Wassertropfen fällt auf gelb-blau-beleuchtete Wasseroberfläche und verursacht konzentrische Kreise

Die Corona-Pandemie sorgt für ein Hoch bei Förderungsanträgen aus der Grundlagenforschung. In seiner jüngsten Bewilligungsrunde konnte der FWF bei einem Antragsvolumen von 270 Millionen Euro 147 Projekte für rund 67 Millionen Euro auf Schiene bringen. Dies ergibt eine Bewilligungsquote über alle Programme von 24,8 Prozent. 33 Millionen Euro für koordinierte Programme stärken in Zukunft Forschungsnetzwerke in Österreich. Top Citizen Science und das Wissenschaftskommunikationsprogramm fördern gezielt den partizipativen Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Ein weiteres bewilligtes Corona-Akutprojekt stärkt die Corona-Forschung in Österreich.

In der letzten FWF-Kuratoriumssitzung des Jahres 2020, die vom 23. bis 25. November 2020 stattfand, machten die Einzelprojekte als Kernelement der FWF-Förderungen wieder den größten Anteil der Bewilligungen aus. Bei einer Antragssumme (inkl. der Klinischen Forschung) von 85,4 Millionen Euro konnten 18,9 Millionen Euro bewilligt werden. Im Bereich der Internationalen Programme, die gemeinsam mit internationalen Partnerförderungsorganisationen durchgeführt werden, lag die Antragssumme bei 17,6 Millionen Euro, davon konnten 6,4 Millionen Euro bedingt bewilligt werden. Hier sind teilweise noch die Entscheidungen der Partnerorganisationen abzuwarten. Das ergibt eine Bewilligungsquote über beide Bereiche von 24,5 Prozent. Erstmals bewilligt wurde auch ein Projektantrag der neu in Wien angesiedelten Central European University (CEU).

FWF-Akutschiene unterstützt die österreichische COVID-19-Grundlagenforschung
Als unmittelbare Antwort auf die Corona-Pandemie initiierte der FWF im März 2020 die SARS-CoV-2-Akutförderung – ein Fast-Track-Verfahren für Forschungsanträge, die sich mit der Prävention, Früherkennung, Eindämmung sowie Erforschung von SARS-CoV-2 beschäftigen und besonders auf internationale Kooperation setzen. Im Jahr 2020 erreichten den FWF über hundert COVID-19-bezogene Anträge, davon wurden 15 Akutprojekte mit einer Gesamtsumme von knapp sechs Millionen Euro innerhalb einer Bearbeitungszeit von durchschnittlich zwei Monaten bewilligt.  

Karriereförderung Marke FWF – 38 Forschende neu gefördert
Mit dem Outgoing-Programm Schrödinger ermöglicht der FWF zumeist jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Erfahrungen an Top-Forschungsstätten im Ausland zu sammeln. Die mitfinanzierte Rückkehrphase sorgt dafür, dass es zu keinem Braindrain kommt, sondern die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen karrierefördernd in Österreich zur Geltung kommen. In der November-Sitzung konnten 13 Anträge mit einer Bewilligungssumme von 1,63 Millionen Euro reüssieren (Bewilligungsquote: 44,7 %). Zudem waren neun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erfolgreich, die nach Österreich kommen wollen, um hier ihr Know-how einzubringen. Im Incoming-Programm Meitner lag die Bewilligungssumme bei 1,55 Millionen Euro, was einer Erfolgsquote von 20,1 Prozent entspricht.
Die Karriereförderung von Wissenschaftlerinnen spielt eine zentrale Rolle bei der Mittelvergabe des FWF. Die Ausschreibung im Bereich der Frauenprogramme Firnberg und Richter für hervorragend qualifizierte Wissenschaftlerinnen aller Disziplinen ergab ein Antragsvolumen von insgesamt 18,5 Millionen Euro, davon wurden 16 Anträge mit 4,38 Millionen Euro bewilligt (Bewilligungsquote: 23,7 %).

