Open Access Policy bei FWF-Projekten

Als Unterzeichner der Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities hat sich der FWF verpflichtet, den freien und nachhaltigen Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen und Forschungsdaten zu unterstützen. In diesem Sinn verpflichtet und fördert der FWF alle ProjektleiterInnen und ProjektmitarbeiterInnen, ihre Forschungsergebnisse im Internet frei zugänglich zu machen.

Folgendes ist dabei zu berücksichtigen:

1. Open Access Verpflichtung für wissenschaftliche Publikationen

a) Gold Open Access:
Open Access von Publikationen kann durch die direkte Veröffentlichung in einem Open Access Organ gewährleistet werden. Die Endversion der Publikation soll über die Webseite des gewählten Mediums, unter Verwendung der Creative Commons Attribution (CC-BY) Lizenz, unmittelbar und uneingeschränkt zugänglich gemacht werden. Diese Lizenz ermöglicht die sofortige Hinterlegung der Originalversion in anderen Repositorien ohne Einschränkung auf Wiederverwendung (siehe 7. "Licensing"). Dies kann die Zahlung einer Gebühr an den Verlag erforderlich machen (siehe 2. "Publikationskosten").

Falls durch Verlage angeboten und von den AutorInnen gewünscht, können auch Zahlungen für Open Access einzelner Artikel in Subskriptionszeitschriften (Hybrid Open Access) übernommen werden. Es gelten die gleichen Regeln wie für Gold Open Access.

b) Green Open Access:
Open Access für Publikationen kann auch durch die Selbstarchivierung der vom Verlag akzeptierten Version (accepted manuscript) in einem disziplinenspezifischen oder institutionellen Repositorium erfolgen (siehe 3. "Repositorien"). Für die Archivierung ist zumindest die Lizenz CC-BY-NC zu verwenden, die eine nicht-kommerzielle Wiederverwendung ohne Einschränkung ermöglicht. Falls es Embargozeiten gibt, vor deren Ablauf die Selbstarchivierung bereits publizierter Forschungsergebnisse in disziplinspezifischen oder institutionellen Repositorien nicht gestattet wird, sollten diese nicht länger als sechs, in Ausnahmefällen zwölf Monate sein. Sind die Embargozeiten länger, muss der FWF kontaktiert und im Abschlussbericht eine Begründung angegeben werden. Zu den Selbstarchivierungs-Politiken der Verlage siehe: www.sherpa.ac.uk

In einigen Fällen gibt es spezielle Abkommen zwischen dem FWF und Verlagen über Rabatte, Kostenverrechnungen oder Embargozeiten. Die AutorInnen werden von den Verlagen während des Einreichverfahrens darauf hingewiesen.

2. Publikationskosten können in allen FWF-Programmen für wissenschaftliche, in referierten Fachorganen veröffentlichte Publikationen bis zu drei Jahre nach Projektende beantragt werden. Für Monographien, Proceedings und Sammelbänden können ausschließlich Kosten geltend gemacht werden, wenn sich der Verlag zu Gold Open Access verpflichtet.

Bei vom FWF geförderten, selbstständigen Publikationen (Bücher u.ä.) ist die zeitgleiche Open Access Veröffentlichung der elektronischen Kopie in der FWF-E-Book-Library verpflichtend.

Zur Kostenübernahme siehe: Publikations- und Kommunikationsförderung

3. Repositorien: Publikationen sollen in Repositorien mit einem nachhaltigen Zugang archiviert werden. Zur Wahl stehen entweder disziplinspezifische Repositorien wie Europe PubMedCentral (Life Sciences), arXiv (Naturwissenschaften) RePEc (Wirtschaftswissenschaften), SSRN (Sozial- und Geisteswissenschaften) u.ä. oder institutionelle Repositorien, siehe: www.opendoar.org

Sind die Publikationen aus dem Bereich der Life Sciences (inkl. verwandter Themenbereiche), sind die Projektbeteiligten aufgefordert, ihre referierten Publikationen im Volltextarchiv Europe PubMedCentral frei zugänglich zu archivieren. Davon betroffene Projekte werden von Europe PubMedCentral per E-Mail gesondert informiert. Für Details siehe: Europe PMC Guidelines for Researchers(pdf, 177KB)

4. Open Access bei Forschungsdaten: Wann immer rechtlich und ethisch möglich, sollen Forschungsdaten und ähnliche Materialien, die mit FWF-Mitteln erhoben und/oder ausgewertet werden, mit der Publikation durch die ProjektleiterInnen und ProjektmitarbeiterInnen gemäß disziplinspezifischen Standards, spätestens aber zwei Jahre nach Projektende in disziplinspezifischen oder institutionellen Repositorien frei zugänglich gemacht werden. Sie sind zitierfähig und möglichst ohne Einschränkung auf Wiederverwendung zu archivieren, siehe: www.databib.org

5. Acknowledgement: Die Projektleitung verpflichtet sich zur Erwähnung des FWF bei jeder Präsentation und/oder Veröffentlichung von Forschungsergebnissen aus einem vom FWF geförderten Projekt. Auf folgende konsistente Nennung muss dabei strikt geachtet werden: Austrian Science Fund (FWF): [Projektnummer]

6. Dokumentation: Im Endbericht an den FWF sind die Open Access Aktivitäten mit einem persistent identifier für die Publikationen und Forschungsdaten nachzuweisen (u.a. DOI, URL, URN, PubMed-ID).

7. Weitere wichtige Quellen:

Declarations
Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities

Open Access Publishing
Directory for Open Access Journals
Open Access Book Publisher

Licensing
OASPA Standards
OAPEN-UK: Guide to Creative Commons for Humanities and Social Science Monograph Authors

Open Research Data
Registry of Research Data Repositories
Royal Society Report: Science as an open enterprise. Open data for open science

Open Access News
FWF News
FWF Twitter


FWF-Kontakt

Dr. Falk Reckling