In seinem kürzlich präsentierten Bericht analysiert der Rat für Forschung und Technologieentwicklung die Stärken und Schwächen des heimischen FTI-Systems. Eine bessere Ausstattung des FWF-Förderungsbudgets zählt zu den Kernpunkten der Empfehlungen.

In dem „Bericht zur wissenschaftlichen und technologischen Leistungsfähigkeit Österreichs“ zeigt der Rat für Forschung und Technologieentwicklung (RFT) einmal jährlich die Ist-Situation des heimischen Systems in Forschung, Technologie und Innovation (FTI) auf. Zahlreiche Indikatoren von Bildung über Digitalisierung bis zu Standortattraktivität bilden die Basis für die Analysen und zeigen die Stärken und Schwächen des Systems im internationalen Vergleich auf. Mit den aktuellen Ergebnissen legt das Beratungsgremium der Regierung eine Grundlage für die Weiterentwicklung der neuen FTI-Strategie bis 2030 vor.

Zu den zentralen Forderungen des Forschungsrats zählen dabei, wie schon in den Jahren zuvor, die Stärkung der Grundlagenforschung, eine gesteigerte Vergabe von Forschungsmitteln im Wettbewerb und die Förderung des Hochschulsystems.

Stärkung der Grundlagenforschung

Eine nachhaltige Finanzierung der Grundlagenforschung ist, wie etwa das Vorbild Schweiz zeigt, ein entscheidender Faktor für exzellente Forschungsleistung und für einen entsprechenden Output in Wissenschaft und Forschung. Die Empfehlung des Forschungsrates lautet daher, den Fokus auf die Förderung der Grundlagenforschung zu legen, die am Beginn jeder Wertschöpfungskette steht. Neben einer starken Grundlagenforschung nennt der Rat Investitionen in die Forschungsinfrastrukturen, verbesserte Rahmenbedingungen an den Hochschulen und einen hohen Anteil der wettbewerblichen Projektförderung als zentrale Faktoren zur Stärkung des Wissenschaftsstandorts Österreich – so das von der Regierung formulierte FTI-Ziel.

Stärkung der wettbewerblichen Förderung

Allerdings fällt die Dotierung der im Wettbewerb vergebenen Förderung von Grundlagenforschung in Österreich äußerst gering aus und stellt im Vergleich zu den Innovation Leadern – angeführt von der Schweiz, Finnland und Schweden – ein „persistierendes Manko“ dar, so der Rat. Österreich rangiert hier mit weniger als 30 Euro pro Einwohner/in seit Langem weit unter dem durchschnittlichen Niveau der Top-Länder von 70 Euro und hat in den vergangenen 15 Jahren sogar eine negative Entwicklung erlebt. Der Abstand zu den führenden Innovationsnationen wächst dadurch kontinuierlich, auch weil diese sich im Vergleich stärker steigern. Fazit des Rats: Es besteht ein beträchtliches Aufholpotenzial, wofür eine signifikante Erhöhung der Mittel zur Förderung der Grundlagenforschung notwendig sei. Auch die Umsetzung der geplanten Exzellenzinitiative zählt der Forschungsrat zu einer wichtigen Maßnahme als Teil einer ambitionierten FTI-Strategie 2030, um Österreich zu einem Topstandort auszubauen und die großen globalen Herausforderungen bewältigen zu können. 

Stärkung des Forschungsumfelds

Um diese Ziele in den kommenden Jahren erfolgreich umsetzen zu können und als Forschungsnation nicht weiter zurückzufallen, braucht es nicht nur ein höheres Tempo, wie das der Rat von der Politik fordert, sondern auch die entsprechenden Rahmenbedingungen für die Forscherinnen und Forscher des Landes. Neben mehr Planstellen für Professorinnen und Professoren empfiehlt der Forschungsrat daher, die Erweiterung der Ausbildung am Beginn von wissenschaftlichen Karrieren und fordert einen massiven Ausbau der Anstellungen für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Rahmen von erweiterten Doktoratsprogrammen.

Karriereförderung ist ein zentrales Instrument der Förderungsstrategie des FWF und wird laufend gestärkt. So soll bereits 2020 das neue Programm zur Förderung von kooperativen Doktoratsstudien, die von Universitäten und Fachhochschulen gemeinsam ausgeschrieben werden. Insgesamt finanziert der FWF mehr als 4.000 Forschende pro Jahr, davon sind 85 Prozent Doktorandinnen und Doktoranden sowie Postdocs.

Kontakt:

Marc Seumenicht
Stv. Leiter Kommunikation, Pressesprecher
scilog.fwf.ac.at | @FWF_at | @FWFOpenAccess

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