Wassertropfen fällt auf gelb-blau-beleuchtete Wasseroberfläche und verursacht konzentrische Kreise

In seiner jüngsten Bewilligungsrunde konnte der FWF 155 exzellente Forschungsprojekte im Umfang von 53 Millionen Euro auf Schiene bringen. Darunter befinden sich sechs neue doc.funds, die in Graz, Innsbruck, Salzburg und Wien entstehen und speziell Doktorandinnen und Doktoranden fördern. Aus dem künstlerisch-wissenschaftlichen Bereich konnten 13 Projekte im Umfang von 5 Millionen Euro reüssieren. Insgesamt bleibt die Bewilligungssituation für Forschende nach wie vor sehr angespannt, Projekte im Umfang von 22 Millionen Euro können trotz hervorragender Begutachtung nicht umgesetzt werden.

In der aktuellen Kuratoriumssitzung des FWF, die am 8. und 9. März 2021 stattfand, konnten bei einem Antragsvolumen von 228,4 Millionen Euro rund 53 Millionen Euro* bewilligt werden. Dies ergibt eine Bewilligungsquote über alle Programme von 23,4 Prozent. Insgesamt konnten von 567 Anträgen 155 herausragende Projekte reüssieren. Bedauerlicherweise konnten auch gleich zu Beginn des Jahres 2021 wieder Projekte im Gesamtumfang von 22,5 Millionen Euro ausschließlich aufgrund fehlender Ressourcen nicht gefördert werden („approved, but not funded“).

Akutförderung des FWF unterstützt Österreichs Corona-Grundlagenforschung

In den ersten Monaten des Jahres 2021 konnten sieben weitere Akutprojekte mit einem Bewilligungsvolumen von insgesamt 2,6 Millionen Euro auf Schiene gebracht werden. Die SARS-CoV-2-Akutförderung des FWF ist ein Fast-Track-Verfahren für Forschungsanträge, die sich mit der Prävention, Früherkennung, Eindämmung sowie der Erforschung von SARS-CoV-2 beschäftigen. Projekte können noch bis Ende März über diese Schiene eingebracht werden.

  • P 34783 „MikroRNAs als prädiktiver Marker in COVID-19“, Projektleiterin: Alice Assinger, Medizinische Universität Wien, Zentrum für Physiologie und Pharmakologie
  • P 34579 „SARS-CoV-2 Intra-Wirtsdiversität und Transmission“, Projektleiter: Andreas Bergthaler, Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin
  • P 34655 „Mikroskopische Viskoelastizität von COVID-19-Plasma & -Serum“, Projektleiter: Kareem Elsayad, Vienna Biocenter Core Facilities, Advanced Microscopy Facility
  •  P 34641 „Cov_enable: Neudenken von Vulnerabilität in Krisenzeiten“, Projektleiter: Oliver Koenig, Universität Wien, Institut für Bildungswissenschaft
  • P 34584 „Translokonbasierte Entwicklung antiviraler Verbindungen“, Projektleiter: Peter Pohl, Universität Linz, Institut für Biophysik
  • P 34571 „Corona Fictions. Virale Narrative in pandemischen Zeiten“, Projektleiterin: Yvonne Völkl, Universität Graz, Institut für Romanistik
  • P 34857 „Eltern und die COVID-19-Pandemie“, Projektleiterin: Ulrike Zartler, Universität Wien, Institut für Soziologie


Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Die aktuelle budgetäre Situation bringt Licht und Schatten für das doc.funds-Programm. Während in dieser Kuratoriumssitzung noch sechs herausragende doc.funds-Projekte mit einem Gesamtvolumen von 10,6 Millionen Euro bewilligt werden konnten, muss die Ausschreibung 2021 aufgrund der ungewissen Zukunft der Nationalstiftung ausgesetzt werden.

