Im Rahmen einer Pressekonferenz blickten FWF-Präsident Christof Gattringer, FWF-Vizepräsident Gregor Weihs, uniko-Präsidentin Sabine Seidler und Wissenschaftsminister Heinz Faßmann auf das Forschungsjahr 2020 zurück und stellten mit excellent=austria die neue Exzellenzinitiative für die Grundlagenforschung vor. © FWF/Daniel Novotny

In seiner heutigen Pressekonferenz stellte der Wissenschaftsfonds FWF seine Leistungsbilanz 2020 vor. Insgesamt investierte der FWF im letzten Jahr 243,6 Millionen Euro in über 700 Forschungsprojekte. Aktuell bringen in Österreich 4.343 Forschende dank einer FWF-Förderung den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn in allen Bereichen der Grundlagenforschung voran. Besonderes Augenmerk legte der FWF auf die rasche Umsetzung Corona-relevanter Forschungsprojekte. 24 Teams konnten im Schnellverfahren gefördert werden.

Umfangreicher, internationaler und risikofreudiger als je zuvor fällt die Bilanz des Wissenschaftsfonds FWF mit Blick auf das Forschungsjahr 2020 aus. Die von Forschenden in Österreich beantragte Fördersumme überschritt im letzten Jahr erstmals die Milliarden-Euro-Marke. Davon konnten Forschende und ihre Projekte, die sich im internationalen Kontext auf Basis eines streng qualitätssichernden Verfahrens als exzellent erwiesen hatten, im Umfang von 243,6 Millionen Euro bewilligt werden. Dies entspricht einem Plus von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nicht zuletzt aufgrund der Budgetsteigerungen durch das BMBWF ist 2021 mit einer Bewilligungssumme von rund 269 Millionen Euro zu rechnen.

„Forschende bringen ganz neue Erkenntnisse hervor, von denen Wirtschaft und Gesellschaft langfristig profitieren. Gerade in der Krise können wir uns auf die Wissenschaft verlassen. Im Impfstoff zeigt sich, welche positiven Resultate jahrelange Grundlagenforschung ermöglicht. Mit jedem Euro, den Österreich in exzellente Forschung investiert, sichern wir eine bessere Zukunft“, so Christof Gattringer, Präsident des Wissenschaftsfonds FWF.

Diese Einschätzung bestätigt auch Wissenschaftsminister Heinz Faßmann, der den Stellenwert der Grundlagenforschung im Allgemeinen und die qualitätsorientierte Förderungsvergabe des Wissenschaftsfonds FWF im Speziellen hervorhebt: „Forschende arbeiten unermüdlich daran, Unmögliches möglich zu machen. Der FWF ist mit seiner themenoffenen und an internationalen Qualitätsmaßstäben orientierten Vergabe der Schlüssel für zukunftsweisende Spitzenforschung in Österreich. Von deren Innovationskraft profitieren Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen.“

Bewilligungssituation bleibt angespannt

Die Bewilligungssituation bleibt aufgrund des steigenden Antragsvolumens und der exzellenten Begutachtungslage weiter angespannt. Projekte im Umfang von 61 Millionen Euro konnten 2020 als „approved but not funded“ wegen fehlender Mittel nicht auf Schiene gebracht werden. Bleibt es beim Ausfall der Förderfinanzierung über die Sonderdotierung der Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung, wird sich die Situation für viele Forschende, speziell im Nachwuchsbereich, noch zusätzlich verschärfen.

Forschende aus allen Wissenschaftsdisziplinen gleichermaßen erfolgreich

Betrachtet man die Bewilligungsquoten der drei Wissenschaftsbereiche, so zeigt sich, dass Forschende aus allen Disziplinen gleichermaßen reüssieren können. Den größten relativen Anteil nehmen Forschende aus Naturwissenschaften und Technik ein, gefolgt von Kolleginnen und Kollegen aus der Biologie und den Geistes- und Sozialwissenschaften.

Mehr Anträge denn je: Österreichs Forschende reichten Forschungsprojekte im Umfang von über einer Milliarde Euro ein, davon konnte der FWF Vorhaben im Umfang von 243,6 Millionen ins Rollen bringen (in Mio. Euro, 2020).


