Mikrophon im Vordergrund. Im Hintergrund unscharfe leere Sesselreihe hinter einem Konferenztisch.
© Florian Pircher/pixabay

Die jüngste Delegiertenversammlung des Wissenschaftsfonds FWF stand im Zeichen der Neubesetzung des wissenschaftlichen Kuratoriums. Die Delegierten wählten 64 Forschende aus ganz Österreich, allesamt führende Expertinnen und Experten in ihrem Forschungsfeld, in jenes Gremium, das über die Förderungsvergabe entscheidet. Die neue Funktionsperiode beginnt im September 2020. 

Insgesamt 64 Referentinnen und Referenten nehmen nach der letzte Woche erfolgten Wahl ab September ihre Tätigkeit im FWF-Kuratorium auf. Die Wahl erfolgte in der Delegiertenversammlung nach einer Präsentation der Kandidatinnen und Kandidaten durch die jeweiligen wissenschaftlichen Vizepräsidentinnen und den Vizepräsidenten des FWF. „Die wissenschaftlichen Referentinnen und Referenten sind zentrale Säule in der Qualitätssicherung der Förderungsvergabe. Sie gewährleisten Unabhängigkeit und Transparenz sowie eine kompromisslose Orientierung auf wissenschaftliche Exzellenz“, betont Michaela Fritz, Vorsitzende der FWF-Delegiertenversammlung. „Ich möchte mich bei allen bisherigen Referentinnen und Referenten für den großen Einsatz für die wissenschaftliche Gemeinschaft sehr herzlich bedanken und die neuen Mitgliedern zugleich begrüßen“, so Klement Tockner, Präsident des Wissenschaftsfonds FWF, „So wird Spitzenforschung in allen Disziplinen auf Basis des internationalen Peer-Review-Prinzips weiter ausgebaut“.

Alle Referentinnen und Referenten der künftigen Funktionsperiode 2021 bis 2023 finden Sie hier.

Delegiertenversammlung diskutiert budgetäre Situation der kompetitiven Grundlagenforschung

Im Anschluss an die Wahl der Kuratoriumsmitglieder stand die FWF-Mehrjahresplanung für die Jahre 2020 bis 2023 zur Diskussion. Der Blick auf die nächsten beiden Jahre zeigt, dass sich das FWF-Förderungsbudget bis 2021 auf einem Niveau von 268,4 Millionen Euro inklusive der Mittel der Nationalstiftung stabilisieren wird. Wie es danach ab 2022 weiter geht, ist aus heutiger Sicht offen, durch den Wegfall der Mittel der Nationalstiftung steht eine deutliche Kürzung der Förderungsmittel im Raum. Gleichzeitig belegen die steigenden Antragssummen der letzten Jahre den erhöhten Bedarf an kompetitiven Mitteln für die Grundlagenforschung. Dieser Bedarf nach Drittmitteln wird sich durch die neuen Professuren an den Universitäten weiter erhöhen. Im Jahr 2019 erreichten Ablehnungen, die exzellent begutachtet, jedoch aufgrund fehlender Budgetressourcen nicht bewilligt werden konnten („approved but not funded“) ein Volumen von 58 Millionen Euro. 157 hervorragende Forschungsprojekte konnten somit nicht realisiert werden. Unter diesen Vorzeichen diskutierte die Delegiertenversammlung die Fokussierung im Förderungsportfolio, darunter die wichtige Rolle der Einzelprojekt-Förderung, die Weiterentwicklung der Karriereprogramme sowie die Doktoratsprogramme. Starken Rückhalt seitens der Delegiertenversammlung erhielt der FWF zu seinen forschungspolitischen Empfehlungen, die von den Forschungsstätten mitgetragen werden. Dazu zählen die langfristige Konsolidierung der Grundfinanzierung des FWF auf ein Bewilligungsvolumen von 270 Millionen Euro, was eine nachhaltige Dotierung der Nationalstiftung erfordert, die Festlegung eines Wachstumspfades von sieben Prozent pro Jahr im künftigen Forschungsfinanzierungsgesetz, eine einheitliche Lösung für Overheads sowie der Beschluss einer Exzellenzinitiative für die Grundlagenforschung.

Künftig virtuelle Gremienentscheidungen möglich

Darüber hinaus änderte die Delegiertenversammlung die Geschäftsordnung im Hinblick auf die Möglichkeit, nach den Erfahrungen der Corona-Pandemie künftig Gremiensitzungen auch virtuell beschlussfähig zu machen.

FWF-Delegiertenversammlung

Der Delegiertenversammlung gehören Repräsentantinnen und Repräsentanten von Universitäten und außeruniversitären Forschungsstätten an. Das FWF-Präsidium gehört – ebenso wie die Vertreter der Ministerien BMBWF und BMVIT – zu den nicht stimmberechtigten Mitgliedern.

Zu den zentralen Aufgaben der Delegiertenversammlung zählen:

  • die Wahl von vier Mitgliedern des Aufsichtsrats;
  • die Erstellung eines Dreiervorschlags für die Funktion der/des Präsident/in des FWF;
  • die Beschlussfassung über den Jahresbericht des FWF;
  • Stellungnahmen zu den Arbeits- und Mehrjahresprogrammen sowie den Richtlinien für Förderungsprogramme des FWF;
  • sowie die Wahl der Referent/innen inklusive die Festlegung der dafür relevanten Wissenschaftsdisziplinen.


FWF-Delegiertenversammlung, 6. Funktionsperiode (2019-2023)
http://www.fwf.ac.at/de/ueber-den-fwf/organisation/delegiertenversammlung/

Über das FWF-Kuratorium

Das Kuratorium des FWF setzt sich aus dem Präsidium des Wissenschaftsfonds sowie Fachreferentinnen und Fachreferenten zusammen. Die nächste Funktionsperiode des Gremiums beginnt im September 2020. Primäre Aufgabe des Kuratoriums ist die Entscheidung über die Förderung von Forschungsvorhaben. Sämtliche Mitglieder des neu gewählten FWF-Kuratoriums finden sich unter: https://www.fwf.ac.at/de/ueber-den-fwf/organisation/kuratorium/

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