Molecular and cellular basis of Lessel-Kreienkamp syndrome
Molecular and cellular basis of Lessel-Kreienkamp syndrome
Weave: Ăsterreich - Belgien - Deutschland - Luxemburg - Polen - Schweiz - Slowenien - Tschechien
Disciplines
Biology (40%); Medical-Theoretical Sciences, Pharmacy (60%)
Keywords
-
Lessel-Kreienkamp syndrome,
AGO2,
Argonaute,
RNA interference,
Neurodevelopmental disorder
RNA-Interferenz ist ein zentraler Mechanismus der post-transkriptionellen Genregulation in eukaryotischen Zellen. VorlĂ€ufer von microRNAs (miRNAs) werden transkribiert und zu reifen miRNAs prozessiert, um gemeinsam mit Argonaute-Proteinen (AGO1-4) den RNA-induced silencing complex RISC zu bilden. Jede miRNA kann ĂŒber Basenpaarung eine Gruppe von Ziel-mRNAs binden. Dies fĂŒhrt zur Hemmung der Translation und zum Abbau in zytoplasmatischen processing (P-) bodies. Wir haben kĂŒrzlich Varianten des humanen AGO2-Gens als Ursache des Lessel-Kreienkamp-Syndroms (LESKRES) beschrieben, welches mit Intelligenzminderung, verzögerter motorischer Entwicklung und verzögerter Sprachentwicklung einhergeht. Pathogene missense-Varianten in AGO2 fĂŒhren zu einer verminderten AktivitĂ€t des kodierten Proteins in shRNA-basierenden Tests in vitro. Vergleichbare Varianten im AGO1-Gen wurden bei Patienten mit einer Ă€hnlichen neurologischen Entwicklungsstörung gefunden. Z.Zt. ist vollstĂ€ndig unklar, wie die Gesamtheit der miRNAs in LESKRES -Patienten verĂ€ndert ist, welche Ziel-mRNAs des AGO2/miRNA-Komplexes im Gehirn in vivo fehlreguliert sind, und wie das Proteom verschiedener Gehirnregionen dadurch verĂ€ndert wird. Weiterhin gibt es kein zellulĂ€res oder Tiermodell fĂŒr diese Erkrankung. Hier werden wir diese Fragen durch mehrere, komplementĂ€re AnsĂ€tze bearbeiten. Wir werden untersuchen, wie pathogene AminosĂ€ureaustausche in AGO2 und AGO1 die Gesamtheit der RISC- assoziierten miRNAs in Neuronen verĂ€ndern. Wir werden iNeurons aus induzierbaren pluripotenten Stammzellen von Patienten untersuchen, die spezifische missense-Varianten in AGO2 tragen. Neben einer detaillierten Analyse der Effekte der AGO2-Varianten auf die Genexpression werden wir die kultivierten Neuronen mit Hinblick auf VerĂ€nderungen in der Morphologie, Synapsenbildung und AktivitĂ€t von Signalwegen evaluieren. FĂŒr einen zweiten Ansatz haben wir zwei der bei Patienten gefundenen missense-Varianten, sowie eine loss-of-function-Variante in das Genom von MĂ€usen eingefĂŒgt (Kooperationspartner am UKE Hamburg). Im Gehirn dieser Tiere werden wir den Effekt der Ago2-Varianten auf die Gesamtheit der miRNAs sowie ihrer Ziel-mRNAs untersuchen, auch im Hinblick auf VerĂ€nderungen im zellulĂ€ren und synaptischen Proteom der Tiere. Weiterhin werden wir aufklĂ€ren, wie Ago2-Varianten Funktion und PlastizitĂ€t von Synapsen beeinflussen. Letztlich werden wir Verhaltenstests an diesen Tieren durchfĂŒhren, um eventuelle VerĂ€nderungen in Lern- und GedĂ€chtnisvorgĂ€ngen zu erkennen. Insgesamt erhoffen wir uns, eine klare Vorstellung von den VerĂ€nderungen in der Genexpression zu erhalten, die auf Grund der bei den Patienten gefundenen Varianten in AGO2 auftreten. ZusĂ€tzlich werden wir neuronale und Mausmodelle der menschlichen Erkrankung erzeugen, die Möglichkeiten fĂŒr die Erforschung eventueller Therapiewege aufzeigen sollen.
- Alexander Dityatev, The Italian Institute of Technology - Germany
- Hans-JĂŒrgen Kreienkamp, UniversitĂ€t Hamburg - Germany, international project partner