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Artificial intelligence for personalised medicine in depression (ArtiPro)

ArtiPro

Roberto Francesco Giovanni Viviani (ORCID: 0000-0002-7517-6006)
  • Grant-DOI 10.55776/I5903
  • Bewilligungs­summe International – Multilaterale Initiativen
  • Status Beendet
  • Projekt­beginn 01.05.2022
  • Projektende 30.04.2026
  • Bewilligungs­summe 287.060 €

weitere EU-Initiativen: ERA PerMed

Wissenschaftsdisziplinen

Klinische Medizin (40%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (60%)

Keywords

  • Personalized Medicine,
  • Depression,
  • Biomarkers,
  • Functional Imaging,
  • Machine Learning
Abstract Zusammenfassung

Personalisierte Medizin zielt darauf ab, die Therapieresponse auf der Grundlage eines persönlichen Profils vorherzusagen, das klinische, biologische und genetische Daten umfasst. Der Schwerpunkt dieses Projekts liegt auf Depression. Es zielt darauf ab, eine Plattform für künstliche Intelligenz einzurichten, die Daten aus der klinischen Forschung zu den Elementen dieser Profile zusammenführt, um Prädiktoren für das Ansprechen auf eine Depressionsbehandlung zu ermitteln. Die Ergebnisse werden in einer einz igen Datenplattform zusammengeführt, die es ermöglicht, große multimodale Datensätze zu nutzen, um prädiktive Modelle für Symptome und Ergebnisdaten zu entwickeln und so die Wirkung dieser Daten zu erhöhen. Es werden Ansätze der künstlichen Intelligenz untersucht, um neue Biomarker zu identifizieren, die das Ansprechen auf die Behandlung vorhersagen können. Dies wird dazu beitragen, ein Entscheidungshilfesystem für die personalisierte Therapie zu entwickeln und gleichzeitig die spezifischen ethischen und rechtlichen Anforderungen zu ermitteln, die erfüllt werden müssen.

