Nobelpreisträgerinnen Jenifer Doudna und Emmanuelle Charpentier
Der Chemie-Nobelpreis 2020 geht an die Biochemikerin Emmanuelle Charpentier und ihre Kollegin Jennifer Doudna, die beiden Entwicklerinnen der „Genschere“ CRISPR-Cas9. Der FWF unterstützte Emmanuelle Charpentier am Karrierebeginn mit drei Forschungsförderungen. © Alexander Heinl DPA/Picturdesk

Das Nobelpreiskomitee verlieh den Chemie-Nobelpreis 2020 an Emmanuelle Charpentier sowie an Jennifer Doudna für ihre Entwicklung der Genombearbeitung. Der Nobelpreis ist die weltweit sichtbarste wissenschaftliche Auszeichnung und wird von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften vergeben.

Seit 2018 ist Charpentier Leiterin der „Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene“ in Berlin, zuvor war sie seit 2015 Direktorin am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie. Mit ihren Erkenntnissen auf dem Gebiet der RNA-vermittelten Regulation durch das CRISPR/Cas-System hat Emmanuelle Charpentier die Grundlage für die Entwicklung einer Technik geschaffen, mit der gezielt Genveränderungen durchgeführt werden können.

Der FWF unterstützte Emmanuelle Charpentier zu Beginn ihrer wissenschaftlichen Karriere mit insgesamt drei Forschungsförderungen. In dieser vom FWF-geförderten Phase, an der sie an den Max Perutz Labs der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien forschte, gelang ihr gemeinsam mit Jennifer Doudna und dem Doktoranden Krzysztof Chylinski (Max Perutz Labs) mit der Schlüsselpublikation „A programmable dual RNA-guided DNA endonuclease in adaptive bacterial immunity“ der wissenschaftliche Durchbruch (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6286148/). Die darin gewonnenen Erkenntnisse bildeten den Grundstein für die Entwicklung der CRISPR/Cas-Methode.

 „Ich gratuliere Emmanuelle Charpentier im Namen des FWF ganz herzlich zum Nobelpreis“, so FWF-Präsident Klement Tockner in einer ersten Reaktion. „Der Preis krönt eine herausragende wissenschaftliche Karriere, die sie auch mehrere Jahre lang nach Österreich geführt hat und in der sie der Wissenschaftsfonds FWF maßgeblich unterstützen konnte. Mit ihrer neugiergetriebenen Grundlagenforschung revolutioniert sie nicht nur die Biowissenschaften, sondern eröffnet der Medizin und vielen anderen Bereichen ganz neue Möglichkeiten“, so Tockner abschließend.

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