© shutterstock

Seit mehreren Monaten weisen Österreichs Förderungsorganisationen, darunter der Wissenschaftsfonds FWF, auf die negativen Folgen des Wegfalls der Nationalstiftungsmittel hin. Trotz einer Parlamentspetition und Verhandlungen über eine Nachfolgefinanzierung des Bundes muss der FWF erste Konsequenzen ziehen. Drei Förderungsschienen, die Programme Zukunftskollegs, doc.funds und #ConnectingMinds, müssen zum Nachteil exzellenter Forschender ausgesetzt werden. Zwei weitere Programme, die Forschungsgruppen und Spezialforschungsbereiche, müssen reduziert werden.

Die budgetäre Situation in der wettbewerbsorientierten Forschungsförderung bleibt angespannt, die Bewilligungsquoten stagnieren auf niedrigem Niveau, zu viele exzellent bewertete Forschungsanträge müssen weiterhin aus Geldmangel abgelehnt werden. Nun verschärft der Wegfall der Förderungsmittel der Nationalstiftung den Druck auf Forschende, erfolgreich Drittmittel einwerben zu können, zusätzlich. Auch wenn das Forschungsfinanzierungsgesetz für den Wissenschaftsfonds FWF sowie alle anderen Förderungsorganisationen mehr Planungs- und Finanzierungssicherheit bringt, hängen die Weiterentwicklung der Nationalstiftung  zum „Fonds Zukunft Österreich“ und dessen künftige Dotierung noch in der Luft. Das positive Signal der FTI-Strategie 2030, die für Forschende im Bereich der Grundlagenforschung mehr Förderungsmittel vorsieht, wird durch diesen Wegfall stark getrübt. Einschnitte im FWF-Förderungsportfolio sind nun die Folge.

Zukunftskollegs, doc.funds und #ConnectingMinds können nicht fortgeführt werden

Die Programme Zukunftskollegs, doc.funds und #ConnectingMinds können 2021 nicht ausgeschrieben werden. Kommt es zu keiner Weiterfinanzierung, können sie auch 2022 nicht fortgesetzt werden. Der Wegfall von doc.funds trifft vor allem Doktorandinnen und Doktoranden und somit eine für die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Forschungslandschaft besonders relevante Gruppe. Universitäten stehen dadurch keine zusätzlichen Mittel für eine qualitätsgesicherte, exzellente Doktoratsausbildung mehr zur Verfügung. Die Chance, transdisziplinäre Forschung und damit den integrativen Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft in Österreich auszubauen, bleibt durch das Aussetzen von #ConnectingMinds ungenützt. Die ebenfalls von der Nationalstiftung finanzierten FWF-Programme Forschungsgruppen und Spezialforschungsbereiche können in diesem Jahr noch ein weiteres Mal ausgeschrieben werden, allerdings nur in reduziertem Umfang.

Beratung für Antragstellerinnen und Antragsteller

Zwar können Antragstellende der Zukunftskollegs in dem verwandten Programm Forschungsgruppen einreichen, aber speziell für Doktorand/inn/en der doc.funds und transdisziplinär Forschende der #ConnectingMinds fällt eine wichtige Möglichkeit weg, gezielt Drittmittel einzuwerben. Der FWF ist bemüht, im Rahmen der künftigen Entwicklung seines Portfolios entsprechende Förderungsalternativen anbieten zu können. Forschende haben die Möglichkeit, mit dem FWF Kontakt aufzunehmen und sich im Hinblick auf mögliche Förderungsalternativen beraten zu lassen.

Dotierung und Ausrichtung des künftigen „Fonds Zukunft Österreich“ offen

Insgesamt machten die Förderungsmittel der Nationalstiftung beim FWF zwischen 2018 und 2020 im Mittel rund 25 Millionen Euro pro Jahr aus, rund 10 % seines Förderungsbudgets. Um die dadurch finanzierten Programme auch in Zukunft anbieten zu können, unterstützt der FWF gemeinsam mit anderen Einrichtungen der Forschungscommunity eine Petition im Nationalrat, die eine Nachfolge für die Nationalstiftung fordert. Wichtig ist auch, dass der angekündigte „Fonds Zukunft Österreich“ so gestaltet ist, dass der FWF mit seiner themenoffenen Förderung ebenfalls Mittel erhalten kann. Die Petition kann hier online unterzeichnet werden.

Zurück zur Übersicht