Der Wissenschaftsfonds FWF schließt sich mit europäischen Forschungsförderungsorganisationen im Netzwerk Weave zusammen, um Programme zur internationalen Zusammenarbeit zu harmonisieren und weitreichende Kooperationsmöglichkeiten in der Grundlagenforschung zu schaffen.

Der FWF etabliert gemeinsam mit elf weiteren europäischen Forschungsförderungsorganisationen ein neues Netzwerk, das die Förderung von grenzüberschreitenden Forschungsprojekten zum Inhalt hat. Im Rahmen der „Weave“ genannten Initiative können Forschende aus zwei oder drei Ländern eng integrierte, gemeinsame Forschungsprojekte umsetzen. Im Rahmen von Weave werden zahlreiche bestehende, meist bilaterale Programme zur Förderung grenzüberschreitender Projekte zusammengeführt. Darüber hinaus ergeben sich durch die Kooperation auch eine Vielzahl neuer trilateraler Kooperationsformate. Die Anträge werden gemäß dem sogenannten „Lead-Agency-Verfahren“ administriert, demzufolge nur eine der beteiligten Förderungsorganisationen für die Begutachtung und den Fördervorschlag zuständig ist, während die Finanzierung getrennt durch die jeweils zuständige nationale Förderungsorganisation erfolgt.

Neue Möglichkeiten für grenzüberschreitendes Forschen

Der FWF bringt in einem ersten Schritt seine Kooperationen mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) sowie die CEUS-Kooperation mit den Forschungsförderungsorganisationen aus Polen (NCN), der Tschechischen Republik (GACR) sowie Slowenien (ARRS) in Weave ein. Darüber hinaus kooperiert der FWF im Rahmen von Weave auch mit den Förderungsorganisationen aus Belgien/Flandern (FWO) und Luxemburg (FNR). Alle gewohnten bilateralen Förderungsmöglichkeiten werden im Rahmen von Weave nahtlos weitergeführt. Darüber hinaus ergeben sich zahlreiche neue Konstellationen zur trilateralen Zusammenarbeit, wie z. B. die Kooperation Österreich–Deutschland–Polen. Die bestehende Kooperation mit der DFG im Rahmen der Programme „SFB“ (Spezialforschungsbereiche bzw. Sonderforschungsbereiche) und „Forschungsgruppen“ ist nicht Teil der Umstellung auf Weave und wird wie gewohnt fortgesetzt.

In einem nächsten Schritt plant der FWF in den nächsten Jahren die Ausweitung der Zusammenarbeit auf die weiteren Weave-Partnerorganisationen aus Norwegen, Schweden, Kroatien und Belgien/Wallonien. Auch ist Weave offen für den Beitritt zusätzlicher Forschungsförderungsorganisationen.

Mehr Flexibilität bei Antragstellung

Weave bietet im Vergleich zu den bisherigen Kooperationsabkommen nicht nur neue Möglichkeiten im Hinblick auf die Länderkonstellationen, sondern auch mehr Flexibilität bei der Wahl der federführenden Lead Agency. Diese erfolgt erstmals frei durch die Antragstellerinnen und Antragsteller, unabhängig von z. B. der Kostenverteilung zwischen den beteiligten Ländern.

Mit Weave setzt der FWF einen weiteren wichtigen Schritt in seinen Internationalisierungsbestrebungen. Seit der Entwicklung des Lead-Agency-Verfahrens durch den FWF, die DFG und den SNF im Jahr 2008 wurde dieses von zahlreichen Förderungsorganisationen in Europa und darüber hinaus übernommen. Durch Weave wird diese Form der engen Kooperation auf eine noch breitere Basis gestellt, wodurch die beteiligten Förderungsorganisationen einen wichtigen Beitrag zur Schaffung eines europäischen Forschungsraums leisten.

Alle Informationen zur Antragstellung finden Sie in der „Information for Applicants“, die im jeweiligen Länderabschnitt hier abgerufen werden kann.

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