Das Projekt erzielte wesentliche Fortschritte in der pharmakogenetischen Modellierung und der personalisierten Pharmakotherapie. In Zusammenarbeit mit Deutschen und norwegischen Partner entwickelte das Team zunehmend anspruchsvolle statistische Modelle, die den kombinierten Einfluss genetischer Variation, des Arzneimittelmetabolismus und von Arzneimittelwechselwirkungen berücksichtigen. Aus diesen Arbeiten gingen Publikationen zur CYP2C19-basierten Dosismodellierung sowie zu Arzneimittel-Arzneimittel-Gen-Interaktionen hervor. Anschließend wurden die Arbeiten auf Gen-Gen-Arzneimittel-Interaktionen und Daten aus dem therapeutischen Drug Monitoring ausgeweitet. Ein im Rahmen des Projekts speziell entwickeltes statistisches Modell ermöglicht es, anhand klinischer Daten aus der Routineversorgung die Auswirkungen mehrerer gleichzeitig verabreichter Medikamente auf die CYP2C19-Aktivität abzuschätzen. Besonders bedeutsam ist, dass die geschätzten Effekte interagierender Arzneimittel mit deren unabhängig bestimmter Affinität zum Enzym übereinstimmten. Dies liefert eine empirische Validierung des Ansatzes und eröffnet neue Möglichkeiten für die Untersuchung von Polypharmazie und pharmakogenetischer Phänokonversion in der klinischen Praxis. Ein zweiter wesentlicher Erfolg betraf die Identifizierung und methodische Validierung klinisch relevanter Neuroimaging-Phänotypen. In frühen Arbeiten wurden Quellen physiologischer Störsignale in der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht. Dabei wurde der Zusammenhang zwischen dem globalen fMRT-Signal und Signalen, die vom Schädelknochen ausgehen, detailliert charakterisiert. Diese methodischen Arbeiten lieferten Erkenntnisse, die unmittelbar zur Verbesserung der Zuverlässigkeit von Analysen interindividueller Unterschiede beitragen können, und wurden mit den Partnern des Konsortiums geteilt. Aufbauend auf dieser methodischen Grundlage erzielte das Projekt wichtige Erkenntnisse zu kognitiver Anstrengung, anhaltender Aufmerksamkeit und Selbstregulation. In funktionellen Bildgebungsstudien wurden dopaminerge und cholinerge Mechanismen charakterisiert, die an kognitiver Anstrengung und Belohnungsverarbeitung beteiligt sind. Diese Arbeiten führten zur Identifizierung eines Neuroimaging-Phänotyps, der mit interindividuellen Unterschieden in der Selbstregulation assoziiert ist und in einer Hirnregion lokalisiert wurde, die mit den cholinergen Kernen des basalen Vorderhirns in Verbindung steht. Dieser Befund ist besonders bemerkenswert, da der Beitrag des menschlichen cholinergen Systems zu stabilen Verhaltensmerkmalen und zur klinisch relevanten Selbstregulation bislang nur unzureichend verstanden ist. Das zentrale Ergebnis in diesem Bereich stand in direktem Zusammenhang mit Depression und antidepressiver Behandlung. Unter Verwendung desselben Phänotyps wurden neuronale Korrelate einer Behandlung mit Escitalopram im ventralen Tegmentum und im dorsalen Raphekern identifiziert. Diese Befunde liefern Hinweise auf eine gleichzeitige Beteiligung des dopaminergen und des serotonergen Systems an der Behandlung von Depressionen und belegen die Machbarkeit, mittels funktioneller MRT die mit dem dorsalen Raphekern assoziierte Aktivität zu erfassen. Dies stellt einen wichtigen Fortschritt auf dem Weg zu einer bildgebungsbasierten Charakterisierung interindividueller Unterschiede dar, die für das Ansprechen auf eine Behandlung relevant sind. Ein weiterer innovativer Erfolg bestand in der Einführung von Methoden der künstlichen Intelligenz und von Sprachmodellen zur Integration heterogener psychopathologischer Daten. Das Team entwickelte einen KI-basierten Ansatz zur Ableitung eines synthetischen Index für den Schweregrad von Persönlichkeitsstörungen aus häufig verwendeten Persönlichkeitsskalen. Dieser Ansatz bietet das Potenzial, gemeinsame Analysen von Datensätzen zur psychischen Gesundheit zu erleichtern, in denen konzeptionell verwandte, jedoch nicht identische Erhebungsinstrumente eingesetzt wurden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Catharina Scholl, Sonstige Forschungs- oder Entwicklungseinrichtungen - Deutschland
  • Noam Shomron, Tel-Aviv University - Israel
  • Maria Giulia Bacalini, University of Bologna - Italien
  • Nada Bozina, Universität Zagreb - Kroatien
  • Espen Molden, University of Oslo - Norwegen

