Vorwärts zum Barock - Das Gesamtkunstwerk bei Egon Wellesz
Forward to the Baroque - Egon Wellesz´s Gesamtkunstwerk
Wissenschaftsdisziplinen
Kunstwissenschaften (80%); Philosophie, Ethik, Religion (20%)
Keywords
- Egon Wellesz,
- Viennese Modernism,
- Opera,
- History of Sciences,
- Total Work of Art,
- Baroque Music
Egon Wellesz (18851974) war sowohl als Musikwissenschaftler (in Wien und Oxford) als auch als Komponist im Umfeld der Wiener Schule hoch angesehen. Im Rahmen seiner Forschung trug er entscheidend dazu bei, die Anfänge der Barockmusik und besonders der barocken Festoper zu untersuchen. Darauf aufbauend entwickelte er eine Opernreform für das zeitgenössische Musiktheater, die er in seinen wissenschaftlichen Schriften veröffentlichte. Dabei verfolgte er das Ideal des Gesamtkunstwerks, das er in seinen Bühnenwerken aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem in Alkestis und Die Bakchantinnen praktisch umzusetzen versuchte. Die Studie untersucht zunächst, wie Wellesz Barockmusik und speziell die Wiener Festoper verstand und welche Einflüsse Guido Adler, Arnold Schönberg und Gustav Mahler auf ihn hatten. Danach folgt eine historische Einordnung, die die vermeintliche Krise der Oper in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beleuchtet jene Krise, die Wellesz als Anlass für seine Reform sah. Auf Grundlage einer ausführlichen Darstellung von Wellesz Opernreform und seiner Vorstellung eines zeitgenössischen Gesamtkunstwerks werden seine Bühnenwerke daraufhin untersucht, wie sehr sie von seinen historischen Studien beeinflusst wurden. Dabei stehen besonders jene Elemente im Fokus, die auf historischen Vorbildern beruhen, aber gleichzeitig mit modernen Mitteln umgesetzt werden: das Libretto, die Bühne (mit Bühnenbild, Beleuchtung, Kostümen usw.) sowie der Tanz.