Koordinierte Programme – Gebündelte Expertise in Netzwerken
Ebenfalls in diese Kuratoriumssitzung fiel die Entscheidung zu den jährlich ausgeschriebenen koordinierten Programmen, denen die Spezialforschungsbereiche (SFB), die Forschungsgruppen (FG) sowie die Doktoratskollegs (DK) zuzuordnen sind. Bei den SFB langten insgesamt 17 Konzeptanträge mit einem Volumen von rund 73,42 Millionen Euro ein. Davon konnten zwei SFB mit 7,92 Millionen Euro bewilligt sowie drei SFB mit 12,87 Millionen Euro verlängert werden. Die bewilligten SFB sind:

  • F 81 „Komplexität in der Materialmodellierung“, Koordinatorin: Ulrike Diebold, Institut für Angewandte Physik, Technische Universität Wien
  • F 83 „Metabolische Regulierung der Gewebeintegrität“, Koordinator: Thomas Weichhart, Institut für Medizinische Genetik, Medizinische Universität Wien
  • Verlängerung: F 61 „Chromatinlandschaften prägende Monarchien und Hierarchien“, Sprecher: Matthias Müller, Institut für Tierzucht und Genetik, Veterinärmedizinische Universität Wien
  • Verlängerung: F 63 „Vertrauensgüter, Anreize und Verhalten“, Sprecher: Michael Kirchler, Institut für Banken und Finanzen, Universität Innsbruck
  • Verlängerung: F 65 „Komplexitätsbewältigung in PDE-Systemen“, Sprecher: Ulisse Stefanelli, Institut für Mathematik, Universität Wien

Im Bereich der Forschungsgruppen langten 25 Anträge mit einem Volumen von 36,61 Millionen Euro ein. Hier bewilligte das FWF-Kuratorium drei Forschungsgruppen mit 4,30 Millionen Euro. Die bewilligten Forschungsgruppen sind:

  • FG 6 „Preissetzung in Märkten mit unvollkommenem Wettbewerb“, Koordinatorin: Christine Zulehner, Institut für Volkswirtschaftslehre, Universität Wien
  • FG 9 „Forschungsgruppe für KI-basierte Bildanalyse der Netzhaut“, Koordinatorin: Ursula Schmidt-Erfurth, Universitätsklinik für Augenheilkunde und Optometrie, Medizinische Universität Wien
  • FG 11 „Nutzerzentrierte adaptive Ansätze zur Gesundheitsinformation“, Koordinator: Tobias Schreck, Institut für Computer-Graphik und Wissensvisualisierung, Technische Universität Graz

Ebenso standen Verlängerungen von Doktoratsprogrammen an, hier wurden drei Projekte mit 8,36 Millionen Euro verlängert:

  • W 1261 „SMICH – Signaling Mechanisms in Cellular Homeostasis“, Sprecherin: Manuela Baccarini, beteiligte Institutionen: Universität Wien (Trägeruniversität), Medizinische Universität Wien, Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
  • W 1262 „Cognition and Communication 2“, Sprecher: Tecumseh Fitch, beteiligte Institutionen: Universität Wien (Trägeruniversität), Veterinärmedizinische Universität Wien
  • W 1265 „Resonante Weltbeziehungen in sozio-religiösen Praktiken in Antike und Gegenwart“, Sprecher: Wolfgang Spickermann, beteiligte Institutionen: Universität Graz (Trägeruniversität) und Universität Erfurt (Trägeruniversität, Sprecher: Jörg Rüpke)

Top Citizen Science – Bürgerbeteiligung schafft Mehrwert
Ebenfalls in diese Kuratoriumssitzung fiel die Entscheidung zu der Förderungsinitiative Top Citizen Science (TCS). TCS fördert Forschungsaktivitäten mit dem Ziel, eine Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern zu ermöglichen, wobei diese ihre Fähigkeiten, Expertise, Neugier und Teilnahmebereitschaft einbringen und so eine Erweiterung von Forschungsergebnissen und -erkenntnissen ermöglichen und damit zu einem substanziellen, zusätzlichen wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn beitragen sollen. Insgesamt langten bei der diesjährigen Ausschreibung 14 Anträge ein, von denen drei Projekte mit einer Bewilligungssumme von gesamt 148.000 Euro (Bewilligungsquote 21,4 %) bewilligt werden konnten:

