Artificial intelligence for personalised medicine in depression (ArtiPro)
ArtiPro
weitere EU-Initiativen: ERA PerMed
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (40%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (60%)
Keywords
- Personalized Medicine,
- Depression,
- Biomarkers,
- Functional Imaging,
- Machine Learning
Personalisierte Medizin zielt darauf ab, die Therapieresponse auf der Grundlage eines persönlichen Profils vorherzusagen, das klinische, biologische und genetische Daten umfasst. Der Schwerpunkt dieses Projekts liegt auf Depression. Es zielt darauf ab, eine Plattform für künstliche Intelligenz einzurichten, die Daten aus der klinischen Forschung zu den Elementen dieser Profile zusammenführt, um Prädiktoren für das Ansprechen auf eine Depressionsbehandlung zu ermitteln. Die Ergebnisse werden in einer einz igen Datenplattform zusammengeführt, die es ermöglicht, große multimodale Datensätze zu nutzen, um prädiktive Modelle für Symptome und Ergebnisdaten zu entwickeln und so die Wirkung dieser Daten zu erhöhen. Es werden Ansätze der künstlichen Intelligenz untersucht, um neue Biomarker zu identifizieren, die das Ansprechen auf die Behandlung vorhersagen können. Dies wird dazu beitragen, ein Entscheidungshilfesystem für die personalisierte Therapie zu entwickeln und gleichzeitig die spezifischen ethischen und rechtlichen Anforderungen zu ermitteln, die erfüllt werden müssen.
Das Projekt erzielte wesentliche Fortschritte in der pharmakogenetischen Modellierung und der personalisierten Pharmakotherapie. In Zusammenarbeit mit Deutschen und norwegischen Partner entwickelte das Team zunehmend anspruchsvolle statistische Modelle, die den kombinierten Einfluss genetischer Variation, des Arzneimittelmetabolismus und von Arzneimittelwechselwirkungen berücksichtigen. Aus diesen Arbeiten gingen Publikationen zur CYP2C19-basierten Dosismodellierung sowie zu Arzneimittel-Arzneimittel-Gen-Interaktionen hervor. Anschließend wurden die Arbeiten auf Gen-Gen-Arzneimittel-Interaktionen und Daten aus dem therapeutischen Drug Monitoring ausgeweitet. Ein im Rahmen des Projekts speziell entwickeltes statistisches Modell ermöglicht es, anhand klinischer Daten aus der Routineversorgung die Auswirkungen mehrerer gleichzeitig verabreichter Medikamente auf die CYP2C19-Aktivität abzuschätzen. Besonders bedeutsam ist, dass die geschätzten Effekte interagierender Arzneimittel mit deren unabhängig bestimmter Affinität zum Enzym übereinstimmten. Dies liefert eine empirische Validierung des Ansatzes und eröffnet neue Möglichkeiten für die Untersuchung von Polypharmazie und pharmakogenetischer Phänokonversion in der klinischen Praxis. Ein zweiter wesentlicher Erfolg betraf die Identifizierung und methodische Validierung klinisch relevanter Neuroimaging-Phänotypen. In frühen Arbeiten wurden Quellen physiologischer Störsignale in der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) untersucht. Dabei wurde der Zusammenhang zwischen dem globalen fMRT-Signal und Signalen, die vom Schädelknochen ausgehen, detailliert charakterisiert. Diese methodischen Arbeiten lieferten Erkenntnisse, die unmittelbar zur Verbesserung der Zuverlässigkeit von Analysen interindividueller Unterschiede beitragen können, und wurden mit den Partnern des Konsortiums geteilt. Aufbauend auf dieser methodischen Grundlage erzielte das Projekt wichtige Erkenntnisse zu kognitiver Anstrengung, anhaltender Aufmerksamkeit und Selbstregulation. In funktionellen Bildgebungsstudien wurden