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Seit Ende April können hoch qualifizierte Postdocs im Karriereformat ESPRIT einreichen – ganzjährig und in jeder Disziplin. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Chancengleichheit, die durch eine externe wissenschaftliche Begleitung begutachtet wird. Wir haben die häufigsten Fragen und Antworten zum neuen Förderprogramm zusammengefasst.

Mit 27. April 2021 hat die Förderschiene ESPRIT das Lise-Meitner- und das Hertha-Firnberg-Programm abgelöst. Mit dem neuen Programm bietet der Wissenschaftsfonds FWF jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bis zu fünf Jahren nach ihrem Doktorat verbesserte Karriereperspektiven. ESPRIT zielt darauf ab, herausragende und kreative in der Wissenschaft tätige Personen aus dem In- und Ausland zu gewinnen und Österreichs Forschungsstätten zu stärken. Dafür stehen im ESPRIT-Programm rund 20 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, die beiden Vorläuferprogramme verfügten insgesamt über rund 13 Millionen Euro jährlich. Neben dem höheren Förderungsbudget profitieren junge Forschende zusätzlich von längeren Projektlaufzeiten (drei Jahre), mehr Flexibilität und ganzjährigen Einreichungen.

Externe Evaluierung begleitet Umstellung

Auch Chancengleichheit und Mentoring sind zentrale Aspekte von ESPRIT. Um Gleichstellung sicherzustellen, sind in allen Programmphasen, von der Antragstellung über die Entscheidungsfindung bis zur Durchführung des Projekts, entsprechende Maßnahmen implementiert. So ist unter anderem die Hälfte der Projektförderung für Frauen reserviert. Damit seine Qualitätsansprüche gewährleistet sind, hat der FWF zudem eine externe wissenschaftliche Begleitung des neuen Programms initiiert. Mit besonderem Fokus auf Chancengleichheit wird ESPRIT durch das EU-Projekt GRANteD evaluiert, dazu braucht es möglichst viele Daten. Um diese an GRANteD weiterleiten zu können, ist die aktive Zustimmung in der Antragstellung sowohl der Projektleitenden als auch der Forschungsstätten notwendig.

Häufige Fragen und Antworten

Für Antragstellende bietet der FWF laufend Informationsveranstaltungen an, an denen großes Interesse besteht. Die wichtigsten Fragen und Antworten werden auf der Website des FWF laufend aktualisiert. Wir haben die Antworten auf die fünf häufigsten Fragen aus den vergangenen Webinaren zusammengefasst:

1. Wer soll Mentorin / Mentor für mein ESPRIT-Projekt sein?

Die Mentorin / Der Mentor soll nicht nur das Forschungsprojekt, sondern insbesondere auch die Kompetenz- und Karriereentwicklung der Projektleitung unterstützen. Damit können Mentorinnen und Mentoren wesentlich dazu beitragen, dass ihre Mentees ein eigenständiges Forschungsprofil entwickeln. Die individuell abgestimmte Unterstützung und die Details der Interaktionen zwischen Mentor/in und Mentee müssen im Karriere- und Mentoringplan im Rahmen der Antragstellung beschrieben werden. Die Mentorin / Der Mentor muss in einem relevanten Forschungsgebiet an derselben oder einer anderen österreichischen Forschungsstätte tätig sein. Auch die vormalige PhD-Betreuerin bzw. der vormalige PhD-Betreuer kann die Mentorenrolle grundsätzlich erfüllen. Allerdings rät der FWF von dieser Konstellation aufgrund von Bedenken vieler Fachgutachterinnen- und -gutachter ab.

2. Darf ich mehr als eine Mentorin / einen Mentor haben?

Eine Person, die an einer österreichischen Forschungsstätte tätig ist, muss die hauptverantwortliche Rolle der Mentorin / des Mentors übernehmen. Unterstützung und diversifizierte Expertise durch zusätzliche Personen ist möglich und kann im Karriere- und Mentoringplan dargestellt werden. Zusätzliches Mentoring kann auch durch Personen erfolgen, die im Ausland tätig sind.

3. Der FWF legt im ESPRIT-Programm besonders Wert auf Frauenförderung, was bedeutet das konkret?

Die Hälfte der Förderungsmittel wird für Frauen reserviert. Bei der Auswahl der Projekte werden bei gleicher Qualifikation der Antragstellenden und gleicher Qualität der Anträge Frauen bevorzugt. Die Programmunterlagen wurden so gestaltet, dass Karriereunterbrechungen keine Nachteile bringen. Vorgaben an CVs und Fragen an die Gutachterinnen und Gutachter wurden mit besonderem Augenmerk auf Chancengleichheit erstellt. Frauen erhalten bei Vollzeitbeschäftigung bis zum dritten Geburtstag des Kindes eine Kinderpauschale. Darüber hinaus bietet der FWF Frauen mit laufenden ESPRIT-Projekten Netzwerkaktivitäten (jährliche Workshops und Netzwerktreffen) und Maßnahmen zur Sichtbarmachung an.

4. Welche Karriereunterbrechungen werden für die Erfüllung der Antragsberechtigung von maximal fünf Jahren nach dem Doktoratsabschluss berücksichtigt?

Der FWF rechnet maximal drei Jahre pro Kind an für die Zeit der Erziehung von Kindern, die nach Abschluss des Doktoratsstudiums geboren wurden, und aliquote Zeiten für Kinder, die innerhalb von drei Jahren vor der Promotion geboren wurden. Für Frauen wird diese Zeit pauschal berücksichtigt. Für Männer werden nur tatsächliche nachgewiesene Karenzzeiten berücksichtigt. Kommt es zu krankheitsbedingten Karriereunterbrechungen, rechnet der FWF diese mit entsprechenden Nachweisen an. Zeiten für Arbeitssuche oder Anstellungen außerhalb der Forschung gelten nicht als Karriereunterbrechungen.

5. Ich habe eine unbefristete Stelle im nicht wissenschaftlichen Bereich inne. Bin ich für ESPRIT antragsberechtigt?

Wenn eine unbefristete Stelle im nicht wissenschaftlichen Bereich vorliegt, ist eine Antragstellung erlaubt. Hat die antragstellende Person jedoch eine unbefristete wissenschaftliche Stelle inne oder eine Stelle mit der Möglichkeit zur Entfristung (zum Beispiel eine Laufbahnstelle), kann nur dann ein Antrag gestellt werden, wenn das ESPRIT-Projekt an einer anderen Forschungsstätte durchgeführt werden soll.

Weitere Informationen zum ESPRIT-Karriereprogramm, den Antragsvoraussetzungen und Förderungskriterien:

ESPRIT-Programminformationen

ESPRIT-FAQ

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