Die Konsequenzen zunehmender Hypogamie für Familien
The rise of hypogamy and its consequences for family life
Wissenschaftsdisziplinen
Soziologie (100%)
Keywords
- Hypogamy,
- Couples,
- Parental Employment,
- Mootherhood Penalty,
- Fertility
Das durchschnittliche Bildungsniveau der Bevölkerung steigt (Bildungsexpansion). Immer mehr Men- schen streben eine höhere Ausbildung an, insbesondere junge Frauen, die heutzutage im Schnitt höher ausgebildet sind als junge Männer. Der zunehmende Bildungsvorteil auf Seiten der Frauen wirkt sich auf Partnerwahl, Paarbildung und Beziehungen aus, dahingehend, dass es immer mehr Paare gibt, in denen die Frau höher gebildet ist und auch teilweise mehr verdient als der Mann (hypogame Paare). Umgekehrt gibt es immer weniger traditionelle Paare, in denen der Mann einen höheren sozioöko- nomischen Status als seine Partnerin hat. Die meisten Menschen suchen heutzutage eine/n Partner/in mit einem ähnlich hohen sozialen Status (gesellschaftliche Norm homogamer Paare). Wenn es aber weniger Männer als Frauen mit höherer Bildung gibt, entstehen aus dieser Verknappung heraus auch zunehmend Partnerschaften, in denen diese Norm nicht erfüllt ist und die Frau einen höheren sozio- ökonomischen Status aufweist als der Mann. Diese Normverletzung kann theoretisch zu verschiede- nen Verhaltensweisen führen: Entweder das Paar wertet die modernisierte Paarkonstellation tat- sächlich als Normverletzung und versucht sich dadurch wieder der Norm anzunähern, dass die Frau trotz guter Ausbildung eine traditionelle Rolle als Mutter und Zuverdienerin (Teilzeitarbeit) in der Fa- milie einnimmt. Oder das Paar reagiert dahingehend, dass eine egalitäre Rollenteilung gelebt wird; die Frau stark am Arbeitsmarkt integriert ist, eine Berufskarriere verfolgt und mehr als die Hälfte des Haus- haltseinkommens erzielt, während sie unter Umständen weniger Kinder hat und auch einen geringeren Anteil an der Hausarbeit macht. Das HypoFam Projekt untersucht auf Basis von administrativen Daten (Registerdaten) für Österreich wie sich ein gesellschaftlicher Trend hin zu hypogamen Paaren auswirkt; auf Beziehungsdynamiken, die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in Paaren, die Fertilität, und ins- besondere auf das Arbeitsmarktverhalten und die Einkommen von Müttern und Vätern nach der Ge- burt des ersten Kindes. Das Projekt zielt darauf zu untersuchen, welche kausalen (d.h. ursächlichen) Effekte der sozioökonomische Status der Frau relativ zu ihrem Partner (Paarkonstellationen) auf die Fertilität und das Erwerbsverhalten von Frauen und Männern in Paaren zeigt und wie sich das in Folge auf die geschlechtsspezifische Einkommensungleichheit (gender pay gap) auswirkt.
