geben wird.

Kontakt:

Marc Seumenicht
Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Wissenschaftskommunikation

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