Die üblichen Behandlungsmethoden für die ischämische Herzerkrankung können das
geschädigte Herzgewebe nicht vollständig reparieren. Die Regeneration des Herzgewebes
stellt eine bahnbrechende neue Strategie zur Behandlung dieser Erkrankung dar. Studien
zeigen, dass die Proliferation von Kardiomyozyten im erwachsenen menschlichen Herzen zu
gering ist, um die Zellen nach einer Verletzung vollständig zu ersetzen. Jüngste
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass wir in der Lage sein könnten, den
Heilungsprozess des Herzens in Gang zu setzen, indem wir die Proliferation bereits
vorhandener Kardiomyozyten und die Bildung von Blutgefäßen anregen. Nichtcodierende
RNAs, microRNAs und lange nichtcodierende RNAs haben sich als mächtige
posttranskriptionelle Regulatoren der Zellfunktionen erwiesen. Der Einsatz von RNA-
Behandlungen zur Veränderung der Funktionsweise dieser Moleküle könnte eine gute
Möglichkeit sein, die Herzregeneration vorübergehend zu fördern und ischämische
Herzerkrankungen zu behandeln.
Das RECREATE-Konsortium ist eine Gruppe von Wissenschaftlern, die in diesem Bereich
zusammenarbeiten. Sie untersuchen, wie nichtcodierende RNAs bei Tieren wie Zebrafischen
und afrikanischen Stachelmäusen funktionieren, die ihr Herz auf natürliche Weise
regenerieren können, und vergleichen dies mit Tieren wie Mäusen und Menschen, die ein
geringeres Regenerationspotenzial haben. Um zu verstehen, wie nicht-kodierende RNAs
funktionieren, werden fortgeschrittene Techniken wie Pull-down-Techniken, gekoppelte NGS-
und Massenspec-Technologien eingesetzt. Potenzielle Behandlungen werden an im Labor
gezüchteten Mini-Herzen (Kardioiden), Mausmodellen und menschlichen Herzschnitten
durchgeführt. Die Wissenschaftler des Konsortiums verfügen über unterschiedliche
Fachkenntnisse und arbeiten zusammen, um zu verstehen, wie nicht-kodierende RNAs zur
Herzregeneration beitragen. Das Ziel dieses Projekts ist es, neue Behandlungsmethoden zu
entwickeln, die für Menschen mit ischämischen Herzkrankheiten einen großen Unterschied
machen könnten.