Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

in seinem Newsletter vom 3. März 2014 hat der FWF angekündigt, dass die Einreichung von Konzepten für Doktoratskollegs (DKs) und Spezialforschungsbereiche (SFBs) für das Jahr 2014 ausgesetzt wird. Der FWF möchte ergänzend zu diesem Newsletter den Sachverhalt näher erläutern.

Ohne jeden Zweifel - untermauert durch entsprechende Rückmeldungen, die der FWF an den bisherigen Stationen im Zuge der FWF-Roadshow in großer Zahl erhalten hat - stellen Spezialforschungsbereiche (SFBs) und FWF-Doktoratskollegs (DKs) wichtige strategische Instrumente in der Schwerpunktsetzung und Profilbildung der Forschungsstätten dar. Beide Programme ermöglichen es, größere Forschungsvorhaben mit einem längerfristigen Planungshorizont zu konzipieren und umzusetzen. Sie sind eine zentrale Komponente der Kontinuität bei der Förderung wissenschaftlicher Forschung und der Stärkung des Wissenschaftsstandorts.

In beiden Programmen - SFBs und DKs - ist der Aufwand für die Einrichtung neuer Projekt für alle Beteiligten erheblich. Der FWF geht mit jedem neu eingerichteten DK oder SFB ein langfristiges, finanzielles Commitment (acht Jahre bei SFBs und zwölf Jahre bei DKs) in beträchtlicher Höhe ein. Eine budgetäre Absicherung mit entsprechender zeitlicher Perspektive ist eine unabdingbare Voraussetzung.

Aktuell ist ein fortgeschriebenes FWF-Budget ab 2016, aufgrund der Nationalratswahl und der laufenden Budgetverhandlungen, noch nicht in vollem Umfang gesichert. Daher wäre es zum jetzigen Zeitpunkt aus kaufmännischer Sicht, aber auch aus Rücksicht auf die Scientific Community nicht seriös, eine Ausschreibung neuer SFB- und DK-Projekte durchzuführen, damit erheblichen Arbeitsaufwand für Wissenschafterinnen und Wissenschafter zu bewirken und Erwartungshaltungen zu wecken, für die es - zusätzlich zum ohnehin schon großen Konkurrenzdruck in beiden Programmen - kein robustes Fundament gibt.

Vor diesem Hintergrund hat sich das Präsidium des FWF nach sorgfältigem Abwägen der Möglichkeiten und Risiken dazu entschlossen, bekannt zu geben, dass im Jahr 2014 keine Einreichung von Konzeptanträgen in den Programmen "Spezialforschungsbereiche" (SFBs) und "Doktoratskollegs" (DKs) entgegengenommen werden. Der hohe Arbeitsaufwand bei der Ausarbeitung derartiger Projekte erlaubt keine Kürzung der im Begutachtungsprozess vorgesehenen Fristigkeiten, wenn die erforderliche Qualität der Anträge und des Verfahrens gewährleistet bleiben soll.

Abseits dieser Maßnahme konnte das FWF-Kuratorium in seiner Sitzung von 2. bis 4. März 2014 Projekte mit einem Volumen von 29,5 Mio. Euro bewilligen. Diese Projekte haben sich aufgrund ihrer hohen Qualität im harten Wettbewerb um FWF-Projektmittel durchgesetzt.

Das Präsidium des Wissenschaftsfonds

Pascale Ehrenfreund
Hermann Hellwagner
Christine Mannhalter
Alan Scott

Zurück zur Übersicht