DOC 118 „Challenges of European Integration“
Paris Lodron Universität Salzburg
Koordinator: Michael Blauberger
Innerhalb der EU klafft eine Lücke zwischen den weitreichenden Vereinbarungen der Mitgliedstaaten und ihrer oft mangelhaften Umsetzung. Nach außen herrscht dagegen eine Kluft zwischen hohen Erwartungen an die Rolle der EU und tatsächlich sehr beschränkten Fähigkeiten. Vor diesem Hintergrund wird das genaue Ausmaß dieser Lücken erfasst, werden ihre institutionellen und gesellschaftlichen Ursachen ergründet sowie Wege gesucht, die Lücken zu schließen.

DOC 110 „Image-guided Diagnosis and Therapy (IGDT)“
Medizinische Universität Innsbruck
Koordinatorin: Elke Ruth Gizewski
Das multi- und interdisziplinäre Forschungsprogramm integriert innovative Bereiche der angewandten Mathematik, biomedizinischen Physik, Informatik, Bildgebung und Therapie. Die geplanten Promotionsprojekte sind jeweils so angelegt, dass sie Synergien schaffen und die auf bildgebende Verfahren gestützten Diagnosen und Therapien und damit letztendlich die Patientenversorgung verbessern.

DOC 129 „RESPIMMUN – Immune Modulation in Respiratory Diseases“
Medizinische Universität Graz
Grazyna Kwapiszewska
Atemwegserkrankungen stehen nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen an zweiter Stelle im Hinblick auf Morbidität, Mortalität und sozioökonomische Belastung. RESPImmun wird sich auf das Zusammenspiel von Immunzellen, Entzündungsmediatoren und strukturellen Komponenten konzentrieren, um neue diagnostische und therapeutische Konzepte zu entwickeln. Durch das Verständnis von Lungenkrankheiten wird dazu beigetragen, das Ergebnis für die Patienten zu verbessern und die Bekämpfung von Infektionen wie SARS-CoV-2 zu unterstützen.

DOC 130 „Biomolecular Structures and Interactions“
Medizinische Universität Graz
Tobias Madl
Die Strukturbiologie spielt eine zentrale Rolle in der biomedizinischen Forschung. Im Forschungsprogramm werden Biomoleküle und biomolekulare Komplexe untersucht, die eine wesentliche Rolle bei der Signalübertragung und dem Stoffwechsel von Zellen spielen, wobei der Schwerpunkt auf Proteinen, Proteinkomplexen und Lipid/Protein-Wechselwirkungen liegt, die mit Alterung, Krebs, neurodegenerativen, metabolischen und kardiovaskulären Erkrankungen sowie genetischen Störungen verbunden sind.

DOC 111 „MENTOR – Molecular Mechanisms to Improve Plant Resilience“
Universität Wien
Wolfram Weckwerth
Die Auswirkungen des Klimawandels wie anhaltende Dürre-, Hitze- oder Kälteperioden erzeugen hohen Stress für Nutzpflanzen und deren Produktivität und Qualität, zunehmende dramatische Ernteverluste auf allen Kontinenten sind die Folge. Ein Verständnis der Diversität der Anpassung von Pflanzen an diese drastischen Klimaveränderungen stellt einen wesentlichen Schlüssel für die zukünftige Gewährleistung der Nahrungssicherheit und -qualität dar.

DOC 112 „Liquid-liquid phase separation in biology“
MFPL / Universität Wien
Bojan Zagrovic
Eine der zentralen Fragen in der Biologie betrifft das Verständnis, wie die Zelle in Raum und Zeit organisiert ist. In jüngster Zeit konnte man zeigen, dass sich viele wichtige zelluläre Kompartimente spontan zusammensetzen, wenn Proteine, Nukleinsäuren und andere Biomoleküle zu phasengetrennten, flüssigen Tröpfchen kondensieren. Die so gebildeten biomolekularen Kondensate regulieren viele wichtige biologische Prozesse und wurden auch mit pathologischen Erscheinungen wie neurodegenerativen Erkrankungen und Krebs in Verbindung gebracht.
 

