Caroline Berghammer, lange braune, gewellte Haare, Brille, in hellblauem Wintermantel mit beigem Rucksack vor einer dunklen Fassade
Die Soziologin Caroline Berghammer und ihr Team von der Universität Wien erforschen die von einem Lockdown verursachten Veränderungen in bezahlter und unbezahlter Arbeit in Familien. © FWF/Luiza Puiu

Die Soziologin Caroline Berghammer untersucht, wie sich ein Lockdown auf die Verteilung der Erwerbs- und Familienarbeit auswirkt. Ihre sozialwissenschaftliche Studie ist das jüngste Forschungsprojekt, das der Wissenschaftsfonds FWF im Rahmen seiner Corona-Akutförderung auf Schiene bringt.

Wie haben Paare im COVID-19-Lockdown Erwerbs- und Familienarbeit neu verteilt? Welche Arrangements in Bezug auf Arbeitsort und Arbeitszeiten an Abenden sowie Wochenenden haben sich herausgebildet? Welche Erkenntnisse lassen sich für künftige Maßnahmen ableiten, um familiäre Belastungen reduzieren zu können?

Die Soziologin Caroline Berghammer und ihr Team von der Universität Wien erforschen Veränderungen in bezahlter und unbezahlter Arbeit bei Paaren in Österreich seit der Zeit vor dem ersten Lockdown. Sie geht der Frage nach, welche Rolle die Familiensituation (v. a. das Vorhandensein von Kindern) sowie die sozioökonomischen Ressourcen der Partner/innen (v. a. Einkommen und Bildung) spielen. Bisherige Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass im Durchschnitt die Arbeitsteilung bei Paaren im Lockdown in Österreich traditioneller geworden ist, dass sich gleichzeitig aber auch neue, weniger traditionelle Rollen herausgebildet haben. Dies trifft beispielsweise auf Paare zu, in denen Väter in Kurzarbeit im Homeoffice arbeiteten – und damit den Großteil der Kinderbetreuung übernahmen –, während die Mütter in systemrelevanten Berufen in Vollzeit außer Haus arbeiteten. Als Datenbasis dienen der österreichische Mikrozensus und das Austrian Corona Panel.

Mit dem nun vom FWF mit 190.000 Euro geförderten Forschungsprojekt kann Caroline Berghammer untersuchen, wie sich diese Erwerbsarrangements über das gesamte Jahr 2020 hinweg entwickelt haben und sich weiter entwickeln werden. Aufgrund der großen Stichproben des Mikrozensus und separat geführter Interviews mit beiden Partner/innen können auch seltenere Konstellationen mit hoher Zuverlässigkeit untersucht werden. Das Projekt liefert wissenschaftliche Daten zur Frage, wie sozioökonomische Ressourcen oder Rollenerwartungen an Mütter und Väter die Aufteilung von (un)bezahlter Arbeit beeinflussen.

FWF-Akutschiene unterstützt die österreichische COVID-19-Grundlagenforschung

Als unmittelbare Antwort auf die Corona-Pandemie initiierte der FWF im März 2020 die SARS-CoV-2-Akutförderung – ein Fast-Track-Verfahren für Forschungsanträge, die sich mit der Prävention, Früherkennung, Eindämmung sowie Erforschung von SARS-CoV-2 beschäftigen und besonders auf internationale Kooperation setzen. Im Jahr 2020 erreichten den FWF über hundert COVID-19-bezogene Anträge, davon wurden mittlerweile 16 Akutprojekte mit einer Gesamtsumme von knapp sechs Millionen Euro innerhalb einer Bearbeitungszeit von durchschnittlich zwei Monaten bewilligt.

Informationen zu den bisher bewilligten Corona-Forschungsprojekten finden Sie hier:

Newsmeldung Mai 2020
Newsmeldung August 2020
Newsmeldung September 2020
Newsmeldung Oktober 2020
Newsmeldung November 2020

Zurück zur Übersicht