Am 31. März 2014 erreichte den FWF die traurige Nachricht vom viel zu frühen Ableben seines ehemaligen Vizepräsidenten Herbert Gottweis nach langer, schwerer Krankheit. Aus der Mitte seines Schaffens gerissen, hinterlässt er seine Ehefrau und seine drei Kinder. Tief betroffen gedenkt der FWF seines Wirkens. Die Anteilnahme in diesen schweren Stunden gilt seiner Familie.

Ein Leben für die Wissenschaft
Nach seinem Studium der Politikwissenschaft an der Universität Wien und der University of Rochester (USA) promovierte Gottweis 1984 an der Universität Wien. Danach ging er als Universitätsassistent an die Universität Salzburg. Diese Jahre waren auch geprägt von zahlreichen Auslandsaufenthalten, so ging Gottweis mit einem Schrödinger-Auslandsstipendium 1989/90 an das Center for European Studies an der Harvard University sowie 1992/93 als Andrew Mellon Foundation Fellow ans Massachusetts Institute of Technology (MIT). Von 1993 bis 95 war Herbert Gottweis Assistant Professor am Department of Science and Technology Studies an der Cornell University (USA), 1997 war er Visiting Professor am Department of Social Studies an der Hong Kong University of Science and Technology. Im selben Jahr habilitierte sich Gottweis an der Universität Salzburg.

1998 wurde Herbert Gottweis ans Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien berufen. Dort gründete und leitete er unter anderem die Life-Science-Governance-Forschungsplattform. Seine Forschungen und Publikationen lagen zumeist an der Schnittstelle zwischen Sozialwissenschaften, Naturwissenschaften und Medizin.

Seit 2003 war Gottweis zudem Research Associate am BIOS Center der London School of Economics. Das Jahr 2004 führte ihn als Gastprofessor an die Australian School of Environmental Studies der Griffith University. Seit 2009 war Herbert Gottweis Visiting Professor am Institute of Advanced Studies an der United Nations University, Tokyo. Ebenfalls Visiting Professor war Gottweis an der Kyung Hee University in Seoul.

FWF-Präsident Christoph Kratky holte Herbert Gottweis, der schon seit dem Jahr 2001 Referent im Kuratorium des FWF war, im Jahr 2005 als Vizepräsident für den Bereich "Geistes- und Sozialwissenschaften" in sein Team. Als von allen Seiten geschätzter Vizepräsident wurde Gottweis zweimal in dieser Funktion bestätigt und blieb so die gesetzlich maximal zulässige Funktionsdauer von knapp neun Jahren Präsidiumsmitglied des Wissenschaftsfonds. Herbert Gottweis setzte sich in dieser Zeit – wie auch abseits des FWF – insbesondere für den Nachwuchs sowie die Internationalisierung ein. Die sichtbare Präsenz der Geistes- und Sozialwissenschaften beispielsweise bei den FWF-Doktoratsprogrammen sind seinem Engagement geschuldet.

Bleibende Lücke
Mit Herbert Gottweis verliert Österreich einen seiner national wie international profiliertesten Politikwissenschafter, Unterstützer des wissenschaftlichen Nachwuchses, sowie Fürsprecher für die Geistes- und Sozialwissenschaften. Der FWF und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kolleginnen und Kollegen, die mit ihm arbeiten durften, verlieren darüber hinaus einen geschätzten Freund. Herbert Gottweis musste viel zu früh gehen und die Lücke, die er hinterlässt, wird bestehen bleiben.

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