Frage 3

Spitzenforschung ist global vernetzt. Die bestehenden arbeits- und steuerrechtlichen Hürden in Österreich, die einen regen persönlichen Austausch von Wissenschaftler/inne/n in kurz- und mittelfristigen anstellungsähnlichen Verhältnissen (Stipendien, Fellowships etc.) behindern, müssen beseitigt werden. Was planen Sie, um Österreichs Platz in der internationalen Forschungslandschaft zu stärken?

SPÖ – Sozialdemokratische Partei Österreichs

Die Beseitigung der derzeit existierenden arbeits- und steuerrechtlichen Hürden für die Arbeit von ausländischen WissenschaftlerInnen in Österreich muss oberste Priorität haben. Wissenschaftliche Exzellez ist ohne den ungehinderten und intensiven personellen internationalen Austausch undenkbar.

Dieser Abbau von Hürden ist eine eminent notwendige Bedingung, aber natürlich bei weitem nicht ausreichend. Die Attraktivität des österreichischen Wissenschafts- und Hochschulsystem steht und fällt mit seiner wissenschaftlichen Qualität und der damit verbundenen internationalen Reputation. Auch unter diesem Gesichtspunkt ist die in Punkt 2 angesprochene Steigerung der wissenschaftlichen Exzellenz von höchster Bedeutung.

ÖVP – Österreichische Volkspartei

Exzellente Wissenschaft lebt auch von den besten Köpfen von morgen. Daher wollen wir bessere Karrierechancen für junge Forscherinnen und Forscher an den Universitäten durch zusätzliche Laufbahnstellen schaffen, die eine verbindliche Perspektive in der Wissenschaft ermöglichen. Darüber hinaus müssen bestehende Instrumente, um hochqualifizierte Arbeitskräfte nach Österreich zu holen, weiterentwickelt werden, damit unser Land im Wettbewerb um die größten Talente erfolgreich sein kann.

FPÖ – Freiheitliche Partei Österreichs

Die diesbezüglichen Hürden für Spitzenkräfte gehören abgeschafft. Statt einer Willkommenskultur für alle, braucht es eine Willkommenskultur für genau diese Personen. Darüber hinaus müssen Maßnahmen ergriffen werden, um österreichischen Spitzenforschern den Verbleib in der Heimat schmackhaft zu machen. Beispielsweise durch langfristige Finanzierungszusagen und den Aufbau von Exzellenzclustern. So wäre ein Forschungsfinanzierungsgesetz (wurde seitens der Bundesregierung schon seit 2009 versprochen) dringend notwendig. Auch eine Verlängerung der LV-Periode auf fünf Jahre brächte mehr Planungssicherheit für längerfristige Personalplanungen.

Die Grünen – Die Grüne Alternative

Leider steht ein großer Teil der Probleme in diesem Bereich in Zusammenhang mit fremdenfeindlichen Einstellungen, die es generell zu bekämpfen gilt. Grundsätzlich muss der hohe bürokratische Aufwand reduziert werden. Das gilt nicht nur für Wissenschaftler_innen, die an eine österreichische Universität kommen, sondern auch für Studierende. Auch hier müssen die Hürden – doppelte Studiengebühren, Vermögensnachweise und die Behinderung von Erwerbsarbeit sowohl während des Studiums als auch nach dem Abschluss – beseitigt werden.

NEOS – Das Neue Österreich und Liberales Forum

Die Politik muss im Zusammenwirken mit Forschungsgemeinschaften strategisch strukturelle Förderungsziele definieren und sich bei der Beauftragung einzelner inhaltlicher Förderprogramme jedoch enthalten. Und auch die Förderungsagenturen müssen eigenverantwortlich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben agieren und für die Ergebniserreichung verantwortlich sein. Bei den Förderungsentscheidungen und bei der Personalauswahl wollen wir parteipolitische Interventionen völlig ausschalten.

Für die Absicherung der Forschungstätigkeit von nicht-kommerziellen außeruniversitären Forschungseinrichtungen wollen wir – analog zu den Universitäten und Fachhochschulen – einen Sockelbetrag für die Basisinfrastruktur bereitstellen, der kompetitiv auf Grundlage einer Ausschreibung und der Evaluation des Antrags vergeben wird. Dieser soll sich nach den bisherigen Leistungen und der Plausibilität der Darstellung des Bedarfs richten und die Vergabe an eine behördlich legitimierte Leistungsvereinbarung gebunden sein, die mit dem jeweiligen Institut abgeschlossen wird. Abgesehen von einem möglichen Sockelbetrag für nicht-kommerzielle außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wollen wir, dass eine weitere Finanzierung der außeruniversitären (sowie kooperativen) Forschung erfolgt - analog zur projektbezogenen Finanzierung der universitären Forschung.