Das durchschnittliche Bildungsniveau der Bevölkerung steigt (Bildungsexpansion). Immer mehr Men- schen streben eine höhere Ausbildung an, insbesondere junge Frauen, die heutzutage im Schnitt höher ausgebildet sind als junge Männer. Der zunehmende Bildungsvorteil auf Seiten der Frauen wirkt sich auf Partnerwahl, Paarbildung und Beziehungen aus, dahingehend, dass es immer mehr Paare gibt, in denen die Frau höher gebildet ist und auch teilweise mehr verdient als der Mann (hypogame Paare). Umgekehrt gibt es immer weniger traditionelle Paare, in denen der Mann einen höheren sozioöko- nomischen Status als seine Partnerin hat. Die meisten Menschen suchen heutzutage eine/n Partner/in mit einem ähnlich hohen sozialen Status (gesellschaftliche Norm homogamer Paare). Wenn es aber weniger Männer als Frauen mit höherer Bildung gibt, entstehen aus dieser Verknappung heraus auch zunehmend Partnerschaften, in denen diese Norm nicht erfüllt ist und die Frau einen höheren sozio- ökonomischen Status aufweist als der Mann. Diese Normverletzung kann theoretisch zu verschiede- nen Verhaltensweisen führen: Entweder das Paar wertet die modernisierte Paarkonstellation tat- sächlich als Normverletzung und versucht sich dadurch wieder der Norm anzunähern, dass die Frau trotz guter Ausbildung eine traditionelle Rolle als Mutter und Zuverdienerin (Teilzeitarbeit) in der Fa- milie einnimmt. Oder das Paar reagiert dahingehend, dass eine egalitäre Rollenteilung gelebt wird; die Frau stark am Arbeitsmarkt integriert ist, eine Berufskarriere verfolgt und mehr als die Hälfte des Haus- haltseinkommens erzielt, während sie unter Umständen weniger Kinder hat und auch einen geringeren Anteil an der Hausarbeit macht. Das HypoFam Projekt untersucht auf Basis von administrativen Daten (Registerdaten) für Österreich wie sich ein gesellschaftlicher Trend hin zu hypogamen Paaren auswirkt; auf Beziehungsdynamiken, die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in Paaren, die Fertilität, und ins- besondere auf das Arbeitsmarktverhalten und die Einkommen von Müttern und Vätern nach der Ge- burt des ersten Kindes. Das Projekt zielt darauf zu untersuchen, welche kausalen (d.h. ursächlichen) Effekte der sozioökonomische Status der Frau relativ zu ihrem Partner (Paarkonstellationen) auf die Fertilität und das Erwerbsverhalten von Frauen und Männern in Paaren zeigt und wie sich das in Folge auf die geschlechtsspezifische Einkommensungleichheit (gender pay gap) auswirkt.
- Institut für Höhere Studien - 34%
- Universität Wien - 66%
- Rudolf Winter-Ebmer, Institut für Höhere Studien , assoziierte:r Forschungspartner:in
Research Output
- 8 Publikationen
- 1 Disseminationen
- 1 Wissenschaftliche Auszeichnungen
-
2024
Titel The impact of educational hypogamy on gender equality within couples: A theoretical framework and evidence from the Gender and Generations Survey DOI 10.31219/osf.io/eu9rp_v1 Typ Preprint Autor Steiber N -
2025
Titel Do Daughters gain from Hypogamy and Sons from Hypergamy? Parental Heterogamy and Children's Educational Outcomes DOI 10.31235/osf.io/yq3ub_v1 Typ Preprint Autor Valdés M -
2024
Titel DP19593 Educational hypogamy is associated with a smaller child penalty on women's earnings Typ Other Autor Steiber N. Link Publikation -
2026
Titel Educational pairings, partners' economic resources, and second births in Austria DOI 10.4054/demres.2026.55.26 Typ Journal Article Autor Trimarchi A Journal Demographic Research -
2026
Titel Educational hypogamy is associated with a smaller child penalty on women's earnings DOI 10.1016/j.ssresearch.2026.103327 Typ Journal Article Autor Steiber N Journal Social Science Research -
2025
Titel Faith and the Child Penalty: Religious Affiliation and Gendered Earnings Losses After Childbirth Typ Other Autor Lebedinski L Link Publikation -
2025
Titel "Poverty risk within couples across the family life course" Typ PhD Thesis Autor Christina Siegert -
2026
Titel Educational hypogamy and gender equality within couples: a review of competing hypotheses and evidence from the Generations and Gender Survey DOI 10.1093/esr/jcaf059 Typ Journal Article Autor Steiber N Journal European Sociological Review
-
2023
Titel Keynote at ECSR: Rising Educational Hypogamy in Couples: Implications for Family Life and Gender Equality Typ Personally asked as a key note speaker to a conference Bekanntheitsgrad Continental/International