Verfassungsgerichte erweisen sich in den Demokratien der heutigen Welt zunehmend als Zünglein an der Waage – immer mehr werden sie zu mächtigen Entscheidungsorganen für strittige Fragen, die auf parlamentarischem Wege kaum mehr lösbar scheinen. Dabei ist die Verfassungsgerichtsbarkeit nicht nur ein Prüfstein für die vielerorts in die Krise geratenen Demokratien – Türkei und Israel, Polen und Brasilien – sondern auch für das Funktionieren supranationaler Ordnungssysteme wie der Europäischen Union, deren Gerichte in einem spannungsvollen Verhältnis zur einzelstaatlichen Höchstgerichtsbarkeit agieren. Das ÖAW-Symposion "Towards a Global History of Constitutional Justice" fragt erstmals nach den Bedingungen und Formen der globalen Konjunktur der Verfassungsgerichtsbarkeit, nach ihren Chancen, Risiken und Strukturelementen (z.B. Föderalismus, Kassationsprinzip).

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