Soja und Agrar-Ernährungs-Transitionen
Soy and Agro-Food Transitions
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (20%); Soziologie (40%); Wirtschaftswissenschaften (40%)
Keywords
- Soybean,
- Agro-.Food Regime,
- Agro-Food Transition,
- Austria
Der Aufstieg von Soja in der Globalisierung im 20. Jahrhundert ist atemberaubend: Soja hat sich von einer fernöstlichen Kuriosität im späten 19. Jahrhundert zu einer der weltweit profitabelsten Nutzpflanzen im frühen 21. Jahrhundert entwickelt. Das ist Ausgangspunkt des Projekts, das im internationalen Feld der (historischen) Agro-Food Studies angesiedelt ist. Das Projekt untersucht Übergänge von Agrar- und Ernährungsregimen durch die Linse einer bestimmten Ware - Soja - über einen längeren Zeitraum - die letzten 150 Jahre - mit Schwerpunkt auf einem ausgewählten Land - Österreich im inter- und transnationalen Umfeld. In den letzten Jahrzehnten hat sich Österreich sowohl als Knoten im globalen Sojahandel als auch als Schauplatz der europäischen Sojaproduktion etabliert. Bevor Soja im Agrar- und Ernährungsregime Fuß fasste, tauchte es zu verschiedenen Zeiten vor allem in den Weltkriegen und der Weltwirtschaftskrise in verschiedenen Nischen als Lösung für Probleme in Landwirtschaft und Ernährung auf. Die zentrale Forschungsfrage lautet, wie Wissenstransfers, Warenketten und Institutionenarrangements beim Aufstieg von Soja von der Nische zum Mainstream in Österreich seit den 1870er Jahren zusammenwirkten. Methodisch stützt sich das Projekt auf Akteur-Netzwerk-, Warenketten- und Diskursanalysen. Es untersucht Zeitabschnitte, in denen etablierte Regime unter Druck gerieten und Gelegenheitsfenster für Nischeninnovationen eröffneten, die sich entweder durchsetzten oder scheiterten. Durch transnationale Verflechtungen und internationale Vergleiche wird der Fall Österreichs in seinem globalen Umfeld verortet. Das Projekt schlägt auch Brücken von der Vergangenheit in die Zukunft: Die eiweiß- und fettreiche Sojabohne bietet eine pflanzliche Alternative zur tierischen Ernährung und könnte eine wichtige Rolle bei der nachhaltigen Transformation von Lebensmittelproduktion und -konsum spielen.
- Universität Linz - 100%