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DNA Methylierung bei Brustkrebs

DNA methylation and breast cancer

Martin Widschwendter (ORCID: 0000-0002-7778-8380)
  • Grant-DOI 10.55776/P15995
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 28.10.2002
  • Projektende 31.10.2005
  • Bewilligungssumme 313.341 €

Wissenschaftsdisziplinen

Klinische Medizin (40%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (60%)

Keywords

    Breats Cancer, Minimal Residual disease, DNA Methylation, Carciogenesis, Early Detection, Epigenetics

Abstract Endbericht

Der Brustkrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. Trotz intensivster Forschung ist es bis dato noch nicht suffizient gelungen, Parameter zu definieren, welche ohne invasive Eingriffe eine Aussage darüber erlauben, ob eine Frau auf eine spezifische Therapie anspricht oder nicht und ob nach Abschluß der Behandlung noch Evidenz auf Fortbestehen einer systemischen minimalen Resterkrankung besteht. Neben den strukturellen Veränderungen der DNA (Mutationen, etc.) gibt es auch sogenannte epigenetische Veränderungen. Das heißt die Abfolge der 4 Basen (Bausteine der DNA, die Abfolge entspricht dem genetischen Code) bleibt unverändert, aber es erfolgt eine chemische Veränderung einer dieser Basen, eine Methylierung am Cytosin. Wenn diese Veränderung im Promoterbereich (Genabschnitt der meist für das An- und Abschalten des spezifischen Gens mitverantwortlich ist) stattfindet, so wird das Genprodukt (RNA, in weiterer Folge das spezifische Eiweiß) nicht mehr produziert. Im Rahmen der Krebsentstehung kommt es sehr häufig zu solchen Veränderungen in Genen, die als sogenannte Tumorsuppressoren bezeichnet werden und normalerweise für eine Wachstumshemmung oder für das geregelte Absterben der Zellen verantwortlich sind. Seit einigen Jahren gibt es nun verschiedene Methoden, diese sehr spezifischen und stabilen Veränderungen nachzuweisen: Durch chemische Modifikation kann man solche Cytosine, die nicht methyliert sind, in Uracil und in weiterer Folge zu einem Thymin umwandeln. Cytosine die methyliert sind werden durch diese chemische Reaktion nicht verändert. Mittels der sogenannten Polymerasekettenreaktion, kann man in der Folge DNA die im gesuchten Abschnitt methyliert ist von DNA die unmethyliert ist unterscheiden. An dem Institut an dem ich zur Zeit arbeite (Norris Comprehensive Cancer Center, LA) wurden Methoden entwickelt (MethyLight), mittels derer man in relativ kurzer Zeit mehrere Gene in einer großen Anzahl von Proben untersuchen kann. An der Univ. Frauenklinik in Innsbruck gibt es seit 1989 eine Tumor- und Serumbank. In den vergangenen 12 Jahren haben wir neben Tumorproben und Normalgewebe auch über 13.000 Serumproben (Blutproben) sowohl vor der Operation als auch in regelmäßigen Abständen im weiteren Verlauf der korrespondierenden Patientinnen gesammelt. Alle klinisch relevanten Daten stehen uns in anonymisierter Form zur Verfügung. Die Absicht dieses Antrages ist es, an Hand der Tumorproben Methylierungsmuster zu definieren, welche spezifisch für bestimmte Charakteristika und Verläufe der Tumore sind. Diese Information sollte dann in weiterer Folge genutzt werden, um zu studieren, welche dieser tumorspezifischen Veränderungen im Blut der betroffenen Patientinnen wiedergefunden werden kann. Diese Strategie wird dann genutzt um zu prüfen, ob Methylierung spezifischer Gene im Blut eine Aussage über das Auftreten eines Rezidives (Rückfall der Erkrankung) zuläßt.

