Exhibiting Abstraction, 1908-15
Exhibiting Abstraction, 1908-15
Disciplines
Arts (100%)
Keywords
-
Exhibition,
Abstraction,
Classical Modernism,
Avant-Garde,
Degrees Of Abstraction,
Exhibition Strategy
Die Jahre um 1910 sind in der Kunstgeschichte als die Zeit der "Erfindung der Abstraktion" bekannt. Laut der Kunstgeschichtsschreibung schufen unter anderem Kandinsky, Malewitsch und Mondrian um diese Zeit die ersten Kunstwerke, die nichts Erkennbares mehr darstellten. Dies gilt als einer der wichtigsten Momente der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. So bahnbrechend diese Entwicklung auch scheint, das vorliegende Buch hinterfragt, ob die Künstler diese abstrakten Gemälde vor dem Ersten Weltkrieg auch in öffentlichen Ausstellungen gezeigt haben. Die Hypothese dabei lautet, dass die abstrakten Werke keine Wirkung entfaltet konnten, wenn sie nicht öffentlich sichtbar waren. Während die Ursprünge der Abstraktion und ihre stilistischen Entwicklungen nämlich schon weitgehend erörtert worden sind, wurde die äußerst folgenreiche Ausstellung dieser Werke bisher nicht behandelt. Zum ersten Mal in der Kunstgeschichte werden in diesem Buch alle Kunstwerke untersucht, die die folgenden ausgewählten Künstler zwischen 1908 und 1915 ausgestellt haben: Giacomo Balla, Umberto Boccioni, Vassily Kandinsky, Frantisek Kupka, Kazimir Malevich, Piet Mondrian und Francis Picabia. Ebenfalls zum ersten Mal wurden die ausgestellten Werke anhand vorgegebener Kriterien nach ihrem Abstraktionsgrad sortiert etwa durch die An- oder Abwesenheit von erkennbaren Figuren, Objekte und/oder Landschaften in jedem Werk. Dadurch war es möglich, den Abstraktionsgrad aller Werke zu vergleichen und die Anzahl der mehr oder weniger abstrakten Werke zu zählen. Durch die anschließende Untersuchung welcher Künstler wann und wo zwischen 1908 und 1915 welche Kunstwerke ausgestellt hat, zeichnet dieses Buch erstmals die Ausstellungstätigkeit der so genannten "Väter der Abstraktion" in dieser bedeutenden Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach. Dank der Erfassung der Ausstellungsdaten konnte festgestellt werden, welchen Anteil ihrer abstrakten und figurativen Kunstwerke sie öffentlich ausstellten. Vor allem aber zeigt die Analyse der Daten, welche Auswirkungen die Ausstellung abstrakter Kunstwerke auf Künstlerkollegen und das Publikum hatte. In einer ähnlichen Premiere und zusätzlich dazu, dass das Ausstellungsverhalten jedes Künstlers in eigenen Fallstudien vorgestellt wird, identifiziert, untersucht und präsentiert das Buch außerdem eine Reihe von sechs Ausstellungen, die für die Geschichte der Präsentation abstrakter Kunst besonders wichtig waren. Vor allem wird die erste Ausstellung des 20. Jahrhunderts identifiziert, bei der ausschließlich abstrakt Kunst zu sehen war. Dank der systematischen Erfassung von rund 650 ausgestellten Kunstwerken zwischen 1908 und 1915, die in 160 Ausstellungen in 14 Ländern und 47 Städten auf der ganzen Welt gezeigt wurden, und ihrer quantitativen und qualitativen Analyse war es möglich, die Ausstellungsstrategien der Künstler zu untersuchen, zu fragen, welche Ziele sie verfolgten und ob diese Ziele erreicht wurden.