Immunantwort auf Fleischallergene
Immune responses to meat allergens
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (10%); Gesundheitswissenschaften (20%); Klinische Medizin (30%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (40%)
Keywords
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Meat Allergy,
Meat Allergens,
Cross-Reactivity,
A-Gal Syndrome,
Allergic Sensitization,
Tick Saliva
Die Tatsache, dass Fleisch und Fleischprodukte allergische Reaktionen hervorrufen können, ist noch weitgehend unbekannt. Daher ist auch das Bewusstsein für Fleischallergien gering. Ebenso wie andere Nahrungsmittelallergenquellen können jedoch auch Fleisch und Fleischprodukte schwere lebensbedrohliche allergische Reaktionen hervorrufen. Wir waren unter den Ersten, denen es gelungen ist, Allergene aus Geflügelfleisch (weißem Fleisch) und Säugetierfleisch (rotem Fleisch) zu identifizierten. In diesem Projekt planen wir nun, weitere Fleischallergene zu identifizieren und zu charakterisieren mit dem Ziel, das Panel der relevanten Fleischallergene zu vervollständigen und ihre klinische Bedeutung festzustellen. Darüber hinaus werden wir die Stabilität der Allergene gegenüber Hitze und gegenüber Enzymen des Verdauungstrakts untersuchen, sowie ihre Fähigkeit, Darmepithelzellen zu durchqueren. Nahrungsmittelallergene müssen das Darmepithel durchdringen, um so Sensibilisierungen auszulösen und allergische Reaktionen hervorrufen zu können. Des Weiteren werden wir die Kreuzreaktivität zwischen Fleischallergenen und Allergenen anderer tierischer Lebensmittel untersuchen, wie zum Beispiel von Meeresfrüchten, Fischen und essbaren Insekten. Kenntnisse über das Vorhandensein kreuzreaktiver Allergene in diesen Nahrungsmitteln ist wichtig, um den Patienten auf Lebensmitteln hinzuweisen, die ebenfalls allergische Reaktionen hervorrufen können. Diese Ergebnisse werden aber auch dazu beitragen, die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für Fleischallergien und verwandte Allergien zu verbessern. Ein zusätzlicher Schwerpunkt des Projekts wird die Erforschung des sogenannten a-Gal-Syndroms sein, einer ungewöhnlichen Form von Fleischallergie, bei der Patienten mehrere Stunden nach Konsum von rotem Fleisch an sehr schweren allergischen Reaktionen leiden. Interessanterweise produzieren diese Patienten IgE-Antikörper gegen den Zucker a-Gal, der in Säugetierfleisch wie Schweinefleisch, Rindfleisch oder Lammfleisch vorhanden ist. Die Patienten entwickeln diese IgE-Antikörper allerdings erst nach einem vorherigen Zeckenbiss. Die genauen Mechanismen, die zum a-Gal-Syndrom führen, sind noch nicht bekannt. Wir planen daher, die Reaktionen diverser Immunzellen auf Zeckenspeichel zu untersuchen und Komponenten im Zeckenspeichel zu identifizieren, die zur Entwicklung allergischer Reaktionen gegen a-Gal beitragen. Ein besseres Verständnis der Mechanismen, die zu einer Sensibilisierung gegen a-Gal führen, könnte auch dazu beitragen, allergische Sensibilisierungen gegen andere Lebensmittelallergene besser zu verstehen, da immer mehr Indikatoren darauf hinweisen, dass Sensibilisierungen gegen Lebensmittelallergene oft in der Haut stattfinden.
- Medizinische Universität Wien - 30%
- FH Campus Wien - 70%
- Wolfgang Hemmer, FAZ Floridsdorfer Allergiezentrum GmbH , nationale:r Kooperationspartner:in
- Michiel Wijnveld, Medizinische Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Adriano Pinter, Public Health Department - Brasilien
- Veronika Somoza, Technische Universität München - Deutschland
Research Output
- 49 Zitationen
- 2 Publikationen
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2021
Titel Identification of Ulocladium chartarum as an important indoor allergen source DOI 10.1111/all.14999 Typ Journal Article Autor Pfeiffer S Journal Allergy Seiten 3202-3206 Link Publikation -
2021
Titel The a-Gal Syndrome and Potential Mechanisms DOI 10.3389/falgy.2021.783279 Typ Journal Article Autor Román-Carrasco P Journal Frontiers in Allergy Seiten 783279 Link Publikation