Ca. 35% - 40% aller Menschen in der westlichen Welt, werden im Laufe ihres Lebens mit der Diagnose "Krebs" konfrontiert. Neben dem Leiden für die Betroffenen und deren Angehörige, stellen die Kosten, welche durch die sehr aufwendigen und teuren Therapien entstehen eine massive Herausforderung hinsichtlich zukünftiger Finanzierbarkeit unseres Gesundheitssystems dar. Das Konzept der Früherkennung (also Tumore zu einem Zeitpunkt zu entdecken, bevor sie metastasieren und damit meist unheilbar werden), sowie die Individualisierung der Therapie representieren die wohl geeignetsten Instrumente, sowohl die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern als gleichzeitig auch die Kosten zu senken. Veränderungen an der Erbsubstanz der DNA - die sogenannte DNA-Methylierung - zeichnet alle Tumore aus. Dieses Projekt hat sich dieses "Erkennungsmerkmal" zunutze gemacht, um das Vorhandensein von Tumore mittels Analyse von Tumorgwebe und Serum (1) Brustkrebs früh zu erkennen, (2) die prognostische Einschätzung zu verbessern und (3) prädiktive Marker zu etablieren. Im Rahmen dieses Projektes entstanden 18 Originalarbeiten mit einem Impactfaktor von > 100. Der große Erfolg dieses Projektes basiert auf 3 Säulen: (1) die finanzielle Unterstützung durch den FWF Glück, Menschen zu treffen, welche Begeisterung zeigten, einen Beitrag zur Veränderung der Siatuation von Frauen mit Krebs zu leisten, (2) die Insfrastruktur, welche uns vom Krankenhausträger TILAK GesmbH zur Verfügung gestellt wurde und (3) Glück, Menschen zu treffen, welche Begeisterung zeigten, einen Beitrag zur Veränderung der Situation von Frauen mit Krebs zu leisten.

Forschungsstätte(n)
  • Medizinische Universität Innsbruck - 100%

Research Output

  • 996 Zitationen
  • 10 Publikationen
Publikationen
  • 2006
    Titel Breast Cancer DNA Methylation Profiles in Cancer Cells and Tumor Stroma: Association with HER-2/neu Status in Primary Breast Cancer
    DOI 10.1158/0008-5472.can-05-2508
    Typ Journal Article
    Autor Fiegl H
    Journal Cancer Research
    Seiten 29-33
    Link Publikation
  • 2005
    Titel Circulating Tumor-Specific DNA: A Marker for Monitoring Efficacy of Adjuvant Therapy in Cancer Patients
    DOI 10.1158/0008-5472.can-04-2438
    Typ Journal Article
    Autor Fiegl H
    Journal Cancer Research
    Seiten 1141-1145
    Link Publikation
  • 2004
    Titel DNA Methylation Changes in Sera of Women in Early Pregnancy Are Similar to Those in Advanced Breast Cancer Patients
    DOI 10.1373/clinchem.2003.030387
    Typ Journal Article
    Autor Mu¨Ller H
    Journal Clinical Chemistry
    Seiten 1065-1068
    Link Publikation
  • 2004
    Titel Cyclin E dysregulation and chromosomal instability in endometrial cancer
    DOI 10.1038/sj.onc.1207560
    Typ Journal Article
    Autor Hubalek M
    Journal Oncogene
    Seiten 4187-4192
  • 2004
    Titel Methylation changes in faecal DNA: a marker for colorectal cancer screening?
    DOI 10.1016/s0140-6736(04)16002-9
    Typ Journal Article
    Autor Müller H
    Journal The Lancet
    Seiten 1283-1285
  • 2004
    Titel Methylation status and expression of human telomerase reverse transcriptase in ovarian and cervical cancer
    DOI 10.1016/j.ygyno.2004.01.036
    Typ Journal Article
    Autor Widschwendter A
    Journal Gynecologic Oncology
    Seiten 407-416
  • 2004
    Titel Analysis of Methylated Genes in Peritoneal Fluids of Ovarian Cancer Patients: A New Prognostic Tool
    DOI 10.1373/clinchem.2004.034090
    Typ Journal Article
    Autor Mu¨Ller H
    Journal Clinical Chemistry
    Seiten 2171-2173
    Link Publikation
  • 2004
    Titel Prognostic DNA Methylation Marker in Serum of Cancer Patients
    DOI 10.1196/annals.1318.008
    Typ Journal Article
    Autor Müller H
    Journal Annals of the New York Academy of Sciences
    Seiten 44-49
  • 2003
    Titel CDH1 and CDH13 methylation in serum is an independent prognostic marker in cervical cancer patients
    DOI 10.1002/ijc.11706
    Typ Journal Article
    Autor Widschwendter A
    Journal International Journal of Cancer
    Seiten 163-166
    Link Publikation
  • 2003
    Titel MeCP2 and MBD2 expression in human neoplastic and non-neoplastic breast tissue and its association with oestrogen receptor status
    DOI 10.1038/sj.bjc.6601392
    Typ Journal Article
    Autor Müller H
    Journal British Journal of Cancer
    Seiten 1934-1939
    Link Publikation

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