Research Output

  • 57 Zitationen
  • 18 Publikationen
  • 3 Datasets & Models
  • 3 Disseminationen
Publikationen
  • 2025
    Titel Basal forebrain and neural correlates of self-regulation traits in sustained attention
    DOI 10.1101/2025.08.05.668456
    Typ Preprint
    Autor Orsini C
    Seiten 2025.08.05.668456
    Link Publikation
  • 2024
    Titel The fMRI global signal and its association with the signal from cranial bone
    DOI 10.1016/j.neuroimage.2024.120754
    Typ Journal Article
    Autor Huber D
    Journal NeuroImage
    Seiten 120754
    Link Publikation
  • 2025
    Titel Pharmacogenetic guided drug therapy – how to deal with phenoconversion in polypharmacy
    DOI 10.1080/17425255.2025.2451440
    Typ Journal Article
    Autor Stingl J
    Journal Expert Opinion on Drug Metabolism & Toxicology
    Seiten 399-407
  • 2025
    Titel Der dunklen Persönlichkeit zugrunde liegende Kognitionen und deren Auswirkungen auf das Verhalten
    Typ PhD Thesis
    Autor Luna Rabl
  • 2025
    Titel AI-driven imputation of a synthetic personality severity index from the NEO-FFI
    DOI 10.1101/2025.11.09.25339839
    Typ Preprint
    Autor Labek K
    Seiten 2025.11.09.25339839
    Link Publikation
  • 2026
    Titel Pharmacogenetic phenoconversion modeling of drug-drug-gene interactions on CYP2C19 activity: effects of comedication by genotype on escitalopram concentrations
    DOI 10.64898/2026.06.23.26356327
    Typ Preprint
    Autor Stingl J
  • 2026
    Titel Basal forebrain and neural correlates of self-regulation traits in sustained attention.
    DOI 10.1162/imag.a.1187
    Typ Journal Article
    Autor Orsini C
    Journal Imaging neuroscience (Cambridge, Mass.)
  • 2026
    Titel An fMRI Phenotype of Reward Representation during Effort Expenditure in the Ventral Tegmental Area and Dorsal Raphe: A Longitudinal Study of Depression under Escitalopram Treatment
    DOI 10.64898/2026.07.24.26358864
    Typ Preprint
    Autor Hajric M
  • 2026
    Titel Functional imaging of time on task and the involvement of dopaminergic and cholinergic substrates in cognitive effort and reward.
    DOI 10.1038/s41598-026-37370-9
    Typ Journal Article
    Autor Orsini C
    Journal Scientific reports
  • 2026
    Titel Evaluating cross-encoders for semantic similarity assessment in psychological questionnaiers
    Typ Journal Article
    Autor Kainz Isabella
    Journal arXiv e-prints
  • 2024
    Titel Phenotypic Models of Drug–Drug-Gene Interactions Mediated by Cytochrome Drug-Metabolizing Enzymes
    DOI 10.1002/cpt.3188
    Typ Journal Article
    Autor Viviani R
    Journal Clinical Pharmacology & Therapeutics
    Seiten 592-601
    Link Publikation
  • 2024
    Titel The fMRI global signal and its association with the signal from cranial bone
    DOI 10.1101/2024.03.27.587003
    Typ Preprint
    Autor Huber D
    Seiten 2024.03.27.587003
    Link Publikation
  • 2024
    Titel The dark side of personality functioning: associations between antisocial cognitions, personality functioning (AMPD), empathy and mentalisation
    DOI 10.3389/fpsyt.2024.1377177
    Typ Journal Article
    Autor Rabl L
    Journal Frontiers in Psychiatry
    Seiten 1377177
    Link Publikation
  • 2023
    Titel Phenotypic models of drug-drug-gene interactions mediated by cytochrome drug-metabolizing enzymes
    DOI 10.1101/2023.11.02.23297749
    Typ Preprint
    Autor Viviani R
    Seiten 2023.11.02.23297749
    Link Publikation
  • 2022
    Titel The gradient model of brain organization in decisions involving “empathy for pain”
    DOI 10.1093/cercor/bhac464
    Typ Journal Article
    Autor Labek K
    Journal Cerebral Cortex
    Seiten 5839-5850
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Pharmacogenetic Dose Modeling Based on CYP2C19 Allelic Phenotypes
    DOI 10.3390/pharmaceutics14122833
    Typ Journal Article
    Autor Stingl J
    Journal Pharmaceutics
    Seiten 2833
    Link Publikation
  • 2024
    Titel Functional imaging of time on task and the involvement of dopaminergic and cholinergic substrates in cognitive effort and reward
    DOI 10.1101/2024.12.12.628171
    Typ Preprint
    Autor Orsini C
    Seiten 2024.12.12.628171
    Link Publikation
  • 2022
    Titel Negative Cognitions in the Personality Domains of the AMPD
    DOI 10.31234/osf.io/v7nh6
    Typ Preprint
    Autor Kienhöfer V
Datasets & Models
  • 2024 Link
    Titel Use of language model embeddings to characterize item similarity in rating scales in psychopathology
    Typ Data analysis technique
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
  • 2022 Link
    Titel Bayesian estimation of side effects in polypharmacy
    Typ Data analysis technique
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
  • 2026 Link
    Titel Estimation of drug-drug-gene interactions from therapeutic drug monitoring (TDM) data
    Typ Data analysis technique
    Öffentlich zugänglich
    Link Link
Disseminationen
  • 2022
    Titel Kick-off meeting
    Typ A formal working group, expert panel or dialogue
  • 2022
    Titel Research Visit
    Typ A formal working group, expert panel or dialogue
  • 2022
    Titel Common work visit, RWTH Aachen
    Typ A formal working group, expert panel or dialogue

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