Netzwerke des sozialen Gehirns
Networks of the social brain
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
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Emotion,
Dog,
Superior Temporal Sulcus
Dieses Projekt untersucht die evolutionären Wurzeln, wie unser Gehirn uns dabei unterstützt, in den komplexen sozialen Welten, in denen wir leben, zu navigieren. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie unterhalten sich fröhlich mit einem Kollegen bei einem Bier, als er plötzlich das Glas auf den Tisch stellt. Sofort spüren Sie, dass etwas nicht stimmt. Er scheint verärgert zu sein, vielleicht lag es an der Art, wie er das Glas abstellte, oder an einem leichten Zucken in seinen Augen. Was auch immer das Signal war, Ihnen wird klar, dass Ihr letzter Kommentar ihn beleidigt hat. Dieses Szenario zeigt die außergewöhnliche Fähigkeit des menschlichen Gehirns, subtile Signale von anderen aufzunehmen und zu interpretieren. Diese Fähigkeit beruht teilweise auf Gehirnnetzwerken, die einzigartig für Primaten und besonders ausgeprägt beim Menschen sind. Mit dem Wachstum unserer Vorfahrengruppen stieg auch die Notwendigkeit, andere zu verstehen und mit ihnen zu kommunizieren, was zur Entwicklung spezialisierter Gehirnnetzwerke für die Integration komplexer sozialer Signale führte. Stellen Sie sich ein weiteres Szenario vor, unter der Annahme, dass Sie mit einem Hund zusammenleben: Sie schauen zu Hause einen Film, als plötzlich Ihr Lieblingscharakter unerwartet stirbt. Wenige Momente später sitzt Ihr Hund neben Ihnen und scheint auf Ihre Emotionen zu reagieren. Dies ist eine häufige Erfahrung unter Hundebesitzern und spiegelt die bemerkenswerte Fähigkeit von Hunden wider, subtile emotionale Veränderungen zu erkennen. Das Gehirn von Menschen und Hunden ist so unterschiedlich wie ihre Körper. Beide Arten teilen grundlegende Merkmale wie zwei Ohren und zwei Augen, aber es gibt zahlreiche Unterschiede, wie das stärker ausgeprägte Körperhaar und die unterschiedliche Zahnstruktur bei Hunden. Ähnlich verhält es sich mit bestimmten Gehirnregionen, wie den primären visuellen und auditiven Kortizes. Diese sind zwar vergleichbar, aber die Netzwerke zur Verarbeitung komplexer sozialer Signale, die beim Menschen stark entwickelt sind, fehlen bei Hunden. Dennoch sind Hunde hervorragend darin, subtile emotionale Veränderungen wahrzunehmen. Wie ist das möglich? Dieses Projekt zielt darauf ab, die Gehirnnetzwerke zu identifizieren, die Hunde zur Verarbeitung von Emotionen nutzen, und deren Funktion mit ähnlichen Netzwerken beim Menschen zu vergleichen. Wir werden funktionelle Magnetresonanztomographie bei beiden Spezies anwenden und neue Analysetechniken entwickeln, um einen strukturellen und funktionalen Vergleich ihrer Gehirne durchzuführen. Das Forschungsvorhaben wird von Dr. Raul Hernandez geleitet, einem Pionier und Experten für Gehirnforschung mit bildgebenden Verfahren bei Hunden. Es ist Teil einer Zusammenarbeit zwischen der Social Cognitive and Affective Neuroscience (SCAN) -Unit an der Universität Wien, geleitet von Dr. Claus Lamm, und dem Clever Dog Lab am Messerli Forschungsinstitut, Vetmeduni Wien, unter der Leitung von Dr. Ludwig Huber.
- Universität Wien - 100%
- Claus Lamm, Universität Wien , Mentor:in
- Ludwig Huber, Veterinärmedizinische Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
Research Output
- 1 Publikationen
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2025
Titel Dog brain atlas generated via spatially constrained spectral clustering DOI 10.1101/2025.11.25.690406 Typ Preprint Autor Hernández-Pérez R Seiten 2025.11.25.690406 Link Publikation