Transformationen in der Evolution der Peracarida (Crustacea)
Transformations in the evolution of Peracarida (Crustacea)
Weave: Österreich - Belgien - Deutschland - Luxemburg - Polen - Schweiz - Slowenien - Tschechien
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (100%)
Keywords
-
Malacostraca,
Phylogenomics,
Morphology,
Evolutionary Transformations
Die Ranzenkrebse (Peracarida) sind eine der artenreichsten Gruppen innerhalb der Krebstiere. Sie kommen in praktisch allen Ökosystemen vor, von terrestrischen Habitaten (inklusive Wüsten) bis hin zur Tiefsee, und spielen in vielen dieser Ökosystem eine zentrale Rolle. Die bekanntesten Vertreter sind sicherlich die Asseln (Isopoda), aber auch Flohkrebse (Amphipoda) und Schwebegarnelen (Mysida) sind weitverbreitet und sehr artenreich. Das vereinende Merkmal der Peracarida ist der weibliche Brutbeutel (Marsupium) in dem sich die Larven bzw. Jungtiere entwickeln. Die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Peracarida sind noch immer umstritten. Selbst die Monophylie - die gemeinsame Abstammung - der Peracarida selber wurde durch molokular genetische Studien immer wieder in frage gestellt. Somit wäre das Marsupium mehrfach unabhängig entstanden. Ein besseres Verständnis der Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Peracarida und auch ihrer potentiellen Monophylie ist Voraussetzung, um die evolutiven Transformationen und Prozesse innerhalb der Peracarida nachvollziehen zu können. Das Ziel dieses Projektes ist es mittels molekular genetischer und morphologischer Untersuchungen zu klären, ob die Peracarida eine monophyletische Gruppe darstellen und die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen allen Großgruppen innerhalb der Peracarida aufzulösen. Die morphologischen Untersuchungen werden an der Universität Rostock von Prof. Dr. Stefan Richter durchgeführt werden und die molekular genetischen am Naturhistorischen Museum Wien durch Dr. Martin Schwentner. Darüber hinaus soll untersucht werden, inwieweit sich Transformationen in der Evolution der Peracarida ausgewirkt haben. Im Mittelpunkt steht hier zum einen die Entstehung des Marsupiums, welches aufgrund seiner Lage direkte Auswirkungen auf den Bewegungsapparat hat. Zum anderen hat sich durch das Marsupium die Fortpflanzungsstrategie der Peracarida verändert. Anstatt wie die meisten näherverwandten Krebsgruppen hunderte oder tausende Nachkommen je Brut zu haben, haben die meisten Peracarida nur wenige Nachkommen je Brut. Und diese ähneln bereits stark den erwachsenen Tieren. Dies ist ein großer Unterschied zu vielen anderen marinen Tiergruppen, die häufig ein sehr mobiles, freischwimmendes Larvenstadium aufweisen, welche die Verbreitung über große Distanzen ermöglichen. Diese Umstellung der Reproduktionsstrategie könnte zu langfristigen Änderungen in diversen mikroevolutiven Prozessen geführt haben, wie zum Beispiel der genetischen Drift. Tatsächlich deuten erste Untersuchungen auf eine erhöhte Substitutionsrate bei den Peracaride im Vergleich zu anderen höheren Krebsen (den Malacostraca) hin. Dies soll im Rahmen des Projektes mit Hilfe der umfangreichen genetische Datensätze detaillierter untersucht werden. Auch der Übergang zwischen verschiedenen Habitattypen (v.a. Land, Meer und speziell Tiefsee) könnte ähnliche mikroevolutive Auswirkungen gehabt haben, weil sich auch hier die Ausbreitungsmöglichkeiten und die Populationsgrößen grundlegend verändern können. Auch dies wird im Rahmend es Projektes untersucht werden.
- Martin Kapun, nationale:r Kooperationspartner:in
- Luise Kruckenhauser, Naturhistorisches Museum Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Andreas Wanninger, Universität Wien , nationale:r Kooperationspartner:in
- Saskia Brix, Senckenberg Forschungsinstitute und Naturmuseen (SFN) - Deutschland
- Anne-Nina Lörz, Universität Hamburg - Deutschland
- Christian S. Wirkner, Universität Rostock - Deutschland
- Stefan Richter, Universität Rostock - Deutschland
- Kenneth Meland - Norwegen
- Sarah Gerken - Vereinigte Staaten von Amerika
- Wilson George - Vereinigte Staaten von Amerika
- D. Christopher Rogers, University of Kansas - Vereinigte Staaten von Amerika
Research Output
- 1 Publikationen
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2025
Titel Phylogenomics supports monophyly of marsupial crustaceans: a journey to direct development DOI 10.1101/2025.11.06.686749 Typ Preprint Autor Barta A Seiten 2025.11.06.686749 Link Publikation