PublicSpace 2.0 - Räume die der Vernetzung folgen
PublicSpace 2.0 - evolving spaces along network technologies
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Technische Wissenschaften (25%); Bauwesen (25%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (25%); Kunstwissenschaften (25%)
Keywords
-
Innovative Use: Re-Reading Of Network Resources,
Media Technology+Free Information/Energy Flow,
Design Strategies Directed At Creative,
Intuitive,
New Public Life Forms: Physical-Digital Experience,
Body Interface Design To Address Communal Concern,
Publ
Erst seit wenigen Jahren erleben partizipative Plattformen in Internet eine besondere Aufmerksamkeit im Hinblick auf ihre Wirkung als Soziales Medium. Durch das vermehrte Auftauchen offener Webplattformen, aufgrund preisgünstiger Software, die es den Usern ermöglicht, eigene Medien sowie fremdes Material zugänglich zu machen, aber auch durch den überraschenden Preisabfall der vergangenen Jahre im Hinblick auf High-Definition Videokameras sowie dem Anschlussmaterial fur Computer etc. Soziale Medien warden häufig in Verbindung mit Web 2.0 wahrgenommen und diskutiert, was auf verschiedene Grunde sowohl technischer, aber auch ökonomischer sowie sozialer Natur zurückzuführen ist. Neben sozialen Medien existieren andere entscheidende Konzepte fur user-generierte Inhalte, so zum Beispiel das Netzwerk als Plattform, `Folksonomy` (soziales Bezeichnen/Selektieren/Markieren) , `Syndication`/ Syndikatsbildung / (hieruber wird im Netz eine Internetseite partiell für andere Seiten oder individuelle Abonnenten zugänglich gemacht), sowie massenhafte Kollaborationen. Was bedeuten diese Trends für unsere Kultur im Allgemeinen und für professionelle, kreative Praktiken? Die neuen sozialen Medienplattformen lassen spezielle Charakteristiken individueller Subkultur sichtbar werden. Die User bekommen nahe unbegrenzte Speicherkapazität und zusätzliche viele Instrumente, um sich zu organisieren, etwas zu promoten, um ihre Anliegen zu veröffentlichen, und sie mit anderen zu teilen. Auf der Grundlage dieser erst seit kurzem zu beobachtenden Entwicklungen stützt sich der Grundgedanke unseres Forschungsvorhabens: ein strategisches Handbuch als eine Form der Annäherung an bevorstehende Gestaltungsansprüche im öffentlichen Raum, die sich auf neue, noch wenig bekannt soziale Umgangsformen stützen werden.
Zu Beginn des Jahres 2010 erhielten wir eine FWF-PEEK Förderung für das Forschungsprojekt Public Space 2.0 - Räume die der Vernetzung folgen zum Zweck der künstlerisch-wissenschaftlichen Grundlagenforschung im übergeordneten Themenbereich Öffentlicher Raum und Technologie. Nach zwei-jähriger, gemeinsamer Forschungsarbeit gelang es uns abschließend, die Publikation Public Space 2.0 - ein Handbuch im Eigenverlag der Kunstuniversität Linz zu veröffentlichen. Diese Publikation erfreut sich regen Interesses, und wurde bereits über die Bibliothek der Kunstuniversität Linz auf Anfrage an weitere Bibliotheken in Europa übermittelt. Unsere Publikation widmet sich vorrangig Fragen möglicher Beschreibbarkeit jener Voraussetzungen, die öffentlichen Raum heute entstehen und verfügbar werden lassen. Wir schlagen vor, die öffentliche Sphäre als einen abbildenden Ort sprachlich gelagerter Phänomene sowie für die noch nicht zur Sprache gekommenen Bezüge zu begreifen. Menschen nehmen an kollektiv- en Überlieferungsprozessen teil, die sich in sozialen Praktiken und Kommunikationstechniken, in kollektiv gelebten Gewohnheiten und Ritualen manifestieren. Der öffentliche Raum wird als Ergebnis von Grenzziehungen aufgefasst - nicht Raum an sich, sondern seine Grenzen sowie ihre Entstehungsgeschichten werden zum Gegenstand der Betrachtung. Beschrieben werden sozial- politische sowie technologische Vorbedingungen, die maßgeblich an aktuellen Entstehungs- und Transformationsprozessen öffentlicher Räume beteiligt sind. Aus den Disziplinen der Raumplanung und -gestaltung, der Architekturtheorie sowie der Computertechnik stammend, formte unser Team eine Interessensgemeinschaft, die sich spezifischen Verfahrensweisen des Beobachtens und Sichtbar-Machens widmete. Im Vordergrund der gemeinsamen Grundlagenforschung wurden kreativ-schöpferische Leitmotive gehalten, um Diskrepanzen methodischer Präferenz leichter überbrücken zu können. Im Zuge einer phänomenologischen Herangehensweise leiteten vorrangig Evidenz und Radikalität von Begründungen und Sinnanalysen das gemeinsame Denken und bewegten es punktuell zu partieller Umkehr. Es galt den zu beobachtenden Gegenstand möglichst von aller Faktizität befreit zu erfassen. Als methodisches Instrumentarium kamen Reduktion sowie freie Variation dem allgemeinen Wunsch nach Unbefangenheit im Kontext interdisziplinärer Zusammenarbeit durchaus entgegen. Begleitend zu Ansätzen theoretisch-methodischer Forschung entschieden wir uns für die prototypische Entwicklung eines technischen Artefakts. Eine am Körper zu tragende Vorrichtung thematisiert subjektive Wahrnehmungsebenen vorrangig unbewusster Natur im Hinblick auf ihre mögliche Bedeutung für künftige Gestaltungsansätze im öffentlichen Raum.
- Friedrich Kupzog, Technische Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Oliver Schürer, Technische Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Carlo Ratti, Massachusetts Institute of Technology - Vereinigte Staaten von Amerika
- Winka Dubbeldam, University of Pennsylvania - Vereinigte Staaten von Amerika