PEEK unterstützt künstlerische Forschung in Österreich

In der März-Kuratoriumssitzung wurden 13 Anträge in den Kreis geförderter PEEK-Projekte (Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste) aufgenommen. Dieses Vorzeige- und Pionierprogramm hat mittlerweile innerhalb der künstlerisch-wissenschaftlichen Community ein weit über die österreichischen Grenzen hinausgehendes Renommee aufbauen können. Insgesamt wurden 62 Anträge mit einem Volumen von 23,8 Millionen Euro international begutachtet. Bewilligt werden konnten nun 13 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 5,2 Millionen Euro. Das Begutachtungsverfahren erfolgte wie in jedem Jahr unter Einbindung des hochkarätig besetzten internationalen PEEK-Boards, das die internationalen Gutachterinnen und Gutachter nominiert und in der Folge dem FWF-Kuratorium eine Förderungsempfehlung übergibt. Die bewilligten Projekte sind:

  • AR 650 „The Unexpected: Enquiries on Human-AI Interactions“, Projektleiterin: Pamela Breda, Universität für angewandte Kunst Wien, Digitale Kunst
  • AR 669 „VRinMotion“, Projektleiterin: Franziska Bruckner, FH St. Pölten, Institut für Creative Media/Technologies
  • AR 688 „Thou Shalt Not Speak“, Projektleiter: Erik Bünger, Universität für angewandte Kunst Wien, Zentrum Fokus Forschung
  • AR 679 „Conviviality as Potentiality“, Projektleiterin: Marina Grzinic Mauhler, Akademie der bildenden Künste, Institut für bildende Kunst
  • AR 626 „Dismantling the Archive“, Projektleiter: Roland Innerhofer, Universität Wien, Institut für Germanistik
  • AR 658 „Mythopoesis for Techno-Living Systems“, Projektleiterin: Ursula Mayer, Akademie der bildenden Künste, Institut für Kunst und Kulturwissenschaften
  • AR 633 „platFORMed city“, Projektleiter: Peter Mörtenböck, Technische Universität Wien, Institut für Kunst und Gestaltung
  • AR 640 „Atlas of Smooth Spaces“, Projektleiterin: Hanne Pilgrim, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Institut für Musik- und Bewegungspädagogik/Rhythmik sowie Musikphysiologie
  • AR 682 „ZOZAN Approaching mobility via multimedia art“, Projektleiterin: Maria Six-Hohenbalken, Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Institut für Sozialanthropologie
  • AR 687 „Semiotic Symbiosis for the Posthuman Commons“, Projektleiter: Klaus Spiess, Medizinische Universität Wien, Zentrum für Public Health
  • AR 628 „Confronting Realities – Filmische Autosoziobiographien“, Projektleiterin: Claudia Walkensteiner-Preschl, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Institut für Film und Fernsehen
  • AR 664 „Radical Matter“, Projektleiter: Virgil Widrich, Universität für angewandte Kunst Wien, Art & Science
  • AR 674 „morphoPoly. A (...) design game for morphing city models“, Projektleiterin: Katherina Zakravsky, Universität für angewandte Kunst Wien, Social Design, Expositur


Qualität, Fairness, Transparenz

Der FWF steht neben höchster wissenschaftlicher Qualität, Internationalität und Fairness auch für maximale Transparenz. Sämtliche bewilligten Forschungsprojekte werden detailliert auf der FWF-Website dargestellt, zu finden unter: https://pf.fwf.ac.at/de/wissenschaft-konkret/project-finder.

Darüber hinaus werden zu jeder Kuratoriumssitzung Statistiken zur Verfügung gestellt, zu finden unter: https://www.fwf.ac.at/de/ueber-den-fwf/foerderungsstatistiken/.

* Hinweis: Bewilligungszahlen wurden am 30. März 2021 aktualisiert

Kontakt:

Marc Seumenicht
Stv. Leiter Kommunikation, Pressesprecher
scilog.fwf.ac.at | @FWF_at | @FWFOpenAccess

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