dopaminerge und cholinerge Mechanismen charakterisiert, die an kognitiver Anstrengung und Belohnungsverarbeitung beteiligt sind. Diese Arbeiten führten zur Identifizierung eines Neuroimaging-Phänotyps, der mit interindividuellen Unterschieden in der Selbstregulation assoziiert ist und in einer Hirnregion lokalisiert wurde, die mit den cholinergen Kernen des basalen Vorderhirns in Verbindung steht. Dieser Befund ist besonders bemerkenswert, da der Beitrag des menschlichen cholinergen Systems zu stabilen Verhaltensmerkmalen und zur klinisch relevanten Selbstregulation bislang nur unzureichend verstanden ist. Das zentrale Ergebnis in diesem Bereich stand in direktem Zusammenhang mit Depression und antidepressiver Behandlung. Unter Verwendung desselben Phänotyps wurden neuronale Korrelate einer Behandlung mit Escitalopram im ventralen Tegmentum und im dorsalen Raphekern identifiziert. Diese Befunde liefern Hinweise auf eine gleichzeitige Beteiligung des dopaminergen und des serotonergen Systems an der Behandlung von Depressionen und belegen die Machbarkeit, mittels funktioneller MRT die mit dem dorsalen Raphekern assoziierte Aktivität zu erfassen. Dies stellt einen wichtigen Fortschritt auf dem Weg zu einer bildgebungsbasierten Charakterisierung interindividueller Unterschiede dar, die für das Ansprechen auf eine Behandlung relevant sind. Ein weiterer innovativer Erfolg bestand in der Einführung von Methoden der künstlichen Intelligenz und von Sprachmodellen zur Integration heterogener psychopathologischer Daten. Das Team entwickelte einen KI-basierten Ansatz zur Ableitung eines synthetischen Index für den Schweregrad von Persönlichkeitsstörungen aus häufig verwendeten Persönlichkeitsskalen. Dieser Ansatz bietet das Potenzial, gemeinsame Analysen von Datensätzen zur psychischen Gesundheit zu erleichtern, in denen konzeptionell verwandte, jedoch nicht identische Erhebungsinstrumente eingesetzt wurden.
- Universität Innsbruck - 100%
- Catharina Scholl, Sonstige Forschungs- oder Entwicklungseinrichtungen - Deutschland
- Noam Shomron, Tel-Aviv University - Israel
- Maria Giulia Bacalini, University of Bologna - Italien
- Nada Bozina, Universität Zagreb - Kroatien
- Espen Molden, University of Oslo - Norwegen
Research Output
- 57 Zitationen
- 18 Publikationen
- 3 Datasets & Models
- 3 Disseminationen
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2025
Titel Basal forebrain and neural correlates of self-regulation traits in sustained attention DOI 10.1101/2025.08.05.668456 Typ Preprint Autor Orsini C Seiten 2025.08.05.668456 Link Publikation -
2024
Titel The fMRI global signal and its association with the signal from cranial bone DOI 10.1016/j.neuroimage.2024.120754 Typ Journal Article Autor Huber D Journal NeuroImage Seiten 120754 Link Publikation -
2025
Titel Pharmacogenetic guided drug therapy – how to deal with phenoconversion in polypharmacy DOI 10.1080/17425255.2025.2451440 Typ Journal Article Autor Stingl J Journal Expert Opinion on Drug Metabolism & Toxicology Seiten 399-407 -
2025
Titel Der dunklen Persönlichkeit zugrunde liegende Kognitionen und deren Auswirkungen auf das Verhalten Typ PhD Thesis Autor Luna Rabl -
2025
Titel AI-driven imputation of a synthetic personality severity index from the NEO-FFI DOI 10.1101/2025.11.09.25339839 Typ Preprint Autor Labek K Seiten 2025.11.09.25339839 Link Publikation -
2026
Titel Pharmacogenetic phenoconversion modeling of drug-drug-gene interactions on CYP2C19 activity: effects of comedication by genotype on escitalopram concentrations DOI 10.64898/2026.06.23.26356327 Typ Preprint Autor Stingl J -
