Frage 2

Unsere Nachbarländer Deutschland und Schweiz investieren massiv in Grundlagenforschung und Exzellenzförderung: Was muss geschehen, damit Österreich nicht weiter zurückfällt?

SPÖ – Sozialdemokratische Partei Österreichs

Erstens müssen die Mittel für die Grundlagenforschung weiter erhöht werden und zweitens müssen diese Mittel konsequent zur Steigerung der wissenschaftlichen Exzellenz eingesetzt werden. Bezüglich der Steigerung der Mittel ist die SPÖ auch weiterhin dem Erreichen des 3,76% Ziels der Forschungsausgaben am BIP verpflichtet. Die dafür nötige Erhöhung der öffentlichen Mittel für Forschungsförderung soll zu einem überwiegenden Teil in die Grundlagenforschung investiert werden. Um dadurch tatsächlich eine konsequente Steigerung der wissenschaftlichen Exzellenz zu gewährleisten, soll der überwiegende Teil dieser Mittel über kompetitive Instrumente (z.B. FWF) und Leistungsvereinbarungen vergeben werden.

Zur strukturellen Unterstützung von Exzellenz ist im Plan A darüber hinaus auch eine „Exzellenz Initiative“ nach deutschem Vorbild vorgesehen.

ÖVP – Österreichische Volkspartei

Österreich ist mittlerweile Spitzenklasse, wenn es um die Investition in Forschung geht. 11 Milliarden Euro werden jährlich von Unternehmen und der öffentlichen Hand investiert. In den Ergebnissen und der Effizienz haben wir aber noch Aufholbedarf. Forschung und Innovation sind eine wichtige Voraussetzung, um in der Zukunft erfolgreich zu sein. Wir müssen die Rahmenbedingungen für Forschung noch weiter verbessern, die Förderlandschaft reformieren, One-Stop-Shops etablieren und einfachere Prozesse einführen.

FPÖ – Freiheitliche Partei Österreichs

Die FPÖ fordert in ihrem freiheitlichen Wirtschaftsprogramm für Offensivmaßnahmen eine Milliarde Euro für die Grundlagenforschung. Neben der Bereitstellung dieser zusätzlichen öffentlichen Mittel ist es auch notwendig, den privaten Sektor stärker zu motivieren. Auch die Universitäten sind dabei gefordert, echte Drittmittel einzuwerben. Über ein Anreizsystem soll es für diese Mittel zusätzlich öffentliche Gelder geben.

Die Grünen – Die Grüne Alternative

Die Mittel für den FWF müssen verdreifacht werden. Zudem fordern wir Grüne, dass der Wissenschaftsfonds eine längerfristige Zusage erhält, die auch gesetzlich abgesichert ist, ähnlich der Regelung im Universitätsgesetz (§ 12 Abs 2 UG). Es ist nicht zumutbar dass – wie derzeit – unklar ist, ob die Finanzierungszusagen für die nächsten vier Jahre halten oder nicht.

Wünschenswert wäre aus unserer Sicht auch die Einführung einer mittleren Ebene der Forschungsförderung. Es gibt viele gute Forschungsprojekte, die vom FWF nicht genehmigt werden (können), deren Durchführung aber dennoch sinnvoll wäre. Davon würde insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs profitieren.

NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum

Die Förderung der Grundlagenforschung muss in einem Wettbewerb auf Grundlage eines internationalen Begutachtungsprozesses erfolgen, der Interventionen und politische Einflussnahme bei der Themensetzung und Mittelvergabe ausschließt. Im Wettbewerb definierte Exzellenzcluster sollen etabliert werden und den hochwertigen Forschungsnachwuchs fördern. Der dafür zuständige Wissenschaftsfonds FWF muss mit ausreichend budgetären Mitteln ausgestattet werden, die das Niveau der Agenturen in Top-Ländern wie Schweiz, Niederlande oder Schweden erreichen.