Viele kleine Zeitungsausschnitte mit englischen Worten die Coronakrise betreffend, z.B. uncertainty, vaccine, panick ...
Wie reden und denken wir über Corona? Die Kulturwissenschaftlerin Yvonne Völkl untersucht mediale Narrative und ihren Einfluss auf die individuelle und kollektive Resilienz.

Der Wissenschaftsfonds FWF bringt 2021 weitere Corona-Forschungsprojekte auf Schiene. Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Yvonne Völkl (Universität Graz) untersucht jene weitverbreiteten Narrative, die sich während der Pandemie im medialen und politischen Diskurs durchsetzen konnten. Der Biophysiker Peter Pohl (Universität Linz) erforscht mögliche Grundlagen für gänzlich neue Therapieansätze.

Seit dem Beginn der Pandemie reichten über 180 Forschende Förderungsanträge mit einem Volumen von rund 60 Millionen Euro beim Wissenschaftsfonds FWF im Rahmen des Corona-Akutverfahrens ein. Davon konnten bis dato knapp 20 Projekte aufgrund ihrer wissenschaftlichen Exzellenz bewilligt werden. Das Fast-Track-Verfahren für Forschungsanträge, die sich mit SARS-CoV-2 beschäftigen, läuft noch bis Ende März 2021.

Wie wir über Corona reden und denken

Portrait von Yvonne Völkl

Die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Yvonne Völkl (Universität Graz, Institut für Romanistik) untersucht mediale Narrative und ihren Einfluss auf die individuelle und kollektive Resilienz.

© Stefan Kristoferitsch

Die Corona-Pandemie prägt den medial-politischen Diskurs und beeinflusst kulturelle Produktionen aller Art (Romane, Serien, Popsongs etc.). Yvonne Völkl (Universität Graz, Institut für Romanistik) sammelt in ihrem neuen Forschungsprojekt die sogenannten Corona Fictions und untersucht ihre Besonderheiten. Warum verbreiten sich manche Erzählungen und Themen über Corona stärker als andere? Welche Rolle spielen Bilder? Welche Erzählweisen dominieren in Medien im Allgemeinen und in den sozialen Medien im Speziellen? Gemeinsam mit ihrem Team analysiert Yvonne Völkl unterschiedliche Medien(gattungen) aus romanischsprachigen Ländern und geht den dominierenden Themen, der narratologischen Funktion des Virus und der Repräsentation von Minderheiten auf den Grund. Das Forschungsprojekt geht ebenfalls darauf ein, wie Corona Fictions unsere Wahrnehmung von Lockdowns, dem Physical Distancing oder dem Homeoffice steuern und zu individueller und kollektiver Resilienz beitragen können.

Neue Therapieansätze gegen das Coronavirus

Portrait von Peter Pohl

Der Biophysiker Peter Pohl (Universität Linz, Institut für Biophysik) erforscht in seinem Projekt neue Ansätze für künftige Therapien.

© Privat

Die aktuelle Coronavirus-Pandemie ist verheerend, da es noch keine wirksame Behandlung gibt. Peter Pohl (Universität Linz, Institut für Biophysik) versucht zwei völlig neue therapeutische Ansätze zu entwickeln. Im ersten werden Peptide designt, die zunächst das genetische Material der Viren erkennen und dann die infizierte Zelle töten sollen, indem sie die Maschinerie für die Sekretion von Eiweißen bzw. deren Einbau in die Zellmembran hemmen. Im zweiten Ansatz wird eine Methode aufgebaut, mit der kleine Moleküle derart maßgeschneidert werden können, dass sie die Interaktion viraler Hüllenproteine untereinander unterbinden und so den Zusammenbau neuer Viren verhindern. Mit der Erforschung dieser grundlegenden Mechanismen schafft Peter Bohl eine Basis, um beispielsweise künftige Medikamente schneller auf neu auftretende Virusmutanten ausrichten zu können.

FWF-Akutförderung: beschleunigtes Verfahren ohne Qualitätsabstriche

Als unmittelbare Antwort auf die Corona-Pandemie initiierte der FWF im März 2020 die SARS-CoV-2-Akutförderung – ein Fast-Track-Verfahren für Forschungsanträge, die sich mit der Prävention, Früherkennung, Eindämmung sowie Erforschung von SARS-CoV-2 beschäftigen und besonders auf internationale Kooperation setzen. Angesprochen sind darüber hinaus Projekte, die ihr Forschungsinteresse auf technische, ökologische, ökonomische, politische, rechtliche, medizinische, kulturelle, psychologische oder ethische Implikationen von SARS-CoV-2 richten. Die Expertise nahezu aller Fachgebiete der Grundlagenforschung ist in der aktuellen Situation gefragt.

Informationen zu den bisher bewilligten Corona-Forschungsprojekten finden Sie hier:

Newsmeldung Mai 2020
Newsmeldung August 2020
Newsmeldung September 2020
Newsmeldung Oktober 2020
Newsmeldung November 2020
Newsmeldung Dezember 2020

Zurück zur Übersicht