2026
Titel Basal forebrain and neural correlates of self-regulation traits in sustained attention. DOI 10.1162/imag.a.1187 Typ Journal Article Autor Orsini C Journal Imaging neuroscience (Cambridge, Mass.) -
2026
Titel An fMRI Phenotype of Reward Representation during Effort Expenditure in the Ventral Tegmental Area and Dorsal Raphe: A Longitudinal Study of Depression under Escitalopram Treatment DOI 10.64898/2026.07.24.26358864 Typ Preprint Autor Hajric M -
2026
Titel Functional imaging of time on task and the involvement of dopaminergic and cholinergic substrates in cognitive effort and reward. DOI 10.1038/s41598-026-37370-9 Typ Journal Article Autor Orsini C Journal Scientific reports -
2026
Titel Evaluating cross-encoders for semantic similarity assessment in psychological questionnaiers Typ Journal Article Autor Kainz Isabella Journal arXiv e-prints -
2024
Titel Phenotypic Models of Drug–Drug-Gene Interactions Mediated by Cytochrome Drug-Metabolizing Enzymes DOI 10.1002/cpt.3188 Typ Journal Article Autor Viviani R Journal Clinical Pharmacology & Therapeutics Seiten 592-601 Link Publikation -
2024
Titel The fMRI global signal and its association with the signal from cranial bone DOI 10.1101/2024.03.27.587003 Typ Preprint Autor Huber D Seiten 2024.03.27.587003 Link Publikation -
2024
Titel The dark side of personality functioning: associations between antisocial cognitions, personality functioning (AMPD), empathy and mentalisation DOI 10.3389/fpsyt.2024.1377177 Typ Journal Article Autor Rabl L Journal Frontiers in Psychiatry Seiten 1377177 Link Publikation -
2023
Titel Phenotypic models of drug-drug-gene interactions mediated by cytochrome drug-metabolizing enzymes DOI 10.1101/2023.11.02.23297749 Typ Preprint Autor Viviani R Seiten 2023.11.02.23297749 Link Publikation -
2022
Titel The gradient model of brain organization in decisions involving “empathy for pain” DOI 10.1093/cercor/bhac464 Typ Journal Article Autor Labek K Journal Cerebral Cortex Seiten 5839-5850 Link Publikation -
2022
Titel Pharmacogenetic Dose Modeling Based on CYP2C19 Allelic Phenotypes DOI 10.3390/pharmaceutics14122833 Typ Journal Article Autor Stingl J Journal Pharmaceutics Seiten 2833 Link Publikation -
2024
Titel Functional imaging of time on task and the involvement of dopaminergic and cholinergic substrates in cognitive effort and reward DOI 10.1101/2024.12.12.628171 Typ Preprint Autor Orsini C Seiten 2024.12.12.628171 Link Publikation -
2022
Titel Negative Cognitions in the Personality Domains of the AMPD DOI 10.31234/osf.io/v7nh6 Typ Preprint Autor Kienhöfer V
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2024
Link
Titel Use of language model embeddings to characterize item similarity in rating scales in psychopathology Typ Data analysis technique Öffentlich zugänglich Link Link -
2022
Link
Titel Bayesian estimation of side effects in polypharmacy Typ Data analysis technique Öffentlich zugänglich Link Link -
2026
Link
Titel Estimation of drug-drug-gene interactions from therapeutic drug monitoring (TDM) data Typ Data analysis technique Öffentlich zugänglich Link Link
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2022
Titel Kick-off meeting Typ A formal working group, expert panel or dialogue -
2022
Titel Research Visit Typ A formal working group, expert panel or dialogue -
2022
Titel Common work visit, RWTH Aachen Typ A formal working group, expert panel or dialogue