  • TCS 84 „SEVEN – Socially Excluded Older Adults: Voices and Experiences“, Projektleiter: Franz Kolland, Institut für Soziologie, Universität Wien
  • TCS 85 „Ecosystem services governance in the Wienerwald region“, Projektleiter: Martin Schönhart, Department für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität für Bodenkultur
  • TCS 90 „Citizen Science Engagement of Refugees“, Projektleiter: Jörg Matthes, Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft, Universität Wien

Wissenschaftskommunikationsprogramm – Im Dialog mit der Gesellschaft
Im Zuge der von Anfang Juli bis Mitte September 2020 laufenden Ausschreibung des Wissenschaftskommunikationsprogramms (WKP) langten 22 Anträge mit einem Gesamtvolumen von rund einer Million Euro beim FWF ein. Ziel des seit 2013 laufenden WK-Programms ist es, die spannenden Erkenntnisse und Ergebnisse aus FWF-Projekten einer breiteren Zielgruppe näherzubringen. Die Anträge wurden von einer Fachjury beurteilt, die sich aus drei nationalen und drei internationalen Expertinnen und Experten zusammensetzt. In der Jurysitzung Anfang November wurden sieben Projekte mit einer Summe von rund 340.000 Euro als förderungswürdig eingestuft und vom Kuratorium bewilligt. Die geförderten Projekte sind:

  • WKP 151 „Erzählende Konsumlandschaften zwischen Modernität und Traditionalität“, Projektleiter: Erich Kistler, Institut für Archäologie, Universität Innsbruck
  • WKP 154 „Tiefer Sehen – Tiroler Seen als geologische Archive“, Projektleiter: Jasper Moernaut, Institut für Geologie, Universität Innsbruck
  • WKP 157 „Herz-Sache – Unser Herz soll uns am Herzen liegen“, Projektleiterin: Ariane Pessentheiner, Abteilung für Molekularbiologie und Biochemie, Medizinische Universität Graz
  • WKP 160 „Menschliche Sensoren“, Projektleiter: Bernd Resch, Fachbereich für Geoinformatik, Universität Salzburg
  • WKP 161 „Verstreute Körper“, Projektleiter: Bogdan Sepiol, Fakultät für Physik, Universität Wien
  • WKP 163 „Communicating DP-iDP“, Projektleiter: Christian Wadsack, Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Medizinische Universität Graz
  • -    WKP 165 „Seeker – Die Welt der Quantentechnologie in einem Kartenspiel“, Projektleiter: Hendrik Poulsen Nautrup

Qualität, Fairness, Transparenz
Der FWF steht neben höchster wissenschaftlicher Qualität, Internationalität und Fairness auch für maximale Transparenz. Sämtliche bewilligten Forschungsprojekte werden detailliert auf der FWF-Website dargestellt, zu finden unter: https://pf.fwf.ac.at/de/wissenschaft-konkret/project-finder

Darüber hinaus werden zu jeder Kuratoriumssitzung Statistiken zur Verfügung gestellt, zu finden unter: https://www.fwf.ac.at/de/ueber-den-fwf/foerderungsstatistiken/

FWF-Kuratorium
Das Kuratorium des FWF setzt sich aus dem Präsidium des Wissenschaftsfonds sowie Fachreferentinnen und Fachreferenten zusammen. Primäre Aufgabe des Kuratoriums ist die Entscheidung über die Förderung von Forschungsvorhaben. Sämtliche Mitglieder des FWF-Kuratoriums finden sich unter: https://www.fwf.ac.at/de/ueber-den-fwf/organisation/kuratorium/

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