Mehr Mittel für internationale Kooperationen als je zuvor

Ein besonderes Augenmerk legt der Wissenschaftsfonds FWF auf die Förderung der Internationalität: Rund drei Viertel aller 2020 laufenden Projekte arbeiten mit internationalen Partnern zusammen. Dass eine starke internationale Vernetzung ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist, hat sich in der Coronakrise deutlich gezeigt. Im Bereich der Internationalen Programme vergab der FWF 2020 ein Fördervolumen von 38 Millionen Euro, das höchste in der Geschichte des FWF in diesem Bereich.

Internationales Peer-Review mit weltweit führenden Forschenden

Internationale Qualitätsmaßstäbe bestimmen auch die Förderungsvergabe beim FWF, einziges Entscheidungskriterium für eine Förderung ist die wissenschaftliche Exzellenz. Im Jahr 2020 wurden zur Beurteilung von knapp 3.000 Anträgen rund 4.900 internationale Gutachten aus 73 Ländern eingeholt, zum Großteil von Forschenden aus den USA, Deutschland und Großbritannien.

Investition in die Zukunft: Zwei Drittel aller Forschenden jünger als 35 Jahre

Bei einer Gesamtbetrachtung der Altersverteilung aller laufenden FWF-geförderten Projekte zeigt sich das große Zukunftspotenzial der heimischen Spitzenforschung: Über zwei Drittel aller aktuell vom FWF-geförderten Personen, rund 3.000 Forscherinnen und Forscher, sind jünger als 35 Jahre.

Die FWF-Grants eröffnen der nächsten Generation neue Wege: Zwei Drittel aller FWF-geförderten Spitzenforscher/innen sind jünger als 35 Jahre.


Schwerpunkt Coronaforschung: 24 Projekte im Schnellverfahren bewilligt

Als Reaktion auf die Coronapandemie setzt der Wissenschaftsfonds FWF ein Schnellverfahren zur Förderung der Coronaforschung auf. Insgesamt reichten 268 Forschende aus ganz Österreich Projekte und Studien ein, 24 davon konnten im Umfang von 8 Millionen Euro realisiert werden. Darunter sind Forschungsprojekte im Bereich klinischer Studien, der Biomedizin, aber auch sozialwissenschaftliche Analysen, um die Auswirkungen der Krise umfassend verstehen zu können.

Bundesländer-Ranking: Wien, Tirol und Steiermark vorne

Knapp zwei Drittel des FWF-Förderungsbudgets können Forschende, die in Wien tätig sind, einwerben. Danach folgt Tirol mit einem Anteil von 14 % vor der Steiermark auf dem dritten Platz mit 12,9 % der Fördermittel. Weitere exzellente Forschungsprojekte konnten auch in Oberösterreich (4,3 %), Niederösterreich (3 %), Salzburg (2 %), Kärnten (1,2 %) und Vorarlberg (0,4 %) starten.

Wien, Tirol und die Steiermark konnten die meisten Mittel für exzellente Grundlagenforschung einwerben.


Neue Initiativen in der Forschungsförderung

Im erstmals durchgeführten 1000-Ideen-Programm konnten 24 besonders risikofreudige Projekte in ihrer Frühphase ermöglicht werden. Bei den ebenfalls neuen Zukunftskollegs konnten vier Projekte mit Schwerpunkt Nachwuchsförderung mit rund 9 Millionen Euro gefördert werden. In der ersten Antragsphase des neuen transdisziplinären Programms #ConnectingMinds reichten 56 Teams aus ganz Österreich ein, 2021 werden die ersten Projekte starten können.

Verbesserte Darstellung der Leistungszahlen in neuem FWF-Dashboard

Einen Jahresrückblick sowie die gesamten Leistungszahlen finden Sie im aktuellen FWF-Jahresbericht. Darüber hinaus bietet das neue FWF-Dashboard die Möglichkeit, sämtliche Förderkennzahlen und -statistiken aus allen Programmen abzurufen.

FWF-Jahresbericht 2020 (pdf, 4,47MB) (barrierefreies PDF)
FWF-Dashboard (FWF-Website)

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